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Konzert-Bericht
 
Familienbande

Maria Taylor
Boy Omega

Köln, Gebäude 9
27.04.2007

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Maria Taylor
Es war ein schöner Sommertag im April und insofern saßen die meisten der Fans noch bis kurz vor dem Konzert im Kölner Gebäude 9 noch vor demselben und freuten sich der allgemein friedfertigen Konzert-Stimmung. Währendessen lief Marias Tourdrummer Zach, der eine verblüffende Ähnlichkeit mit einem Hobbit aufwies, grinsend herum und fotografierte die pittoresken Graffiti, die das Gebäude 9 zierten. Dabei machte er allerdings den Eindruck, als liege ihm etwas auf der Seele. Schließlich wandte er sich an die Zuschauer, druckste ein wenig herum und fragte dann ganz artig, wo es denn hier wohl Cannabis gäbe. Das gibt es natürlich in Deutschland überhaupt nicht, wie er schließlich missmutig feststellen musste. Bei Konzert aber wandte sich Maria Taylor zu ihm um und raunte ihm zu: "Riechst du es?", woraufhin er entschuldigend grinsend seine Defizite als bandinterner Drogenbeauftragter eingestehen musste.
Das sind so die Details, die das Tourleben lebenswert erscheinen lassen - insbesondere, wenn (wie in diesem Fall) die ganze Familie mit auf Reisen geht. Denn selbstredend hatte Maria Taylor wieder ihren Bruder Casey am Bass und Schwester Kate am Keyboard mit dabei. Dazu - neben Zach - noch zwei Gitarristen (das ist einer mehr als auf der letzten Tour). Und im Vorprogramm spielte Martin Henrik Gustafsson, der unter dem Namen Boy Omega seinen Einstand als Alleinunterhalter auf unseren Bühnen gab. Henrik ist für einen Schweden bemerkenswert lustig drauf. "Eigentlich klingt das letzte Stück, das ich gespielt habe, mit einer Band und einem Cello noch viel besser", erklärte er z.B. und führte das dann das Ganze vor: "Ungefähr so: Dumdidumdidum..." Doch zum Glück hatte er auch eine "gefälschte Band" auf seinem iPod dabei, mit der zusammen er dann elektronisch unterstützten Gitarrenpop machte. Denn - ehrlich gesagt - gaben seine Solo-Gitarrensongs nicht so viel her, denn hier klang er eher wie ein Geistesbruder seiner (kommenden) Labelkollegen Dakota Suite und Savoy Grand. Wohingegen er als Entertainer eine doch sehr viel lebhaftere Note ins Geschehen einbrachte. Eines seiner Stücke "Explode" widmete er dann Maria und Band. Was übrigens nicht so sehr wunderte, denn Maria Taylor und ihre Musiker verstehen sich mit den Support Acts immer außerordentlich gut - von elitärem Gehabe ist da nichts zu spüren.

Maria - wie üblich ausgezeichnet gestylt und mit ihrer (im Verhältnis zur eigenen Körpergröße) etwas zu großen Gretsch-Gitarre bewaffnet - spielte hier die Songs ihrer aktuellen CD "Lynn Teeter Flower". Wie bei Maria Taylor aber üblich, war das eher nebensächlich bzw. lediglich die Ausgangsbasis - denn wie auch bislang haben ihre Konservenaufnahmen nicht viel mit den hinreißenden Live-Versionen zu tun. Das Ausschlaggebende dieses Mal war dann die Betonung des Gitarristischen. Obwohl Maria ja im Grunde genommen Pop-Musik im weitesten Sinne macht, ging die Sache dieses Mal doch recht gut ab. Nicht, dass es jetzt reine Rockmusik war, aber im Gegensatz zur letzten Tour und auch eben im Gegensatz zu den CD-Aufnahmen war hier doch mehr Party-Drive angesagt. "The Ballad Of Sean Foley" z.B. war hier keine Folknummer, sondern ein Up-Tempo-Country-Swing-Hoedown. Der wie üblich als Zugabe gegebene "Song Beneath The Song" kam nicht als bloße Pop-Nummer rüber, sondern steigerte sich gegen Ende zu einem regelrechten Rock-Epos. Mittlerweile hat Maria auch genügend eigene Stücke, um wählerisch sein zu können. So entschloss man sich z.B. das ausgezeichnete "Light House" - immerhin eines der melodiösesten Stücke - recht spontan gegen Ende des Konzertes anzusetzen. Im Mittelteil gab es dann eine Passage, in der Maria - nur begleitet von Kate und Macey - eine Art reduziertes Familien-Medley gab. Eine rechte Folkstimmung (immerhin wird Marias Musik ja auch schon mal als Folk-Pop bezeichnet), wollte auch hier nicht aufkommen, da es eben keinen Folk gab.

Wenn es überhaupt irgendetwas auszusetzen gab, dann lediglich, dass das Konzert dann doch viel zu kurz erschien (was aber eher daran lag, dass es ungemein kurzweilig war). Und immerhin ließ sich Maria ja noch zu einer zweiten Zugabe herausklatschen, die sie dann, nur begleitet von Casey am Bass, vortrug nachdem das Hauslicht und die bereits eingeschaltete Bandmusik wieder ausgeschaltet werden mussten. Fazit: Es mag vielleicht bessere Songwriterinnen, bessere Sängerinnen und bessere Gitarristinnen geben als Maria Taylor - als Rock'n'Roll-Gesamtkunstwerk, bei dem alle Bestandteile zu einem absolut überzeugenden, positiven Bild zusammen kommen, macht Maria indes so schnell niemand etwas vor.

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Surfempfehlung:
www.myspace.com/mariataylor
www.myspace.com/boyomega
www.boyomega.com
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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