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Kings Of Leon

Köln, WDR Funkhaus, Kleiner Sendesaal
17.11.2004

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Kings Of Leon
Es war schon ein tolles Schauspiel, zu sehen, wie sich die Kings Of Leon letzten Winter auf der großen Bühne der Kölner Live Music Hall dicht gedrängt in der Mitte der Bühne tummelten, als wollten sie signalisieren: Die Familienbande bei den Followills, es gibt sie wirklich. Ganz anders dagegen diesen Sommer in Haldern. Die vier Herren aus Nashville konnten gar nicht weit genug entfernt voneinander auf der Bühne stehen, und beim Interview wenige Tage später gab Bassist Jared zu Protokoll, sein größter Wunsch nach der Rückkehr in die Staaten sei es, endlich zu Hause auszuziehen, um die Familie (und damit auch seine Bandkollegen) endlich nicht mehr täglich sehen zu müssen. Derzeit gilt es allerdings, noch eine ausführliche Europa-Tournee zu absolvieren, bei der für fünf Konzerte in London allein in der englischen Hauptstadt rund 18 000 Karten verkauft wurden. Für das Radiokonzert in Köln dagegen konnte man überhaupt keine Karten kaufen (sondern nur gewinnen), und statt ein paar tausend hatten sich auch nur rund zweihundert Menschen im Sendesaal gegenüber dem Dom eingefunden - genau die richtige Menge für ein KOL-Konzert, so schien es.
Schließlich hatte das Quartett diejenigen Besucher, die bei den vorangegangenen Konzerten in den vorderen Reihen gestanden hatten, zu wahren Jubelarien hingerissen, während man sich in den hinteren Reihen der großen Venues durchaus fragen durfte, wo denn die Energie geblieben war, die die als "Wiederauferstehung des Rock N Roll" gepriesene Band angeblich so unwiderstehlich macht. Ein Problem, dessen sich die Musiker übrigens durchaus auch bewusst sind. Im 1LIVE-Interview jedenfalls gaben sie zu Protokoll, dass ihre Musik ja eigentlich in kleineren Clubs besser aufgehoben sei, da auf riesigen Bühnen, wo sie sich unwohl fühlen würden, die Energie doch eher verpuffe. Im WDR Sendesaal standen gewissermaßen alle Zuschauer vorne und erlebten ein wirklich feines Konzert. Los gings erwartungsgemäß mit "Happy Alone" und "Red Morning Light", ein bisschen schläfrig noch (oder gar absichtlich verschleppter gespielt?) und nicht so gut wie auf Platte, doch sobald sich die Band ihre neuen Songs zur Brust nahm, kam eine ungemein druckvolle 1-A-Retro-Rockshow in Gang. Die Single "The Bucket" wurde verständlicherweise am meisten abgefeiert, aber auch "Taper Jean Girl" war ein wahrer Knaller und "Razz" gar der Höhepunkt der gesamten Veranstaltung. Vor "Soft" kriegte dann auch Sänger Caleb endlich mal die Zähne auseinander, allerdings hatte man ihm wohl nicht gesagt, dass man im deutschen Radio so ziemlich alles sagen darf. Mehr als ein "Der nächste Song heißt 'Soft' und... ach, wir sind ja im Radio" brachte er jedenfalls nicht hervor (wenngleich das schon mehr war als bei anderen Konzerten). Allerdings hat die mehr oder weniger konsequente Verweigerung der Kommunikation auf der Bühne natürlich auch einen unschätzbaren Coolnessfaktor, der nur noch durch "alte" Kracher wie "Molly's Chambers" zu toppen war. Schade nur, dass die vier das auf der Setlist verewigte "Milk" kurzerhand aus dem Programm kegelten - es war halt ein Rockabend, da war kein Platz für leise Töne! Witzigerweise war die Band dann auch fünf Minuten zu früh fertig und verließ fluchtartig die Bühne, obwohl sie eigentlich noch ein paar Minuten "on air" gehabt hätte.
Das Beste des ganzen Konzertes waren allerdings die nicht im Radio übertragenen Zugaben. Zwar hatte Caleb sich noch vor Sendeschluss artig beim Publikum bedankt, doch als die vier auf die Bühne zurückkamen, murmelte er erst einmal etwas ins Mikro, das wohl "playing for the recording was fucking miserable" geheißen hat. Mit einem tollen "King Of The Rodeo" gaben sie dann das Motto für die Zugaben "Let the good times roll" aus, ließen sich sogar zu einer spontanen Blues-Jam hinreißen ("Das war ein neuer Song", meinte Caleb danach lachend), um mit einer wirklich atemberaubenden Version des sich langsam steigernden "Trani" den Abend zu beschließen. So hatte dann am Schluss vermutlich nur der Hausmeister etwas zu meckern: Das nicht nur dem Publikum, sondern auch den Künstlern auferlegte Rauchverbot in den holzvertäfelten Hallen des WDR hatten die Kings nämlich geflissentlich ignoriert...

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Text: -Simon Mahler-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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