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Kick out the jams, motherfuckers!

Urge Overkill

Köln, Kantine
20.08.2004

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Urge Overkill
The Urge is back! Fast zehn Jahre nach ihrem letzten gemeinsamen Album machen Nash Kato und King Roeser nun endlich wieder gemeinsame Sache und besinnen sich dabei ihrer Oldskool-Wurzeln. Anstatt ein Comeback-Album aufzunehmen und danach auf die obligatorische Kurz-Tournee in Europa zu gehen, ist die Band derzeit gut fünf Wochen in Europa auf Tour, um sich und ihre alten wie neuen Fans auf das für's Frühjahr 2005 geplante Comeback-Album vorzubereiten.
Mit dabei hatten die beiden Bandgründer, die Urge Overkill 1985 in Chicago ins Leben riefen, den neuen Drummer Brian Quast (der dafür, dass er erst wenige Tage vor dem Start der Eurotour zur Band gestoßen war und in Köln sein erst sechstes Konzert bestritt, seine Sache ganz ausgezeichnet machte) und Bassist Mike Hodgkiss, der zwar die Lässigkeit mit Löffeln gefressen hat, aber trotzdem nur der drittcoolste Mann auf der Bühne war. Aber der Rock N Roll-Faktor von Kato und Roeser ist eben nur schwerlich zu übertreffen. Dass Urge Overkill auch große balladeske Momente haben, beweisen ihre Platten eindrucksvoll, doch Songs wie "Back On Me", "View Of The Rain" oder selbst "Somebody Else's Body" gab es in Köln dennoch nicht zu hören. Stattdessen brannten die vier ein 1A Rockfeuerwerk ab ("Kick out the jams, motherfuckers" hatte Roeser beim Interview vor dem Konzert als Motto für den Abend ausgegeben!), das zwar nicht wirklich überraschen konnte, aber dennoch kaum Wünsche offen ließ. Los ging's mit dem frühen Klassiker "Ticket To L.A.", mit dem "König" Roeser gleich zu Beginn seine Ansprüche auf den Rockolymp untermauerte. Da wollte sich Kato natürlich nicht lumpen lassen und setzte gleich "Positive Bleeding" als zweite Nummer obendrauf. Wow. Überhaupt war die Setlist gut getimt. Mit Ausnahme des Debütalbums "Jesus Urge Superstar" waren Songs aller Platten vertreten. Die meisten kamen - natürlich! - von "Saturation", und darüber war auch wirklich niemand böse, denn egal ob poppig ("Bottle Of Fur") oder rockig ("Erica Kane") – diese Nummern haben auch elf Jahre nach ihrer Veröffentlichung nichts von ihrer Faszination verloren. Die Anhänger der Frühphase wurden zudem mit Songs à la "The Candidate" glücklich gemacht. Einzig und allein die ausgewalzte Version von "The Break" war nicht wirklich nötig. Zumindest gab das Lied Roeser die Chance zu einigen Slash-mäßigen Gitarrenworkouts. Insgesamt war er auf der Bühne der wesentlich Aktivere, während sich Kato (ohne Hemd, aber dafür mit blau lackierten Fußnägeln!) erwartungsgemäß aufs Coolsein beschränkte (und das einfach nur großartig machte).
Großartig war auch die letzte Nummer, die natürlich "Sister Havanna" hieß und noch einmal alles auf den Punkt brachte, was Urge Overkill damals wie heute ausmacht. Für die erste Zugabe schalteten die vier dann doch einen Gang herunter und spielten ihre Hitsingle "Girl You'll Be A Woman Soon". Während die Studioversion noch ziemlich nah an Neil Diamonds Original klebt, gab's an diesem Abend eine überraschend rockige Version, bevor dann für die letzte Nummer Drummer Quast ans Mikro durfte, um durch die wüste Punkrocknummer "The Stalker" zu stürmen. Nach 70 Minuten war der Spuk dann leider schon vorbei, trotzdem konnte jeder im Publikum in der Gewissheit nach Hause gehen, eine der coolsten, ach, was sagen wir, DIE coolste Band der Welt gesehen zu haben.

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Surfempfehlung:
www.urgeoverkill.net
www.urgeoverkill.com
Text: -Simon Mahler-
Foto: -Simon Mahler-


 
 

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