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Fink

Essen, Grend
12.02.2004

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Fink
Dass Fink seit Jahren zu den besten deutsch(sprachig)en Bands gehören, wissen nicht nur die Leser dieser Seiten schon seit längerem. Ebenso dürfte es kein Geheimnis sein, dass das aktuelle "Haiku Ambulanz" nicht nur das ungewöhnlichste, sondern wohl auch das bisher beste Werk der Hanseaten ist. Nachdem sie im Herbst mit einem sensationellen Konzert in Köln Station gemacht hatten, war es für Nils Koppruch und die Seinen nun keinerlei Problem, auch an einem Donnerstagabend in Essen für ein volles Haus zu sorgen. Was, wenn man sich die Livemusik-Szene im Ruhrgebiet derzeit anschaut, schon ein Kunststück für sich ist.
Der postmoderne Touch des neuen Albums wurde live zugunsten ehrlicher, handgemachter Musik etwas in den Hintergrund gedrängt, ohne dabei den Songs zu schaden. Statt stumpfer Imitationen der Albumversionen gab es behutsam und sorgsam ausgearbeitete Neuinterpretationen alter und neuer Songs, die in einer gerechten Welt schon längst an der Spitze der Verkaufscharts stehen würden. Das Live-Album "Letzter September" in der Return-To-Sender-Reihe ist kaum zwei Jahre alt, aber der der Unterschied zwischen der Platte und dem Konzert im Grend hätte größer kaum sein können. Erfreulich auch, dass die zwei Missouris Oliver Stangl an der Pedal-Steel und Red an Gitarre und Casio-Keyboard trotz anstehender eigener Tour wieder mit von der Partie waren und den harten Fink-Kern ein weiteres Mal wirkungsvoll unterstützten. Mit welcher Eleganz und Leichtigkeit Fink inzwischen sämtliche Klischees vermeiden, mit denen hiesige Bands, deren musikalische Wurzeln hörbar jenseits des großen Teiches liegen, zu kämpfen haben, ist wahrlich meisterhaft.
Zum Dank strömen deshalb inzwischen nicht mehr nur jene Menschen zu Fink-Konzerten, die den Mailorder-Katalog von Glitterhouse unter dem Kopfkissen liegen haben, sondern ein ähnlich breit gestreutes Publikum wie zum Beispiel auch bei Calexico. Der Vergleich mit der Combo von Joe Burns und John Convertino hinkt zwar ein wenig, dennoch verbindet Fink mit den Amerikanern vor allem eines: Bei beiden Bands hat alles, was sie anfassen, Charakter und Format. Und so gab es an dem Auftritt im Grend auch rein gar nichts auszusetzen, außer vielleicht, dass das großartige "Herz aus Holz" etwas zu früh im Set "verschleudert" wurde. Allerdings unterstreicht die Tatsache, dass sich Fink diese, ihre vielleicht beste Nummer, eben nicht für die Zugaben aufsparten, letztendlich nur noch die Größe dieser Band. Hoffentlich kommen sie bald wieder in die (musikalische) Provinz!

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Surfempfehlung:
www.finkmusik.de
Text: -Simon Mahler-
Foto: -Simon Mahler-


 
 

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