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Filmreif

Rocky Votolato

Köln, Rex Cine Center
12.02.2008

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Rocky Votolato
An einem ungewöhnlichen Ort gab US-Barde Rocky Votolato ein vielbejubeltes Gastspiel zu Beginn seiner Deutschland-Tour. Nach dem Auftakt im Berliner Bassy am Vorabend musste sich sogar der Meister selbst zunächst an die ungewöhnlichen Umstände gewöhnen, nachdem er nach ein paar eingespielten Filmtrailern auf die Bühne kletterte. Da stand er also, beleuchtet von einer einzelnen, überdimensionalen Stehlampe und blickte auf ein aufmerksames, mucksmäuschenstilles, ausverkauftes Haus herunter. "Bei meinen Shows wird normalerweise zumindest ein bisschen geredet", schmunzelte er fast verlegen, "aber das gefällt mir auch irgendwie." Und über mangelndes Interesse brauchte sich Votolato eh nicht zu beklagen: Die zumeist jugendlichen, weiblichen Fans konnten alle Tracks (auch die wenigen neuen Stücke vom demnächst offiziell erscheinenden Album "The Brag And Cuss") selbstredend mitsingen und auch an Beifall mangelte es nicht wirklich.
Was Votolato als Solo-Künstler - neben seines jugendlichen Charmes - attraktiv macht, ist der Umstand, dass er es als Performer schafft, mit wenigen Mitteln über eine lange Zeit die Aufmerksamkeit des Zuhörers zu gewinnen - und auch zu behalten. Nicht ausschließlich, aber auch wegen seines angenehm warmen Tenors und der empathischen Art, in der er jeden seiner Songs auf der Bühne auslebt. Votolato und seinen Geschichten hört man gerne zu. Hinzu kommt, dass seine Stücke vergleichsweise abwechslungsreich daherkommen - auch in der Solo-Variante; und das, obwohl Votolato nicht unbedingt als variantenreicher Gitarrist oder gar als Virtuose durchgehen würde. "I made it", strahlte er z.B. als ihm eine der wenigen Solo-Passagen gelang - während er sich ansonsten auf eher auf solide angeschlagene Akkorde beschränkte. An anderen Stellen stockte er textlich - was aber a) dadurch zu erklären war, dass er das ganze Spektrum seiner musikalischen Laufbahn abdeckte und auch obskureres Material zum Besten gab und das b) gar nichts machte, da er die entsprechenden Hänger charmant deckelte. "Das ist der erste Protestsong, den ich je geschrieben habe", kündigte er "Automatic Rifle" von seiner LP "Suicide Medicine" an - und wies darauf hin, wie wichtig solche Songs doch als Weckruf für seine Regierung seien. Fast noch wichtiger ist es allerdings, dass sich heutzutage jemand wie Votolato überhaupt noch hinstellt und Protestsongs singt. Songs dieser Couleur hatte er einige drauf - auch solche, die er dann auf der elektrischen Gitarre, mit mehr Druck spielte.
Die anderen Votolato-Songs entwickeln sich immer mehr zu akustischen Road-Movies, wie auch jene des neuen Albums. Dass er von diesem nur wenig spielte - z.B. das besinnliche "Postcard From Kentucky" -, lag wohl daran, dass dieses - anders als der folkige Vorgänger "Makers" - einen stärker bandorientierten Sound hat, bei dem insbesondere die Arrangements wichtig sind. Abgerundet wurde das Programm mit einer alten Waxwing-Nummer (Waxwing war die Band, die er zusammen mit seinem Blood Brother Cody gründete), "Cut Me In Two" von seinem Debütalbum on '99 sowie der spontanen Zugabe aufgrund eines Zuschauer-Wunsches "Streetlights". Als das Konzert dann nach ca. einer Stunde mit "Mixtapes / Cellmates" zu Ende ging, war allen Zuschauern klar, dass sie einem zwar subjektiv viel zu kurzen, aber außergewöhnlichen Konzertereignis beigewohnt hatten.

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Surfempfehlung:
www.rockyvotolato.com
www.myspace.com/rockyvotolato
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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