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Kein Nostalgie

Patti Smith

Köln, E-Werk
17.07.2004
Patti Smith
Was für einen Unterschied zwei Jahre und ein neues Album doch machen können! Als Patti Smith im Sommer 2002 im Kölner E-Werk gastierte, beschränkte sie sich darauf, ein grandioses, aber mitunter nostalgisch angehauchtes Hit-Feuerwerk abzufeuern, bei dem von "Because The Night" über "Dancing Barefoot" und "Summer Cannibals" bis hin zu "Rock N Roll Nigger" nichts ausgelassen wurde. Bei ihrem neuerlichen Abstecher ins E-Werk dagegen präsentierte sich die fast 60-jährige Punk-Wegbereiterin nun - im Aufwind ihres überall schwer abgefeierten neuen Werkes "Trampin'" - als Künstlerin des Hier und Jetzt.
Das bewies schon die Tatsache, dass die Show mit brandneuen Songs begann, nämlich mit dem wunderbaren Gospel "Trampin'" (nur mit Klavierbegleitung) und dem Rocker "Stride Of The Mind". Dass auch viele alte Songs gespielt wurden, versteht sich von selbst, aber mit Ausnahme eines langen (und streckenweise etwas aus den Fugen geratenen) "Free Money", der obligatorischen Hymne "People Have The Power" und dem Rausschmeißer "Gloria" gab es keinerlei Hits, sondern nur Obskures und Raritäten. "Break It Up" zum Beispiel, rund 30 Jahre nach seiner Veröffentlichung letztes Jahr erstmals ins Programm gerutscht und - besonders beeindruckend - das ultraselten gespielte "Birdland", für das die ausgezeichnet aufgelegte Patti den Text aus ihrem "Lyrics"-Buch ablesen musste. Selbst "Seven Ways Of Going" gab es zu hören - nach einer Ode an den an diesem Tag vor 37 Jahren gestorbenen John Coltrane.
Noch erfreulicher als die Abstecher in die Vergangenheit war allerdings die Erkenntnis, dass die neuen Songs von "Trampin'" allesamt klassische Patti-Nummern sind, die sich nahtlos in die Classics einfügten. Das fast schon ohrwurmig zu nennende "Jubilee", das sanft-poppige "Cash" oder auch das als vertrackte Jam-Nummer beginnende und als perfektes Rock N Roll-Monster endende "Gandhi" fielen dabei besonders auf. Und deshalb war es auch ohne die Hits und dank einer traumhaft eingespielten Band ein typisches Patti-Konzert, bei dem die Politbotschaften ("We have to continue to be a thorn in the sides of our governments") ebenso wenig fehlen durften wie die niedlichen Geschichten (Patti hat allem Anschein nach ein Faible für kostenlose Hotelaccessoires) und diverse Songwidmungen (darunter "Peaceable Kingdom" für die Opfer der Brandkatastrophe in Indien). Ein mehr als schöner Abend!
Surfempfehlung:
www.pattismith.net
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www.kaapeli.fi/aiu/ps
Text: -Simon Mahler-
Foto: -Melodie McDaniel-


 
 

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