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Ohne Worte

The Fall

Dortmund, FZW
03.10.2004
The Fall
Was hat es nicht alles schon gegeben: Die Punk-Fall, die Wave-Fall, die Pop-Fall, die Indierock-Fall, die Elektronik-Fall - und nur einer hat sie alle überlebt: Mark E. Smith, vor Jahren bereits ausgezeichnet mit dem "Godlike Genius"-Award einer britischen Musikzeitung und erklärter Lieblingsmusiker von DJ-Gott John Peel, grantelt seit nunmehr fast 30 Jahren vor sich hin. Die aktuelle Besetzung hat selbst mit der Band, die zuletzt vor zwei Jahren durch Deutschland tourte, nicht mehr viel gemein, dennoch verstand man zum Tourauftakt in Dortmund schnell, warum Smiths Aussage "Die neue Besetzung ist die beste" durchaus mehr als nur eine Floskel war.
Um 21.45 veranstaltete die Band erst einmal eine Polonaise. Gezwungenermaßen, denn um auf dem Weg zur Bühne im dichtgedrängten Publikum nicht verloren zu gehen, machte es durchaus Sinn, sich hintereinander und an die Schultern des Vordermannes fassend durch die Menge zu quetschen. Erst einmal auf der Bühne ließen es Smith (der bekanntlich kein Instrument spielt, dafür aber mindestens drei Mikros für sich beanspruchte) und die Seinen gleich richtig krachen: "Boxoctisis" stammte zwar aus dem aktuellen Album - ob der unzähligen Fall-Wiederveröffentlichungen der letzten Monate und Jahre treffend "The Real New Fall LP" betitelt - erinnerte aber in puncto Energie und Nörgelfaktor stark an die klassischen Fall der späten 79er und frühen 80er. Überhaupt machte es gar nichts, dass an diesem Abend viele neue Songs zu hören waren. Bei "Sparta FC" hatte die derzeitige Mrs. Smith, Elenor Poudou, sogar ein Solo, und überhaupt machte die Band einen erstaunlich geschlossenen Eindruck. Das waren allem Anschein nach wirklich "The Fall" und nicht nur "Mark E. und seine Knechte", und sie spielten "Green Eyed Loco Man" wie einen alten Klassiker und hatten sogar ein brandneues, noch unveröffentlichtes Stück namens "What About Us" über den britischen Serienkiller Harold Shipman und die ebenfalls neu ins Programm gerutschte The Move-Coverversion "I Can Hear The Grass Grow" parat. Aber Smith meinte es auch gut mit den Fans seiner alten Werke. Mit "Mr. Pharmacist" (und einem böse punkrockenden Mittelteil) ging es mehr als zwei Jahrzehnte zurück zur LP "Bend Sinister", und für die Zugabe wurde Big Boppers "White Lightning" aus "Shift-Work"-Zeiten gegeben. Geredet hat Smith zwischen den Songs übrigens nicht, ein "Guten Abend, wir sind The Fall und haben einen ziemlich langen Tag hinter uns" und ein "Auf Wiedersehen, Dortmund" mussten reichen.
Dafür, dass The Fall in den letzten 25 Jahren unzählige Auftritte in Deutschland absolviert haben, waren übrigens erstaunlich viele "Ersthörer" im FZW anwesend. Die stellten sich am Ende dieses faszinierenden 75-Minuten-Auftritts dann die Frage: Sind das wirklich die besten Fall, die es je gab, oder wie gut mag die Band sonst früher gewesen sein?
Surfempfehlung:
www.visi.com/fall
Text: -Simon Mahler-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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