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Konzert-Bericht
 
Unnötige Härte

Mando Diao

Münster, Gleis 22
13.03.2004

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Mando Diao
Nein, die große Hype-Maschinerie musste die Plattenfirma der schwedischen Senkrechtstarter Mando Diao gar nicht erst anwerfen. Schon vor der Deutschland-Veröffentlichung ihres ersten Albums "Bring 'Em In" vor zwei Wochen hatte sich die Kunde vom neuen schwedischen Exportschlager wie ein Lauffeuer verbreitet und dafür gesorgt, dass die erste ausgiebige Gastspielreise des nordischen Quintetts hierzulande in ausverkauften Sälen stattfand. Dabei hinterließ der Auftritt im rappelvollen Gleis 22 durchaus gemischte Gefühle: Musikalisch konnten Mando Diao den Wirbel, der derzeit um sie herrscht, nicht wirklich rechtfertigen, das überwiegend junge, feierwillige Publikum war allerdings völlig aus dem Häuschen, und nicht wenige sprachen danach von einem außergewöhnlichen Erlebnis.
Eines war in der Tat außergewöhnlich: Die kleinen Mädchen und die dazugehörigen Bengels in den feschen Retroklamotten vor der Bühne schubsten sich wirklich vom ersten bis zum letzten Ton ekstatisch durch die Gegend und brachten dabei die Boxentürme rechts und links der Bühne gleich mehrfach bedrohlich ins Wanken. So etwas hatte euer Korrespondent außer bei Rage Against The Machine auch noch nicht erlebt. Dass der Livesound der Band einfach nur miserabel war (mit viel zu viel Bass und einer kaum hörbaren Orgel war niemandem geholfen) und kaum ein Song an die tollen Originale des Debütalbums heranreichte, geschweige denn besser war, wurde von der wilden Meute wohl kaum wahrgenommen. Echte musikalische Highlights waren - wenn man zuhörte, statt zu hopsen - leider eher rar gesät. "To China With Love" und das sensationelle Intro zum treffend als finaler Song gespielten "The Band" stachen aus dem Soundbrei heraus, aber die durchaus filigranen Seiten der Band, die von sich selbst sagt, sie bediene sich - wo es nur geht - immer wieder gerne bei den Beatles, wurden an diesem Abend leider einer unnötig hohen Lautstärke geopfert. Dass das Konzert inklusive zweier Zugaben nach rund 45 Minuten schon zu Ende war, entsprach dabei nur der Kondition der Protagonisten: Abgesehen von einer brandneuen Ballade (der einzigen Verschnaufpause des gesamten Sets, die Sänger Gustaf mit einer unangebrachten Attacke auf Neil Young verband) verließen sich Mando Diao auf die Songs ihres ersten Albums und damit auf ein recht überschaubares Programm, und das schweißgebadete Publikum hatte offensichtlich auch genug, als fast sämtliche Songs des Erstlings durch die Boxen gedonnert waren. Damit musste man unter dem Strich zufrieden sein und konnte es irgendwie auch, wenngleich das Album nahe gelegt hatte, dass man von Mando Diao etwas mehr erwarten durfte als "nur" eine solide Rock N Roll-Show der gehobenen Mittelklasse.

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Surfempfehlung:
www.mando-diao.com
Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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