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Konzert-Bericht
 
Unrasiert, aber glücklich

Bernd Begemann und Die Befreiung

Essen, Grend
10.07.2004
Bernd Begemann & Die Befreiung
Zum dritten Mal innerhalb von drei Jahren war Bernd Begemann nun zu Gast im Essener Osten, und obwohl er dieses Mal sehr zur Enttäuschung einer jungen Dame nicht "Kein Glück im Osten" spielte, war es doch ohne Frage sein bester Auftritt im Grend. Die Frage nach dem Warum kann kurz und knapp mit drei Namen beantwortet werden: Ben Schadow, Kai Dohrenkamp und Achim Erz. Die sind gemeinsam die Befreiung und haben Bernd nicht nur geholfen, mit "Unsere Liebe ist ein Aufstand" seine beste Platte seit Menschengedenken aufzunehmen, sondern sorgen auch live für unglaublich viel Power und Dynamik, wovon selbst eine 1A-Power-Pop-Kapelle wie Angelika Express noch etwas abschauen könnte. Natürlich waren auch die Soloauftritte Begemanns in den letzten Jahren stets unterhaltsam, die Qualität der Konzerte mit der Befreiung aber erreichten sie nicht.
Bernd Begemann & Die Befreiung
Dieser Quantensprung in der Qualität zeigte sich schon einige Wochen vor dem Abstecher in den Ruhrpott, als die Befreiung bei der Maiwoche in Osnabrück schwer abräumte und dabei fast noch die zuvor aufgetretenen Astra Kid an die Wand spielte. Was nicht gerade einfach ist, vor allem, wenn man bedenkt, dass die Show in Osnabrück zu den Tiefpunkten der Tournee gezählt hatte, wie uns Keyboarder Dohrenkamp nach dem Essener Auftritt erzählte. Im Grend jedenfalls stimmte alles. Okay, vielleicht abgesehen davon, dass es nicht wirklich Sinn zu machen schien, dass der ansonsten immer auf ein adrettes Äußeres bedachte Begemann ausnahmsweise mal unrasiert auf die Bühne ging und trotzdem den Antwort-Song "Ich habe mich rasiert" brachte. Ansonsten aber war der Hamburger Entertainer großartig aufgelegt, machte Witze über die akademische Ausbildung seiner Bandkollegen, verwandelte sicher eine Vorlage aus dem Zuschauerraum, über die Sportfreunde Stiller herzuziehen (was er bereits in Osnabrück genüsslich getan hatte), und hatte auch sonst allen Grund, groß aufzudrehen: Das Publikum im restlos ausverkauften Grend war nämlich von der ersten Sekunde an voll auf seiner Seite, egal, ob er nun neue Songs oder Klassiker zum Besten gab.
Bernd Begemann & Die Befreiung
Selbst bei den Nummern, bei denen Begemann für gewöhnlich den "Mitmach-Teil" erklären muss, ging's dieses Mal ohne. Ob es nun daran lag, dass die Sommerferien in NRW kurz bevorstanden oder dass sich an diesem Abend mehr Diehard-Fans als sonst eingefunden hatten - bei einem Song wie "Judith mach deinen Abschluss" hat die Publikumsanimation selten zuvor so gut funktioniert. Das absolute Highlight der einmal mehr gut dreistündigen (!) Veranstaltung war allerdings die ausgewalzte Version von "Fernsehen mit deiner Schwester", mit Bassist Schadow als Eintänzer und Begemann in bester Geschichtenerzählerlaune. Die Version des Songs auf der Single-B-Seite des großartigen "Ich hab nichts erreicht außer dir" ist schon sehr, sehr gut, aber das hier war U.N.G.L.A.U.B.L.I.C.H. Genauso wie die Tatsache, dass die vier den Abend nach vielen Zugaben mit einer brachialen Coverversion beendeten: Bei "My Generation" von The Who hatte dann Drummer Erz auch die Chance, Kontakt mit seinem inneren Keith Moon aufzunehmen. Will meinen: Hier stand eine Band auf der Bühne, die Leben retten kann.
Surfempfehlung:
www.bernd-begemann.de
Text: -Carsten Wohlfeld-
Fotos: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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