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Really fucking "on"

Rilo Kiley

Köln, Gebäude 9
15.09.2003

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Rilo Kiley
"Ich hätte gedacht, es kommen heute nur zehn Leute - und zwar die zehn, die ich hier hinbeordert habe", wunderte sich ein Kollege von der schreibenden Zunft vor dem Konzert. Richtig voll wurde es an diesem Montagabend im Gebäude 9 nicht, trotzdem war die Zahl der Zuschauer wesentlich näher an der 100 als an der 10. Und diese durften nach leider nur einer Stunde in der Gewissheit nach Hause gehen, eine der besten Indierock-Bands gesehen zu haben, die Amerika uns derzeit zu bieten hat. Schon im Sommer 2002 empfahl uns Nada Surfs Matthew Caws die Band wärmstens, und spätestens jetzt wissen wir auch, warum.
Live sind die liebenswerte kleine Powerfrau Jenny Lewis und ihre Gang nämlich noch um einiges besser als auf ihren keinesfalls schlechten Alben, dem in Deutschland schwer zu bekommenden Debüt "Take-Offs And Landings" und ihrem aktuellen kleinen Meisterwerk, dem in Nebraska aufgenommenen "The Execution Of All Things". Nachdem Rilo Kiley gleich zu Beginn von der Technik im Stich gelassen wurden, haderten sie nicht lange mit dem Schicksal, verzichteten auf das geplante sphärische Intro und legten sofort mit dem hymnischen Titelsong der neuen Platte los. Danach zeigte sich Gitarrist Blake Sennett ob des begeisterten Publikums überrascht. Dies sei ja, nach einem Auftritt tags zuvor in München, gerade einmal die zweite Show in Deutschland, und sie hätten nicht gedacht, dass überhaupt jemand da sei... Die Anwesenden wurden für ihr Erscheinen vor allem mit Songs des zweiten Albums belohnt, die allesamt live (noch) überzeugender klangen als auf Platte. Und obwohl das Quartett aus Los Angeles im Studio eine ganze Armada von Effekten benutzt (einige der Bandmitglieder sind zudem große Pink-Floyd-Fans), gelang es der Band, den Sound der Platte auch livehaftig umzusetzen, ohne zu mogeln und auf Backingtapes zurückzugreifen. Besonders gelungen die Songs des damals in den eigenen vier Wänden entstandenen Debüts. "Pictures Of Success" beispielsweise kam nicht nur druckvoller, sondern arrangementtechnisch auch wesentlich ausgereifter daher und wurde so zum unerwarteten Höhepunkt des ganzen Abends. Dass die Band sehr genau um ihre Stärken weiß, zeigten aber nicht nur die behutsam überarbeiteten alten Songs. Als die vier mitten im Set mit der Lautstärke ihrer Mikros Probleme hatten, meinte Blake grinsend: "Mach Jennys Mikro schön laut, ihre Stimme ist das Beste, was wir haben!"
Nachdem sie mit den großartigen Songs "A Better Son/Daughter" und "With Arms Outstreched" bewiesen hatten, dass sie auch gut mal einen Gang zurückschalten können, ließen sie es zum Schluss noch einmal richtig krachen: "Spectacular Views" wurde vielleicht etwas zu breit ausgewalzt, aber auch wenn der experimentelle Mittelteil unnötig lang erschien - was für ein großartiger Song, bei dem Lautstärke, Melodie und Leidenschaft sich perfekt ergänzten! Kein Wunder, dass die Band danach für eine Zugabe auf die Bühne zurückgeholt wurde ("Wir hätten gar nicht gedacht, dass wir uns das verdienen", meinte Blake schelmisch), und so gab's als Rausschmeißer noch eine niedliche Duo-Version von "Bulletproof" mit Blake an der Gitarre und Jenny am Casio-Keyboard. Wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen!

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Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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