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Konzert-Bericht
 
Ein Abend mit Gitarre

Nova
Subterfuge/ Phoebus

Essen, Grend
09.12.2000
Subterfuge
Es soll ja Menschen geben, die meinen, der Gitarren-Indie-Rock im klassischen Sinne sei tot. All jenen wäre dringend zu empfehlen gewesen, am 09.12. in Essen aufzulaufen, denn dort haben drei eigentlich recht unterschiedliche Bands das gesamte Spektrum des Indie-Universums abgedeckt und für einen wirklich sehr runden Abend im gut gefüllten Grend gesorgt.
Phoebus
Den Anfang machten Phoebus aus Essen, die einmal mehr bewiesen, dass ihr keineswegs schlechter erster Tonträger "Morning Star" nur der Auftakt war. Der Auftakt für eine Band, die noch Großes erreichen kann, wenn sie vielleicht ein bisschen mehr Genauigkeit in ihre Musik bringt. Und zwar nicht im technischen, sondern im stilistischen Sinne. Denn die vier waren eigentlich immer genau dann am besten, wenn sie in den langen Instrumentalpassagen ihrer Songs (à la "Fireworks") nach vorne spielten, Gitarrist Oliver Gerbrandt möglichst viel Freiraum gönnten und mehr die Einflüsse von Mogwai oder Godspeed You Black Emperor! durchscheinen ließen. Die eher 80er angehauchten Stücke fielen im Vergleich dazu etwas ab, ohne damit grundsätzlich die Relevanz von Galaxie 500 als Inspirationsquelle in Frage stellen zu wollen.

Die Düsseldorfer Subterfuge haben bekanntlich auch schon ein paar Runden um den Block gedreht, und ähnlich wie ihr ausgezeichnetes neues Album "I Do Birds" konnte auch ihr Auftritt in Essen durch Facettenreichtum überzeugen. Neben den gewohnten "Punkrocksongs" à la "Slatter And His Dog" (Lemonheads oder Smudge lassen grüßen) gibt es auf dem neuen Album immerhin mit dem Titelstück einen fast countryesken Song und jede Menge kuschelweicher Balladen, die live einen sehr angenehmen Kontrast zu den bekanntermaßen sehr britisch gefärbten Rocksongs bildeten und auf der Bühne noch überzeugender klangen als auf dem Album. Und dass man Subterfuge für ihre ebenso altbekannte wie großartige Coverversion des REO-Speedwagon-Classics "Keep On Loving You" nur lieben kann, ist eh klar.

Setlist Nova
Dass das junge süddeutsche Quartett Nova nach diesen zwei ausgezeichneten "Supportacts" noch einen draufsetzen konnte, war ebenso überraschend wie willkommen. Ganz in vorweihnachtliche Stimmung versunken begann die vielleicht beste deutsche Rockband seit Readymade und Slut mit ein paar semiakustischen Nummern, die aber trotzdem gleich mit "For Grandaddy" hörbar machten, warum dem Vierer eine gewisse Nähe zu den US-Helden Weezer nachgesagt wird. Und dass die "Into The Great Wide Open"-Coverversion von Tom Petty & The Heartbreakers allererste Sahne war, versteht sich von selbst. Richtig spannend (und laut) wurde es aber erst, als dann die Stromgitarren zum vollen Einsatz kamen und die Band bewies, dass sie nicht nur hervorragende Songs, sondern auch ein ausgeprägtes Gespür für eine gute, wenngleich unspektakuläre Show hat. Fast könnte man meinen, die Jungs machten seit Jahren nichts anderes, als allabendlich auf der Bühne zu rocken. "Christmas Cracker" war das amüsante Highlight einer vor Energie übersprühenden 60-Minuten Show, die zu guter Letzt mit der Zugabe "As Long" auch noch einmal die Vergleiche zu Radiohead heraufbeschwor. Nova haben sicherlich den Rock nicht neu erfunden, wissen aber ganz genau, was sie wollen, und setzen ihre Ideen perfekt um. Respekt!
Surfempfehlung:
www.nova-music.com
www.subterfuge.de
www.phantompower.de/phoebus/index.html
Text: -Carsten Wohlfeld-
Fotos: -Pressefreigaben-


 
 

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