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Konzert-Bericht
 
Badelatschen-Pop

Paula

Essen, Grend
07.06.2003
Paula
"Moment mal, wir müssen kurz die Handtuchfrage klären", meinte Paula-Sängerin Elke gleich nach dem ersten Lied. Sie hatte Partner Berend das Handtuch entwendet, was der angesichts subtropischer Temperaturen auf der Bühne des Grend gar nicht lustig fand. Dafür fing er sich prompt ein paar Sprüche aus dem (ebenfalls handtuchlosen) Publikum ein. "Ihr könnt dann später unsere haben", konterte Elke schelmisch. "Das wollt ihr doch, oder?" Um es vorwegzunehmen: Die Handtücher rückten die vier Berliner dann doch nicht heraus, dafür aber ein Feuerwerk an tollen Popsongs, die bekanntlich auf der Bühne nicht selten mit Gitarre, Bass und Schlagzeug um einiges lebendiger erschienen als auf den sauber produzierten Platten.
Paula
Los ging's gleich mit "Die Stadt" und "Von guten Eltern", und sofort hatten die meisten im Publikum vergessen, dass man sich bei der Hitze eigentlich besser nicht bewegen sollte. Aber Paula-Songs gehen nun mal direkt in die (Tanz-)Beine, da kann man nichts machen. Weil das neue Album "Warum Berlin" nicht mehr sooo neu ist, gab's auch reichlich alten Stoff, wie den "Franzosen vom ersten Album", "Jour Et Nuit" (den anderen, "Je Te Vois Bien", kündigte Elke mit den Worten "Neuer Franzose - neues Glück" an) oder das "Schlaflied". Und natürlich die beiden Stücke, die kurz vor Ende der regulären Spielzeit einen wahren Freudentaumel im Publikum auslösten, den "Hit" "Als es Passierte" (in einer Weltklasse-Version mit punkmäßigem Ende) und gleich hinterher der nächste Hit, "Jimmy"! Dass die Band ihre "Städte Tour" im Oktober 2002 gestartet, in mehrere Abschnitte eingeteilt hat und somit bereits einiges an Spielerfahrung aufweisen kann, befreit sie aber dennoch nicht von der Möglichkeit, einen Song auch mal an die Wand zu fahren. So geschehen an diesem Abend bei "Ich weiß zuviel", als sich einige Fehler in den Song eingeschlichen haben, was man auch am Mienenspiel der Band feststellen konnte. Dafür avanciert die B-Seite der "Stadt"-Single, "Zurück", immer mehr zum Live-Favoriten.
Paula
Dass Paula nicht nur Popmusik mit Köpfchen machen, sondern auch sonst ziemlich smart sind, bewies an diesem Abend übrigens auch die Kleiderordnung: Die Band war nämlich komplett mit Badelatschen an den Füßen angetreten - bis auf Berend, der vermutlich beim Schlagzeugspielen nicht auf festes Schuhwerk verzichten wollte. Weil das allerdings hitzebedingt dennoch nicht ganz ausreichte, meinte Elke irgendwann: "Ich glaube, wir machen uns gleich alle auf der Bühne nackig", nur um die Hoffnungen des (männlichen Teils des) Publikums mit dem Nachsatz "außer mir" sofort wieder zu zerstören. Immerhin entledigte sich zumindest Berend wirklich seines Hemdes, und als dann bei den frenetisch gefeierten Zugaben die Plastic-Bertrand-Coverversion "Ca Plane Pour Moi" auf dem Programm stand (inklusive einer aberwitzigen Status-Quo-Showeinlage der drei mit Saiteninstrumenten bewaffneten Herren auf der Bühne), war klar: Paula mögen in erster Linie als Electro-Popper bekannt sein, aber als Rockband sind sie fast ebenso überzeugend wie als Pop-Combo. Und welche deutsche Band kann das außer den Berlinern schon von sich behaupten?
Surfempfehlung:
www.paula-musik.de
Text: -David Bluhm & Carsten Wohlfeld-
Fotos: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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