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Konzert-Bericht
 
"Die zwei besten Wochen unseres Lebens"

The Waxwings
Jack Adaptor

Köln, Underground
21.05.2004

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Waxwings
Eine Tour klassischer Prägung: Zwei Bands, die sich vorher nicht persönlich kannten, weil die eine aus England und die andere aus Amerika stammt, fahren in einem Uralt-Bus zusammen durch Europa, spielen vor recht überschaubaren Menschenmengen, entdecken aber - trotz recht unterschiedlicher Musik - viele Gemeinsamkeiten und sind am vorletzten Tag der Tournee schon so gute Freunde, dass sie sogar ihre Interviews zusammen bestreiten. Ladies and gentlemen, would you please welcome Schnitzel Records Recording Artists - The Waxwings and Jack Adaptor.
Letztere sind eine moderne britische Soulband, deren Sänger zwar nicht singen kann wie Marvin Gaye und deren Gitarrist kein Steve Cropper ist, wie sie uns vor dem Auftritt gestanden, die aber trotzdem auf der ganzen Linie zu überzeugen wussten. Material für gleich drei Alben haben die zwei schon eingespielt, zwei dieser Platten sollen in Bälde bei Schnitzel Records erscheinen. Ihr Sound ist einerseits soulig amerikanisch, andererseits auch wieder urbritisch, und irgendwie scheinen sie schon eine Popband zu sein (ihre beste Nummer hieß dann auch "Pop Music"), allerdings eine angenehm ungeschliffene. Dass das Endergebnis so gut funktioniert, liegt vermutlich daran, dass Sänger / Texter Paul und Gitarrist / Songschreiber / Produzent Chris seit Jahren schon als Studiomusiker in London unterwegs sind und a) deshalb sehr genau wissen, was sie wollen und b) keine 21 mehr sind und damit weniger anfällig für die Verlockungen des Musikbusiness sind. Mit einem zusätzlichen Schlagzeuger, einem Bassisten und einer entzückenden Background-Sängerin im Schlepptau machten die Briten jedenfalls alles richtig und holten für "Natural Bling" auch noch Kevin von den Waxwings auf die Bühne, der zusammen mit seinem Kollegen Dominic auch noch ungefragt bei der letzten Nummer des Adaptor-Sets mit einstieg.
Während in Europa mit einiger Verspätung erst vor wenigen Wochen das an dieser Stelle zum Album der Woche gekürte Zweitwerk "Shadows Of The Waxwings" erschien, steht in den USA bereits die Veröffentlichung des dritten Albums des Detroiter Vierers, "Let's Make Our Descent", bevor. Folglich spielte die Band jede Menge neuer Nummern, deren Titel uns leider mangels Ansagen / schriftlich fixierter Setlist verborgen blieben. Auffällig war dagegen, wie gut die altbekannten - im Studio aufwändig und nicht selten mit vielen kleinen Gimmicks produzierten - Nummern auch in der klassischen Quartettbesetzung funktionierten. Hatte ihr aktuelles Album noch Vergleiche mit Brendan Benson inspiriert (der übrigens als Co-Produzent am kommenden neuen Werk beteiligt ist), waren auf der Bühne schon fast Parallelen zum viel gehypten Detroiter Garagenrock auszumachen. Am besten waren die Waxwings allerdings, wenn sie ihre Affinität zum British-Invasion-Sound der 60er in grandiosen Power-Pop-Songs wie "Clouded Over" voll ausspielten. Da ihre Songs aber nicht zuletzt ob ihres eklektischen Musikgeschmacks so voll gestopft mit Ideen sind, war es nicht verwunderlich, dass auch die emotionale Ballade "Almost All Day" zu den Highlights gehörte. Wohl nicht zuletzt auch deshalb, weil die Band sehr demokratisch ihre Songs gemeinsam schreibt und sich die Gitarristen Dean und Dominic auch noch beim Gesang abwechseln. Der Höhepunkt des Abends war allerdings einer alten Nummer vorbehalten. Als letzten Song (Zugaben gab es keine) spielten, nein, zelebrierten die Waxwings nämlich noch eine rund zehnminütige Version von "It Comes In Waves", dem epischen Schlussstück ihres Debüts "Low To The Ground", und diese Minioper, die eigentlich mindestens drei Songs in einem ist, war alleine schon das Eintrittsgeld doppelt wert. Zum Schluss bedankte sich die Band noch bei ihrer Vorgruppe und ihrem Tourmanager Florian "für die zwei besten Wochen unseres Lebens". Wir danken für einen tollen Auftritt!

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Surfempfehlung:
www.thewaxwings.com
Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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