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Konzert-Bericht
 
Panzerknacker

Tomte
Kettcar/ Marr

Oberhausen, Zentrum Altenberg
06.04.2003

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Tomte
Da war es also wieder unterwegs, das große Grand Hotel Van Cleef-Dreigestirn aus Hamburg: Tomte ("Die Rückkehrer"), Kettcar ("Die Durchstarter") und Marr ("Die Newcomer"). Wo andernorts dieser Tage wegen Krieg, Frühlingswetter oder Semesterferien die Hallen bei ähnlich gutem Programm leer blieben, konnten sich die drei Bands auf ihrer letztes Jahr gestarteten und inzwischen etwas unglücklich "Panzer Tour" betitelten Konzertreise in Oberhausen über regen Zuspruch freuen.
Zuerst: Marr! Die Musik - energiegeladener Postcore, die Gesten - groß und 100% Rockstar-like, die Stimme - fast wie Robert Smith in besten (depressivsten) Tagen. Eigentlich hätten sich die vier damit als die beste Band der Welt qualifizieren müssen, taten es aber nicht. Denn aller Dynamik und Power zum Trotz fehlten - zumindest an diesem Abend - die Überraschungsmomente, die genialen Wendungen, die Marr - bekanntlich besetzungstechnisch mit Tomte eng verbandelt - aus der großen Menge ähnlich ambitionierter Bands hätten herausragen lassen. So war der Auftritt gegen Ende etwas ermüdend, nicht zuletzt, weil man leider kaum ein Wort von dem verstehen konnte, was Sänger Jan Elbeshausen zu sagen hatte - weder in den Songs, noch bei den Ansagen. Manchmal hatte man das Gefühl, dass Marr heute dort sind, wo Tomte entwicklungstechnisch vor einigen Jahren waren - und heute glücklicherweise nicht mehr sind.

Und dann: Kettcar! Die Konsensband der Stunde, ach, was sag ich, des Jahres machte einmal mehr alles richtig. Die Ansagen gut getimt zwischen leichter Überheblichkeit und ehrlicher Dankbarkeit über so viel Gegenliebe, die fünf Musiker inzwischen noch besser eingespielt als zu Beginn des Jahres, die Songs sowieso über jeden Zweifel erhaben - es gibt derzeit kaum eine Band, der man lieber zuhören mag als Marcus Wiebusch und Co. Okay, bis auf einen (allerdings äußerst vielversprechenden) neuen Song spielten sie ihr bekanntes Programm, aber solange Hammerstücke wie "Landungsbrücken raus", "Balkon gegenüber", "Money Left To Burn" und natürlich "Ich danke der Academy" jeden Abend laufen, kann sich wahrlich niemand beschweren. Da ist es sogar verzeihlich, dass manche Stücke - unverständlicherweise - auf der Bühne nicht den gleichen Punch haben wie auf dem Album. Für gewöhnlich ist das bekanntlich umgekehrt, aber was ist an Kettcar schon gewöhnlich?

Zum Schluss: Tomte! Die hatten ein wenig damit zu kämpfen, dass sich nach dem Auftritt von Kettcar der Saal merklich leerte, doch anstatt zu verzweifeln, "bestrafte" ein gut gelaunter Thees Uhlmann diejenigen, die bereits auf dem Weg nach Hause waren, allerdings mit einem äußerst überzeugenden Auftritt. The one and only Charlotte Roche ließ unlängst verlauten, sie habe beim Hören des neuen Tomte Albums (das nach den großartigen Arbeitstiteln "Jetzt alle Mann rein in den Allegra Chat!" und "So dumm kann doch einer alleine gar nicht sein. Hast Du noch einen Bruder?" nun pflegeleichter "Hinter all diesen Fenstern" betitelt sein wird), geweint. Der Auftritt in Oberhausen legte nahe, dass die Tränen in der Tat vor Freude flossen und nicht, weil sie dabei Zwiebeln geschält hat. Das Schöne an den zumindest auf der Bühne zum Quintett (inklusive Mann an den Tasten und Tamburin) erweiterten Tomte des Jahres 2003 ist, dass die Band inzwischen nicht mehr nur Spex-Verstehern gefallen kann, die zum Lachen in den Keller gehen, sondern trotz aller Ambitionen und Weitsicht auch als Popband ausgezeichnet funktionieren. Das bewies nicht nur, aber vor allem die ausgezeichnete neue Single "Schreit den Namen meiner Mutter" - klingt nach Kalauer, ist aber vermutlich einer der drei besten und eingängigsten Songs, die Tomte bisher zustande gebracht haben. Wenn das mal kein Hit wird! Fazit? Ein toller Abend, der nach Wiederholung verlangt!

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Surfempfehlung:
www.tomte.de
www.kettcar.net
www.marr-music.de
Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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