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Konzert-Bericht
 
The Gutter Twins, das Rückspiel

Mark Lanegan Band

Köln, Gebäude 9
23.08.2004
Mark Lanegan Band
Anfang nächsten Jahres ist Großes angekündigt: Mark Lanegan, früherer Frontman der Screaming Trees und zwischenzeitlich Gastvokalist der Queens Of The Stone Age, und Greg Dulli, einst Kopf der Afghan Whigs und nun Mastermind der Twilight Singers, machen gemeinsame Sache. Und das nicht nur – wie bereits des Öfteren geschehen - als Gäste auf den Platten des jeweils anderen, sondern bei einem eigenständigen neuen Projekt: The Gutter Twins wird die Band heißen, und die Songs dafür schreiben die zwei derzeit gemeinsam. Zeitgleich, aber - abgesehen von einem Auftritt beim belgischen Pukkelpop-Festival - nicht zusammen, bereisten die zwei Amerikaner nun auch Europa. Gaesteliste.de machte den Quervergleich und besuchte das Konzert der Twilight Singers in Hamburg und den Gig der Mark Lanegan Band in Köln.
Mark Lanegan Band
Das Rückspiel! Greg Dulli hatte am Vortag in Hamburg mit einem großartigen Auftritt vorgelegt, nun war Lanegan an der Reihe. Von Beginn an war im proppevollen Gebäude 9 klar: Es würde ein vollkommen anderes Konzert geben. Wo Dulli scherzend die Bühne betreten hatte und seine Zeit im Scheinwerferlicht sichtlich genoss, kam Lanegan wortlos auf die faktisch unbeleuchtete Bühne - bis zum Ende des Konzerts blieb es bei fadem blauen Gegenlicht, das keinen Blick auf das Gesicht des Protagonisten zuließ. Und statt der Dulli'schen Scherze gab es nur ein paar "Thank you"s und eine knappe Bandvorstellung. Das alleine hätte einem herausragenden Konzert noch nicht entgegengestanden, allerdings fehlte dem Auftritt vor allem eines: Gefühl. War bei Lanegans Europa-Konzerten letzten Winter noch die große Bandbreite gelobt worden, die bekanntlich auch sein tolles neues Album "Bubblegum" auszeichnet, reichte es dem inzwischen 40-Jährigen dieses Mal, einfach nur zu rocken. Die Intimität vieler seiner Songs blieb weitestgehend außen vor. Für Songs wie "Methamphetamine Blues", "Hit The City" oder "Sideways In Reverse" mag diese Herangehensweise goldrichtig sein, leider waren so die ruhigeren Momente - Dulli hatte uns am Vortag noch erzählt, dass ihn der Song "When Your Number Isn't Up" zu Tränen rührt - rar gesät. Wenn Lanegan allerdings einen Gang zurückschaltete, für "I'll Take Care Of You" oder "Pendulum" als erste Zugabe beispielsweise, zeigte sich seine wahre Größe. Über weite Strecken allerdings ging nicht nur das Gefühl, sondern auch Lanegans doch eigentlich einnehmende Stimme im brachialen Gitarrensound etwas unter.
Mark Lanegan Band
Seine fünfköpfige Band (vier langhaarige Rockjünger an den Instrumenten und eine bildhübsche, obwohl ganzkörpertätowierte Mieze als zweite Stimme) beschränkte sich derweil darauf, die Songs geradeaus (um nicht zu sagen: manchmal etwas seelenlos) herunterzubraten und dabei möglichst böse zu gucken. Das unterstrich zwar gekonnt den "Wir gegen den Rest der Welt"-Charakter der Veranstaltung, allerdings ließ die eher apokalyptische Grundstimmung vergessen, dass doch eigentlich alle gekommen waren, um Spaß zu haben. Wirklich schlecht war das Konzert, dessen Mainset gerade einmal 50 Minuten dauerte, natürlich nicht, doch von der großen musikalischen Bandbreite, die Lanegan seit zwanzig Jahren (und insbesondere auf seinem aktuellen Album) abdeckt, gab es an diesem Abend leider nur einen vergleichsweise kleinen Ausschnitt zu erleben. Schade. Sehr schade.
Surfempfehlung:
www.marklanegan.com
www.onewhiskey.com
Text: -Carsten Wohlfeld-
Fotos: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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