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Konzert-Bericht
 
Beyond Ruhrgebiet

The Other Side Of Country Festival

Düsseldorf, FFT Kammerspiele
24.01.2004
Hack Mack Jackson
In London gibt es seit Jahren eine Konzertreihe namens "Beyond Nashville", bei der Künstler wie Giant Sand, Vic Chesnutt, Lambchop oder auch Evan Dando unter Beweis stellen, dass es eine andere Seite des Country gibt. Jenseits von Hank Snow und Dave Dudley, aber eben auch jenseits von Hank Williams und den Stanley Brothers. In Düsseldorf sorgten die Kollegen von Triggerfish dafür, dass man sich den Weg in die britische Metropole schenken konnte und organisierten ihr eigenes "The Other Side Of Country"-Festival, bei dem es neben Aufnahmen von Hank Williams auf der Leinwand und einer Tonband-Endlosschleife mit der Biographie des Country-Pionieres auf den Toiletten auch live auf der Bühne des großen Saales des FFT und im Foyer einiges zu erleben gab. Den livemusikalischen Anfang machten die "local heroes" Hack Mack Jackson, die in ihrer charmant raubeinigen Art gleich in die Vollen gingen und unterstrichen, dass die Distanz zwischen The Cramps und Johnny Cash nicht nur im Alphabet nicht besonders groß ist. Als wollten sie besonderen Wert darauf legen, dem Titel der Veranstaltung gerecht zu werden, kamen sie an diesem Abend - trotz des Einsatzes von Cowboyhut und Waschbrett - nur bei den "Balladen" im Mittelteil countryesk daher und wussten ansonsten mit ihrem ungefilterten Swamp Rock zu begeistern. Eine schweißtreibende Angelegenheit war es allemal, so schweißtreibend sogar, dass die Musiker nach gut zwei Dritteln die Getränke ausgingen und sie nach neuen verlangten: "Aber kein Beck's Gold - das ist nix für Rocker!"
Sons Of Jim Wayne
Anschließend ging es im Theatersaal mit einem großartigen Auftritt der Sons Of Jim Wayne weiter. Die hatten sich dem Anlass entsprechend in ihre besten (schwarzen) Anzüge geworfen und sahen auf der geschickt ausgeleuchteten großen Bühne, auf der sich außer vier Saiteninstrumenten und den beiden Protagonisten nichts befand, ziemlich cool aus. Dass Stefan Kullik dem begeisterten Publikum nach jedem zweiten Song mitteilte, wie gut er sich an diesem Abend fühlte, wäre gar nicht nötig gewesen - man konnte es den beiden ansehen. Technisch perfekt war der Auftritt nicht, aber das ging trotzdem völlig in Ordnung, denn die Fehler passierten alle aus dem Überschwang der Begeisterung heraus und wurden allein schon dadurch wettgemacht, dass Kullik und sein Partner Bernd Uebelhöde sich zwischen den Songs mit netten Anekdoten (nicht zuletzt zu den Super-8-Filmen der Familie Kullik, die den Backdrop auf der Großleinwand bildeten) gekonnt die Bälle zuspielten. Songtechnisch gab's dazu eine ziemlich perfekte Setlist mit vielen, vielen Highlights.
Bill Collins Texas Feuerzauber
Egal, ob das eindringliche "Ghost Of War" oder das anscheinend bei jeder Show besser klingende "You Were Gone" ("unser Schlüpferstürmer", wie Kullik lachend anmerkte) oder unveröffentlichte Stücke wie "Comes A Tear" - an diesem Abend hieß das Motto: All killer, no filler! "Postcard From Hell" hat beste Chancen, "Rock N Roll Star" als "Radiohit" abzulösen, und mit dem vom ehemaligen Swingtett-Kollegen Thomas Strauss geschriebenen "Windows" und dem wunderschön betitelten "Best Make Up Is A Smile" (dem Titelsong der im April herauskommenden neuen LP) offenbarten sie stärker als je zuvor folkige Züge, bevor sie mit einer Highspeedversion von "Satan Your Kingdom Must Come Down" das reguläre Programm beendeten. Großartig!

Im Foyer ließen danach die drei Herren von Bill Collins Texas Feuerzauber im Schein des (elektrischen) Lagerfeuers weit nach Mitternacht den Abend mit gekonnten Country-Covers ausklingen. Eine Veranstaltung, die nach einer Wiederholung bzw. Fortsetzung verlangt!

Weitere Konzertfotos!

Surfempfehlung:
www.sonsofjimwayne.com
www.jacksonrock.de
Text: -Carsten Wohlfeld-
Fotos: -Triggerfish.de-


 
 

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