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Vollgas

The White Stripes

Köln, E-Werk
17.05.2003

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The White Stripes
Tags zuvor waren Meg und Jack White alias die Rock-Sensation aus Detroit alias The White Stripes in der Harald Schmidt Show zu Gast, haben dort ihre aktuelle Single "Seven Nation Army" dargeboten (was im Übrigen so ziemlich das Coolste war, was man seit ewig und drei Tagen im deutschen Musikfernsehen gesehen hat), und Schmidt selbst kündigte sie als die "aktuell angesagteste Band der Welt" an. So war es auch nicht besonders verwunderlich, dass das Konzert im E-Werk ausverkauft war. Die Nachfrage nach Tickets schien sogar so groß gewesen zu sein, dass selbst Gästeliste-Plätze geklaut wurden.
Nachdem Whirlwind Heat ihren Job als Opener erledigt hatten, war das spartanische Setup auf der Bühne schon zu bestaunen - auf der linken Seite Megs weiß/rotes Drumkit, auf der rechten Seite die Orgel, und dazwischen noch der Gitarren-Verstärker und insgesamt drei Mikros. Also eigentlich schon genug Instrumentarium, das sonst eine komplette Band benötigt. Aber die White Stripes schaffen es ohne Probleme, zu zweit den Sound einer mehrköpfigen Band zu emulieren. Und es war schon von Anfang an klar, als die ersten verzerrten Akkorde aus Jacks Gitarre zum ersten Song des Abends, "Black Math", erklangen, dass alle Regler im rotem Bereich und die Zeichen auf Vollgas standen. So war es dann auch kein Wunder, dass direkt eine Saite gerissen ist.

Das sollte die beiden Whites aber nicht großartig behindern, es folgten gnadenlose 90 Minuten Rock pur. Jack nutzte die komplette Breite der Bühne, um sich auszutoben, um sich Gitarre spielend auf dem Boden zu wälzen, oder sich auf Megs Drumkit zu stellen (die dabei umgeworfenen Trommeln/Becken wurden umgehend von den Roadies, die natürlich auch komplett mit Hut und Anzug durchgestylt waren, wieder aufgebaut) oder auch mal einen Abstecher an den Bühnenrand zu machen, um wie ein Besessener zu predigen. So geschehen direkt beim dritten Song, "I Think I Smell A Rat", in den im Mittelteil Leadbellys "Take A Whiff Of Me" integriert wurde, das Jack größtenteils alleine ohne Gitarre in's Publikum schrie, nur um danach das Mirko mit einem gewaltigen Rums auf den Boden zu knallen. Wie gesagt, gnadenlos. Den Rest des Songs verbrachten Meg und Jack in trauter Zweisamkeit Rücken an Rücken. Überhaupt war das Zusammenspiel der beiden wieder einmal großartig, besonders die Mimik und die Gesten von Meg: Mit schräg gelegtem Kopf, eine Hand in die Hüfte gestemmt, warf sie Jack einen Blick rüber, der nur eines aussagen konnte: "Komm' schon, Kleiner, spiel's mir!" Das hat er dann auch getan, entweder am Mikro in der Mitte der Bühne, oder an der Orgel, oder direkt vor Megs Nase, damit sie sich beim Gesang direkt ansehen konnten.

Neben Songs aus allen vier Alben wurden auch einige Cover-Songs dargeboten - u.a. das selten gespielte Dylan-Stück "Isis", "Mister Cellophone" vom "Chicago"-Soundtrack, "Lord Send Me An Angel" von Blind WillieMcTell und das obligatorische "Jolene" von Dolly Parton. Auch bei "fremden" Songs geben die beiden alles, besonders bei "Jolene" durchlebt Jack intensiv jede Zeile, so als ob er sie selbst geschrieben hätte.

Höhepunkte hat es viele gegeben, sicherlich zählte "In The Cold, Cold Night" dazu, ein Stück, bei dem Meg ihr Drumkit verließ und den Platz am Mikro in der Bühnenmitte einnahm, während Jack dazu Gitarre im Hintergrund spielte. "Seven Nation Army" wurde frenetisch abgefeiert, und schon als die ersten Klänge des Songs ertönten, wurden dutzende Mobiltelefone in die Luft gehalten, um den Leuten zu Hause zu beweisen, dass man in diesem Moment cooler ist als sie. Da samstags im Kölner E-Werk ab 22.00 Uhr Disco-Zeit ist, mussten die White Stripes leider sehr pünktlich aufhören - nicht nur das Publikum wollte eigentlich mehr hören, auch Jack gab bekannt (kurz bevor er sich per Handschlag im Graben von Reihe 1 verabschiedet hatte), dass sie die Show leider früher beenden müssen, obwohl sie gerne noch länger geblieben wären. Trotzdem war dieses Konzert mehr als eindrucksvoll. Und Schmidt hatte vollkommen recht.

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Text: -David Bluhm-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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