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Sportfreunde machen glücklich

Sportfreunde Stiller

Stuttgart, Was'n Stage - Dinckelacker Musikarena
06.07.2003
Sportfreunde Stiller
Natürlich konnte man auch im letzten Herbst jede Menge Spaß mit den Sportfreunden haben, trotzdem konnte man sich - gerade rückblickend - manchmal des Eindrucks nicht erwehren, dass die drei an manchen Abenden nicht viel mehr taten, als gekonnt, aber routiniert ihr Programm abzuspulen. Die Lieder waren die gleichen, die Arrangements waren die gleichen, ein bisschen Publikumsanimation hier, ein paar Sprüche über Fußball da. Dass zeitgleich die Altersschere (die Band wird zwangsläufig immer älter, die Fans immer jünger) immer weiter auseinander ging und die neue Single (zum "Soloalbum"-Film) die schwächste der drei Sportler war, stimmte ebenfalls auch nachdenklich, doch mit dem Auftritt in Stuttgart konnten die Sportfreunde alle möglichen Bedenken bezüglich ihrer Zukunft in 90 schweißtreibenden Minuten wegwischen.
Da kam zum Beispiel Peter zu Beginn der Show alleine auf die Bühne des gigantisch großen, aber dennoch gut gefüllten Zeltes, wünschte einen guten Abend und legte solo mit "Wunderbaren Jahren" los, bis dann bei der letzten Strophe Rüde und Flo auf die Bühne gestürmt kamen und der Song zu dritt zu Ende gebracht wurde. Was für eine Wohltat, den Song in einem neuen Arrangement zu hören zu bekommen, noch dazu in einem so gelungenen. Weiter ging es gleich mit "International" und "Komm Schon" - Auftakt für die beste und vor allem am besten abgestimmte Setlist, die wir von den Sportfreunden je gehört haben. Der neue Kracher "Laut anhören" lief schon früh am Abend und hat sich - nach den keinesfalls schlechten Versionen letzten Herbst - inzwischen auch zu einer echten Hymne entwickelt, inklusive eines witzigen Metallica-Breaks. Überhaupt waren es auf der Bad Cannstatter Was'n vor allem die kleinen Nuancen, die selbst oft gespielten bzw. gehörten Songs ein ganz neues Leben einhauchten. Manches davon mögen glückliche Unfälle gewesen sein (der Sequencer entwickelte an diesem Abend ungewohnte Eigendynamik), vieles dagegen vermutlich gut überlegt. Apropos Unfall: Nachdem die Sportfreunde unlängst nach einem schweren Sturz von Flo einige Konzerte ausfallen lassen mussten, war man an diesem Abend fast geneigt zu sagen: So schlimm wäre es gar nicht, wenn die anderen zwei auch mal irgendwo runterfallen (nicht, dass wir ihnen Böses wollten!), denn so gut wie an diesem Abend haben wir Herrn Weber noch nie Schlagzeug spielen hören. Heimlich geübt, Herr Weber?
Das einzige Manko an diesem Abend war das Zelt, in dem trotz erträglicher Außentemperaturen eine Bullenhitze herrschte, die schon früh das Wasser von der Decke tropfen ließ. Allerdings sorgte die "Dinckelacker Musikarena" immerhin dafür, dass Peters Schwenk zum Thema Fußball absolut reibungslos verlief, wurde doch der VfB Stuttgart früher von der Brauerei gesponsort (wenngleich da nicht wenige der Zuschauer wohl noch im Kindergarten bzw. ein Wunschdenken ihrer Eltern waren), und ließ sich doch die Champions-League-Teilnahme "seines" FC Bayern geschickt mit dem Vizemeister-Titel des Stuttgarter Fußballclubs verbinden. Nachdem die drei mit "Einmal Mond und zurück" euren Korrespondenten und mit "Das Kompliment" die versammelte Meute glücklich gemacht hatten, gab's bei den Zugaben sogar noch ein brandneues Stück, eine feine Power-Ballade, die es locker mit "Fast wie von selbst" aufnehmen kann, bevor danach der Mega-Singalong bei "Wellenreiten" bewies, dass man auch von Surfen Ahnung haben kann, wenn man nur den Neckar vor der Haustür hat. Für die finale Zugabe durfte man dann die drei Sportler wegen der unmenschlichen Hitze mit nacktem Oberkörper bewundern, obwohl sie sich, wie Peter entschuldigend bemerkte, eigentlich geschworen hatten, nie ohne Hemd oder Shirt auf der Bühne zu stehen. Das passte aber gut zum gesamten Konzert: An diesem Abend konnte man die Sportfreunde nämlich wirklich mit ganz neuen Augen sehen.

Zuvor hatten übrigens noch die Donots aus Ibbenbüren (das liegt vermutlich in der Nähe von Los Angeles) gespielt. Angekündigt als Co-Headliner, waren sie an diesem Abend dennoch nicht mehr als die Vorgruppe. Wie heißt es so schön auf den neuen Sportfreunde-T-Shirts? (Sport)freunde machen glücklich!

Surfempfehlung:
www.sportfreunde-stiller.de
Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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