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Cryin' Time mit: Jeb Loy Nichols

Jeb Loy Nichols

Köln, MTC
17.10.2000
Wer im Moment Kritiken zu Jeb Loy Nichols aktuellem Album liest, wird immer wieder auf Vergleiche zu Helden wie Al Green, Peter Tosh, Merle Haggard oder sogar Marvin Gaye stoßen und sich vielleicht wundern. So gut kann schließlich ein Mann alleine gar nicht sein, schon gar nicht, wenn er so unbekannt ist wie Jeb Loy. Oder? Doch, er kann, wie Nichols mit seiner ausgezeichneten, wenngleich manchmal fast ein bisschen übereifrigen Band vor einem - wohlwollend ausgedrückt - "handverlesenen" Publikum in Köln unter Beweis stellte.
Soul, Folk, Country, HipHop, Reggae - Jeb Loy verbindet alles spielend und bringt trotz des Stylehoppings alle Songs äußerst überzeugend und authentisch rüber. Und diejenigen, die bisher nur Nichols phantastisches neues Album "Just What Time Is It?" (Ryko/Zomba) kannten, durften staunen. Denn die Songs à la "Sugarcreek" aus seiner derzeit vergriffenen ersten Soloplatte "Lover's Knot" oder "As The Rain" vom "Good Will Hunting"-Soundtrack und erst recht die Rückgriffe auf seine Zeit mit der Kultband Fellow Travellers standen den neuen Stücken in nichts nach.

Doch bekanntlich gehört zu einem wirklich guten Konzert mehr als nur gute Musik. Das weiß auch Jeb Loy und erzählte deshalb zwischen den Songs immer wieder kleine amüsante Anekdoten, von den Aufnahmen in Jamaika ("der entspannteste Platz, an dem ich je war, ich denke, das kann man der Musik auch anhören") oder von seinem Vater, der jedes Mal, wenn ihm sein Sohn sein neues Album geschickt hatte, den gleichen Satz sagte: "Ein bisschen wenig Country, aber ansonsten sehr nett!" Ein Ritual, dass sich übrigens beim neuen Album nicht wiederholte, wie der Mann aus Missouri verschmitzt erklärte: "Es war wirklich das allererste Mal, dass er das nicht gesagt hat. Diesmal meinte er: 'Eine sehr nette Platte...aber immer noch ein bisschen wenig Country!'" Die einzige Coverversion des Abends widmete er dann folgerichtig auch seinem Vater, der ob der wunderschönen Soloversion des Country-Tränenschockers "Cryin' Time" von Buck Owens ohne Zweifel stolz auf seinen Sohn gewesen wäre. Dass die derzeit schwer angesagte und außerdem wirklich geniale Single-Hymne "Heaven Right Here" auch nicht fehlen durfte, war ebenso klar wie willkommen.

Als Zugabe erfüllte Jeb Loy dann sogar noch einen Wunsch aus dem Publikum und spielte nach dem augenzwinkernd-melancholischen "A Few Good Times" noch einen weiteren verlorenen Klassiker der Fellow Travellers, "Just A Visitor". Alles in allem ein tolles Konzert, das ohne große Gesten auskam und am Ende bewies, dass es nicht viel mehr braucht als gute Songs und ein bisschen Sonne im Herzen, um das Publikum glücklich zu machen.

Text: -Carsten Wohlfeld-



 
 

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