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New Sensation

The Carnation

Bochum, Zwischenfall
06.10.2004

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The Carnation
The Carnation können einem schon ein wenig Leid tun: Während The Soundtrack Of Our Lives von ihrem Majorlabel gehypt werden und The (International) Noise Conspiracy inzwischen auch kleinen Mädchen die Revolution predigen, fristet die Band aus Göteborg auch weiterhin ein Schattendasein - dabei sind The Carnation doch eigentlich auf einer ganz ähnlichen Baustelle zu Hause. Und mit ihrem Anfang des Jahres veröffentlichten Debütalbum "Gothenburg Rifle Association" ist dem Quintett zudem ein richtig großer Wurf gelungen. Neue Horizonte wurden zwar nicht entdeckt, aber der Trip in vergangene Zeiten gelang dennoch ganz vorzüglich.
Das gilt allerdings nicht nur für das Album der Skandinavier, sondern auch für ihre Konzerte. Dass sich nur ein handverlesenes Publikum im Zwischenfall eingefunden hatte, schien die Band nicht weiter zu stören. Schließlich spielen auch die Schweden lieber vor ein paar richtigen Fans als vor 300 Leuten, die gelangweilt mit verschränkten Armen vor der Bühne stehen. Dass sich sogar echte Fans der ersten Stunde eingefunden hatten, überraschte allerdings sogar die Band. Das lautstark verlangte "I Don't Want To Lose You" von ihrer ersten EP jedenfalls hatten die fünf nicht drauf... Dennoch konnten die Schweden mit einem energiegeladenen Auftritt begeistern, bei dem sie immer dann am meisten zu überzeugen wussten, wenn sie gutes Songwriting mit viel Authentizität mischten. "It's Over", "Brand New Order" oder "New Sensation" bestachen - nicht zuletzt ob der Orgel - durch viel 60s-Flair und ultra-eingängige Hooklines, die Songs dagegen, bei denen das Tasteninstrument gegen eine dritte Gitarre eingetauscht wurde, klangen ein wenig nach Rock von der Stange. The Carnation mögen mindestens zwei gleichwertige Songwriter haben, was ihnen aber im Vergleich zu den eingangs erwähnten Bands fehlt, ist Charisma. Weder Christian Bergman noch der etwas hyperaktive Eric Öbo reichen an Dennis Lyxzén oder Ebbot Lundberg heran.
Nette Ansagen hatten sie allerdings dennoch mitunter parat. Da kündigten sie eine Nummer als Garagensong aus den 60ern an, verbesserten sich dann selbst mit "nein, aus den 30ern", nur, um dann "Never Let Me Down Again" von Depeche Mode zu spielen! Stimmlich zwar etwas schwachbrüstig, aber dafür musikalisch in einem wirklich tollen Arrangement, das perfekt zu anderen Carnation-Krachern wie "Can't Get Enough" passte. Dieses Stück war dann nicht nur die letzte Nummern vor den Zugaben, sondern auch so etwas wie das Motto des Abends. Hoffentlich lassen sich die Schweden von den schwachen Besucherzahlen im Ruhrpott nicht abschrecken, sondern schauen bald wieder vorbei. Vielleicht kommen ja dann beim nächsten Mal auch ein paar von denen, die wir nächste Woche bei TSOOL auf der Rolling Stone Roadshow und Mitte November ein paar Meter weiter in der Bochumer Matrix bei T(I)NC treffen werden.

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Surfempfehlung:
www.thecarnation.net
Text: -Simon Mahler-
Foto: -Simon Mahler-


 
 

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