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Konzert-Bericht
 
Musik aus Strom

The Notwist
Lali Puna/ Alias

Recklinghausen, Festspielhaus
31.05.2004

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The Notwist
Zum Abschluss des Konzertprogramms der diesjährigen Recklinghäuser Ruhrfestspiele stand noch ein ganz besonderer Leckerbissen auf dem Programm. Neben den derzeit zu Recht allseits gelobten Lali Puna, die mit "Faking The Books" eine wunderbare neue Platte abgeliefert haben, sollten The Notwist den womöglich letzten von gerade einmal zwei Europa-Auftritten in diesem Jahr absolvieren - wenngleich leider erst zu nachtschlafender Zeit, weil das Konzert erst starten konnte, als die Theateraufführungen auf den benachbarten Bühnen zu Ende waren.
Nachdem der amerikanische HipHopper Alias den vollelektronischen Anfang gemacht hatte und sich so mancher im Publikum nicht so recht für den Alleskönner des Anticon-Labels erwärmen konnte, obwohl doch Markus Acher persönlich auf dem letzten Alias-Album ein Liedchen geträllert hatte, brauchten auch Lali Puna etwas, um richtig warm zu werden. Natürlich verlangt ihre Musik zwischen Melancholie und Gelassenheit keine Rockshow der großen Gesten, doch während bei der Weilheimer Band auf Platte jede Note die pure Magie zu sein scheint, war die Band zumindest im ersten Drittel der Show in Recklinghausen einfach zu verhalten. Danach bewiesen sie dann streckenweise eindrucksvoll, warum sie seit Jahren als Wegbereiter der Indietronic-Bewegung gehandelt werden und ließen es gegen Ende sogar noch einmal richtig krachen. Nach dem Konzert stellte ein Besucher in Frage, dass ein Ein-Finger-Bass-spielender Markus Acher wirklich von nöten ist, aber zumindest harmoniegesangstechnisch brachte er Lali Puna schon nach vorne. Und die Zugabe mit rappendem Gaststar war auch sehr interessant.
The Notwist spielten danach dann ihre gesamte Routine aus - im positiven wie im negativen Sinne. Einerseits war es bewundernswert, mit welcher schlafwandlerischen Sicherheit die vier (bzw. fünf) auf der Bühne agierten und sich höchstens dann aus dem Konzept bringen ließen, wenn die Technik - sprich die "live" vom Plattenteller eingespielten Backings - versagten, andererseits schienen sie manchmal auch nicht mit ganzem Herzen bei der Sache zu sein und sich eher als Afterhours-Band für Lali Puna denn als die Headliner der Veranstaltung zu betrachten. So präsentierten die Weilheimer an diesem Abend auch nur einen vergleichsweise begrenzten Auszug aus ihrem ungemein abwechslungsreichen Repertoire. Von zwei Nummern (darunter das "Shrink"-Highlight "No Encores") abgesehen, gab es lediglich Songs des inzwischen auch mehr als zwei Jahre alten Meisterwerks "Neon Golden" zu hören. Die rockige Seite der Band blieb damit weitestgehend außen vor, Frickel-Pop war Trumpf an diesem Abend. So gab es eine sanfte Elektronikversion von "Trashing Days", und "Pilot" wurde zu einer Minioper in drei Teilen (mit Elektronik- Reggae- und Rockteil). Das war ob des mit flauschigen Plüschsesseln komplett bestuhlten Theatersaales sicherlich nicht die schlechteste Variante, und nachdem die Band den Tourzyklus zu "Neon Golden" vor fast zweieinhalb Jahren mit einer ähnlich angelegten Performance begonnen hatte (nur um auf weiteren Tourneen danach das Programm und die Arrangements mehrmals komplett umzukrempeln), machte es vermutlich auch Sinn, dass sich so nun der Kreis wieder schloss. Den erhofften Ausblick auf das, was wir von The Notwist in Zukunft zu erwarten haben, verwehrten sie uns an diesem Abend allerdings leider. So war es dann ein ohne Zweifel sehr, sehr guter Auftritt, der allerdings auch großartig hätte sein können.

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Surfempfehlung:
www.notwist.com
www.lalipuna.com
Text: -Simon Mahler-
Foto: -Simon Mahler-


 
 

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