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Konzert-Bericht
 
Haldern Pop mit Dach

Hal
Under Byen

Rees-Haldern, Gasthof Tepferdt
12.05.2004

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Hal
Anfang August ist es wieder so weit. Getreu dem Leitsatz "Die Zukunft ist klein" steigt wieder das Haldern Pop Festival: Große Musik im kleinen Kreis. Paul Weller, The Divine Comedy (mit 20-Personen-Orchester!), Starsailor, Kings Of Leon und dEUS heißen die Zugpferde dieses Jahr, und Mitte Mai wurde in der niederrheinischen Provinz das Festival im Rahmen einer Pressekonferenz angekündigt, das Festival-eigene Label Haldern Pop Recordings offiziell aus der Taufe gehoben und auch musikalisch ein Ausblick auf Haldern 2004 geworfen.
Die irischen Newcomer Hal, neuestes Signing von Rough Trade in England, absolvierten zwei Wochen vor der Veröffentlichung ihrer Debütsingle "Worry About The Wind" ihr erstes Konzert auf dem europäischen Festland und entpuppten sich dabei nicht nur als heimliche Headliner beim Minifestival im Saal, sondern auch als sympathische Vertreter des Retro-Pop. Hörbar ausgestattet mit großartigen Plattensammlungen, in denen The Beach Boys und The Zombies ohne jeden Zweifel vertreten sind (nicht nur, weil Drummer Brian Murphy ein Brian Wilson "Smile" T-Shirt trug), übertrieben es die vier bisweilen etwas mit ihrer offen zur Schau getragenen Vorliebe für die beste aller Pop-Dekaden, dennoch ist der Band mit dem aus "2001 - Odyssee im Weltall" entliehenen Namen das Gespür für ohrwurmige Melodien nicht abzusprechen. Schön auch, dass sie, anders als viele Kollegen aus dem Retro-Lager, das Hauptaugenmerk nicht auf Härte, sondern auf Soul legten und dass so vor allem die balladesken Songs wie "Keep Love As Your Good Rule" trotz eines Hangs zu manchmal etwas simplen Texten zu den Highlights zählten.
Die Debütveröffentlichung des Haldern-Pop-Labels stammt von den Dänen Under Byen, die schon letztes Jahr beim sommerlichen Open Air am Niederrhein das Publikum mit ihrem atmosphärischen Sound und dem elfenhaften Charme von Sängerin Henriette Sennenvaldt betört hatten. Das taten sie auch an diesem Abend im Gasthof Tepferdt und bewiesen - sozusagen als Afterhour-Band - nicht nur, dass die teilweise geradezu hymnischen Kritiken, die der unlängst veröffentlichte Mitschnitt ihrer letztjährigen Festival-Performance ausgelöst hat, nicht von ungefähr kommen, sondern auch, dass anspruchsvolle Popmusik manchmal eben wirklich nur eine singende Säge oder Geige und Cello, aber eben keine Gitarre braucht. Ein feiner Auftritt und ein schöner Reminder, dass es in Haldern musikalisch immer etwas zu entdecken gab und gibt. Der nächste Beweis steht am 6. und 7. August an!

BACKSTAGE WITH: HAL

"Worry About The Wind" heißt die Debütsingle der vier Iren, die am 24. Mai 2004 auf dem Rough-Trade-Label erscheint. Vor ihrem Showcase in Haldern hatte Gaesteliste.de die Chance zu einem kurzen Gespräch mit Sänger und Gitarrist Dave Allen. GL.de: Für eure ersten Auftritte außerhalb von England und Irland seid ihr einmal nach Texas für SXSW und nun nach Deutschland eingeflogen worden - so beginnt das internationale Jet-Set-Leben, oder?

Dave Allen: "Ja! Wir fühlen uns ein bisschen wie Simon Templar in 'The Saint', der vielen diesen Orten - wie jetzt wir in Texas, Haldern, London - auftaucht! Es scheint wirklich so zu sein, dass die Dinge für unsere Band in Rollen kommen!"

GL.de: Lauft ihr schreiend davon, wenn wir das Wort "Retro" in den Mund nehmen?

Dave Allen: "Nee, damit können wir gut leben! Kein Problem. All die Musik, die wir gerne hören, ist nun einmal aus den 60ern und 70ern. Wir sind noch nicht fertig damit, die Musik aus dieser Zeit zu entdecken. Damals gab es einfach zu viele gute Sachen!"

GL.de: Aber das bezieht sich nur auf die Musik, oder?

Dave Allen: "Ja. Es ist ziemlich schwer, heute noch als Hippie durchzukommen!"

GL.de: Ist eure irische Herkunft ein Vorteil, oder könntet ihr euch auch vorstellen, in London zu leben?

Dave Allen: "Wir sehen es schon als Vorteil, ein wenig abseits der Londoner Szene zu stehen. Damit hast du eher die Freiheit, das zu tun, was du wirklich willst, dein Augenmerk liegt mehr auf deiner eigenen Karriere, und du schielst nicht immer danach, was um dich herum passiert. Nach London würden wir nur gehen, wenn unsere Karriere wirklich wie eine Rakete abhebt. Wir leben etwas außerhalb von Dublin, in fünf Minuten bist du auf dem Land und das ist sehr schön. In London wäre der Hyde Park vermutlich der einzige Ort, an dem man etwas Ruhe finden könnte."


GL.de: In Irland gibt es ja The Thrills, aber gibt es sonst noch Bands, die sich wie ihr den 60ern verschrieben haben. Gibt es etwas, das man als 'Retro-Szene' bezeichnen könnte?

Dave Allen: "In Dublin gibt es wirklich nur The Thrills und uns, die sich offen zur Musik dieser Epoche bekennen. Allerdings haben wir ansonsten nicht viel mit ihnen gemeinsam. Wir hören zwar beide viel 60s-Musik, aber die Songs, die wir danach schreiben, sind Welten voneinander entfernt."

GL.de: Eure erste Single kommt in Kürze auf den deutschen Markt - was dürfen wir demnächst von eurem Debütalbum erwarten? Wird es "nur" eine Sammlung von einzelnen Songs?

Dave Allen: "Bei einem Album denke ich schon an eine Platte mit einem Anfang, einem Mittelteil und einem Ende. 'Worry About The Wind' wird auf jeden Fall darauf enthalten sein. Wir haben vier oder fünf Songs aufgenommen, aber wir überarbeiten sie ständig. Wenn wir morgen nach Hause gehen und uns die Aufnahmen noch mal anhören, will ich bestimmt den Gitarrenpart noch einmal verändern. Deshalb werden wir uns viel Zeit nehmen und erst noch zwei oder drei weitere Singles veröffentlichen, bevor das Album dann vermutlich im Januar oder Februar erscheinen wird!"

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Surfempfehlung:
www.halmusic.com
www.underbyen.dk
Text: -Simon Mahler-
Foto: -Simon Mahler-


 
 

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