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Laut, lauter, am lautesten

J Mascis & The Fog

Köln, Prime Club
04.12.2000
J Mascis
Laut war's und saucool, soviel steht fest. Aber war es deshalb auch gut oder schön? Eine schwierige Frage. Wenn mich nicht alles täuscht, ist es sechseinhalb Jahre her, dass J Mascis zum letzten Mal als Headliner auf einer Kölner Bühne stand. 1994 spielten Dinosaur Jr im proppevollen E-Werk, dieses Mal reichte es gerade einmal für den wesentlich kleineren Prime Club. Und dort zeigte sich einmal mehr, dass sensationelle Platten nicht immer ebenso gottgleiche Konzerte nach sich ziehen.
Denn auch, wenn J im Umgang mit Fans und Medien in den letzten Jahren eine Menge dazugelernt hat und wesentlich lockerer geworden ist, wirklich wohl zu fühlen scheint er sich auf der Bühne immer noch nicht. Klar, er wird sich zu Recht gedacht haben, dass sein ausgezeichnetes Solodebut "More Light" eine möglichst breite Anerkennung verdient und angesichts seiner berühmt-berüchtigten Wortkargkeit bei Interviews sind Konzerte wohl die einzige Alternative. Wenn dabei aber Konzerte wie das in Köln herauskommen, muss man sich dennoch fragen, ob sich J damit wirklich einen Gefallen tut. Denn wenn man bei den meisten Songs das Schlagzeug nicht hören konnte, weil Bass und die einzige (!) Gitarre viel lauter sind, dann läuft irgendetwas schief. Natürlich war Drummer George Berz gewissermaßen das schwächste Glied in der Kette, der neben Saitengott Mascis auch noch Bass-Legende Mike Watt angehörte, aber trotzdem gibt es bei Konzerten bestimmte Regeln, die jeder Musiker beachten sollte. Dem Publikum gleich mit den ersten beiden Nummern das Trommelfell zu zerschießen gehört einwandfrei nicht dazu. Apropos Publikum: Erschreckend hoch lag das Durchschnittsalter der Besucher, und soviel Mühe sich J. mit den neuen Songs à la "Where'd You Go?", "Same Day", "Waistin" oder "More Light" auch gab, mehr als artigen Applaus spendeten die versammelten 30-Somethings nicht. Nur als "Little Fury Things" und "The Lung" vom 1987er Meisterwerk "You're Living All Over Me" auf der Setlist standen, kam ein bisschen Stimmung auf. Das eigentliche Highlight im Mainset war deshalb eigentlich die einzige wirkliche Überraschung: Die beinharte, von Mike Watt gesungene Stooges-Coverversion "Not Right". Auch wenn Mascis bei den Zugaben dann noch einmal alles weggerockte, was im Prime Club nicht fest im Boden verankert war, cool ist eben doch nicht gleichzusetzen mit gut.
Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Christoph Möldner-


 
 

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