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Wir können nur laut!

Mouse On Mars

Mülheim/Ruhr, Ringlokschuppen
23.07.2004
Mouse On Mars
"Radical Connector" heißt das neue Album von Jan St. Werner und Andi Toma alias Mouse On Mars, das ab Ende August in den Regalen jedes gut sortierten Plattenladens stehen wird. Gut vier Wochen vor der Veröffentlichung machten die zwei allerdings schon mal einen Abstecher nach Mülheim, um zum Abschluss der Raum.Pfad-Expedition im Rahmen der RuhrTriennale im Ringlokschuppen zu spielen: Als Duo übrigens, also ohne Drummer Dodo. Es war ein Auftritt, der nur sehr bedingt erahnen ließ, dass die neue LP ein Popalbum ist, das keines sein will, der aber trotzdem - wie fast alles von Mouse On Mars - ebenso eigenständig wie beeindruckend war.
Nicht zuletzt deshalb, weil Mouse On Mars selbst in der knöpfchendrehenden, laptopbedienenden Duo-Kernbesetzung, die rein formal alle Klischees einer vollelektronischen Live-Performance erfüllte, streckenweise doch erstaunlich viel Rock N Roll-Feeling an den Tag legten. Gleich zu Beginn etwa, als Jan bei einer Art öffentlichem Soundcheck - die eine Hand am Laptop, die andere am Mikro - das Publikum auf den Auftritt einstimmte, indem er alles von einem Düsenjäger bis zu einem Perlhuhn (!) simulierte. Das sorgte für einige Heiterkeit im Publikum, doch weil's ja kein Sportfreunde-Stiller-Konzert war, hatte der Klamauk schon bald ein Ende, und Mouse On Mars machten das, was sie am besten können: Mouse On Mars sein und dabei Musik fabrizieren, die Kopf und Beine gleichermaßen anspricht. An diesem Abend gehörte dazu auch, zwischen den Tracks ein Klanginferno zu veranstalten, das selbst Krach-Spezialisten wie My Bloody Valentine oder Atari Teenage Riot neidisch gemacht hätte. Überhaupt feuerten die zwei ihre Tracks in einer infernalischen Lautstärke ab, die manchmal nur schwer zu ertragen war - und das, obwohl die Performance wirklich vom Feinsten war.
Fast hätten es Mouse On Mars schon während ihres regulären Sets geschafft, den Saal mit ihrem exzellenten Dezibel-Feuerwerk leer zu spielen, doch das zahlenmäßig eher überschaubare, aber dennoch begeisterte Publikum blieb standhaft. Zumindest bis zum abschließenden Gag des Duos: "Wir unterbrechen das Konzert nun, um uns hinter die Bühne zurückzuziehen", sagte Jan schelmisch-charmant, nur, um danach ein Feedback durch die Boxen zu jagen, das selbst Jimi Hendrix selig Angst gemacht hätte. Selbst die ganz Hartgesottenen flüchteten umgehend aus dem Saal, nicht ohne die Erkenntnis, dass Mouse On Mars ihrem Publikum immer noch mindestens einen Schritt voraus sind.
Surfempfehlung:
www.mouseonmars.com
www.sonig.com
Text: -Simon Mahler-
Foto: -Rosa Barba-


 
 

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