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Mit Herz

The Von Bondies

Bonn, Rheinaue
03.07.2004
Von Bondies
Beim Rheinkultur-Festival, der Umsonst-und-draußen-Sause in der Bonner Rheinaue, hatte man auch 2004 wieder kräftig aufgefahren. Die Spandex-Rocker The Darkness gaben sich die Ehre, die spanischen Shootingstars Dover standen auf dem Programm, Britpop mit den Stereophonics wurde geboten und unsere Ingolstädter Lieblinge Slut spielten jede Menge ihrer "bayrischen Volksweisen" (O-Ton Sänger Chris) wie "Easy To Love", "No Time" oder "Time Is Not A Remedy" und ließen sich nur durch ihre "gute Erziehung und die bayrische Herkunft" davon abhalten, mit nacktem Oberkörper dem streckenweise erstaunlich guten Wetter Tribut zu zollen. Die Konsensband Wilco eröffnete ihr Konzert ausgerechnet mit dem streckenweise richtig kakophonischen "At Least That's What You Said", was ziemlich mutig war, aber beim mit Wilco nicht vertrauten Publikum zu einer Massenflucht führte, die selbst das sanfte "Handshake Drugs" gleich danach kaum aufhalten konnte. Allerdings war man auch gut beraten, nach wenigen Songs von Jeff Tweedy und seiner neuerdings zum imposanten Sextett erweiterten Band von der blauen zur roten Bühne hinüberzuwechseln, denn während die Auftritte von Wilco und Co. nächstes Wochenende - am 10.07.04, Wiederholung am 22.08.04 - im WDR-Rockpalast noch einmal über den Bildschirm flimmern, gab es auf der zweiten Bühne ein feines, nicht von den TV-Kameras eingefangenes, Konzert der Von Bondies zu erleben.
Und das, obwohl die Band anfangs alles andere als gut gelaunt schien. Sänger / Gitarrist Jason jedenfalls war offensichtlich überhaupt nicht glücklich darüber, dass bei den ersten Nummern mehrfach volle Bierbecher Richtung Bühne flogen, die nicht nur die im Sicherheitsgraben postierten Security-Männer duschten, sondern auch Jasons Monitoranlage und seine Schuhe durchnässten. Außerdem hatte der Ansager die Band auf niederschmetternd dämliche Weise angekündigt, wofür sich Jason umgehend "bedankte". Marcie hatte dagegen von Anfang an keinen Grund, griesgrämig zu sein, hatte sich doch ganz offensichtlich ihr Fanclub vor ihr rechts im Publikum postiert. Die Gitarristin nahm das amüsiert zur Kenntnis, warf erst ein paar Kusshändchen ins Publikum und ließ sich später sogar noch zu der Aussage "Isch libbe disch" hinreißen, was für den ein oder anderen Herzstillstand bei den männlichen Besuchern geführt haben dürfte. Jason wiederum fand diese Aussage "very cute", und mit der guten Laune kam dann auch die Spielfreude, nachdem die ersten Nummern, darunter ansonsten sichere Kracher wie "Pawn Shoppe Heart" und sogar "It Came From Japan", ziemlich verpufft waren. Und das, obwohl (oder weil?) die Band im Vergleich zum grandiosen Konzert in Köln vor acht Wochen die Setlist komplett umgekrempelt hatte. Aber kein Problem, dann mussten sie eben die Kohlen mit anderen Songs wie "Poison Ivy" oder "Fever" aus dem Feuer holen. Je näher die Band dem Ende ihres 50-Minuten-Auftritts kam, desto besser wurde sie. Warum ausgerechnet das auf Platte eher unscheinbare "No Regrets" den größten Crowdsurfer-Alarm auslöste, war zwar nicht ganz ersichtlich, die Begeisterung für "Shallow Grave" dafür nur umso verständlicher - der Song war ganz klar das Highlight der gesamten Veranstaltung.
Da machte es auch nichts, dass der Überhit "C'mon C'mon" schon mal besser geklungen hatte, denn mit dem Cover "Rock N Roll Nurse" und dem an diesem Abend durch und durch großartigen "Broken Man" gab es zwei 1A-Rausschmeißer. Vor letzteren beiden Nummern hatte Marcie zwar mit der Ansage "We got two more" gedroht, aber irgendwie waren die vier zu früh fertig, und so gab es noch die ausgewalzte Jamversion von "Take A Heart" als Zugabe, die in einer wilden Mitklatschorgie und einem Minisprachkurs (Jason ließ sich auf der Bühne die Übersetzung für "Heart" beibringen, denn nur wer Herz hat, hat auch Rhythmus. Oder so ähnlich.) gipfelte. Will meinen: Ob des etwas zähen Beginns sicherlich nicht der beste Von-Bondies-Auftritt in diesen Breiten, aber vermutlich trotzdem der Höhepunkt des diesjährigen Rheinkultur-Festes!
Surfempfehlung:
www.vonbondies.com
Text: -Simon Mahler-
Foto: -Melanie Nissen-


 
 

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