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Konzert-Bericht
 
The Real Deal

Dayna Kurtz
Blue Mountain

Ottersum, Cultureel Podium Roepaen
31.01.2010

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Dayna Kurtz
Wer Musik wie diese (die so Ur-Amerikanisch ist, dass das sogar den Musikern selbst auffällt) hören möchte, der muss schon zu unseren holländischen Nachbarn fahren. Soeben beendete Dayna Kurtz ihre kurze Tour mit Blue Mountain durch die Niederlande in der Klosterkapelle zu Roepaen - und trotz des winterlichen Wetters und trotz des Umstandes, dass es sich hierbei um ein Nachmittagskonzert handelte, fühlte sich der Zuhörer mental auf irgendeinen US-Highway im tiefsten Süden versetzt. Denn - so erklärte Dayna Kurtz bei ihrem Konzert - Blue Mountain machen die beste Musik zum Autofahren, die man sich vorstellen könne und haben obendrein auch Highway-Songs im Gepäck.
Nun sind Cary Hudson und Blue Mountain ja Genrefreunden beileibe keine Unbekannten. Nachdem sich Cary und Partnerin Laurie Stirrat eine Zeitlang auseinandergelebt hatten, ist man heutzutage - zumindest musikalisch - wieder ein Herz und eine Seele. Es scheint auch so, als sei Meistergitarrero Hudson etwas ruhiger geworden. Den verbissenen Aktionismus und die hektische Energie, die er gerade in seiner Solo-Phase demonstrierte findet, sich heutzutage nur noch Ansatzweise. Das ging sogar soweit, dass er sich bei Daynas Konzert, bei dem Blue Mountain als Backingband agierte, so weit zurücknahm und seine Gitarre fast streichelte, dass die Gitarrensounds sich zu einem homogenen Ganzen verzahnten (Dayna spielte hauptsächlich Lapsteel und akustische Gitarre). Dazu bot die Rhythmusgruppe - sowohl bei dem Blue Mountain-Set, wie auch bei Daynas Show eine ebenso homogene Klanglandschaft, die den idealen Nährboden für die Gitarren- und Gesangsparts bildeten. Und die Songs - zwischen Folk, Country, Blues und an diesem Ort nur gelegentlichen Roots-Rock-Prisen - ließen und lassen dem Genrefreund das Wasser im Munde zusammen laufen. Kein Wunder, dass sich mit Dayna und Blue Mountain hier Verwandte im Geiste gefunden haben. Denn auch den Blue Mountain-Songs stünde das Prädikat "American Standard" (dem Titel von Daynas aktueller Scheibe) bestens zu Gesicht.
Was es mit den American Standards auf sich hat, erklärte Dayna indirekt: Es geht hierbei nicht - wie man vermuten könnte - um das klassische, amerikanische Repertoire-Songbook, sondern eher um typisch amerikanische Songs - solche, die in der Musikhistorie ihren Platz bereits gefunden haben oder zumindest so klingen. Das ganze wird relativ offen interpretiert. So coverte Dayna etwa Songs von den Replacements ("Regular") oder Elliott Smith ("Don't Go Down") - keineswegs Klassiker im eigentlichen Sinne, aber ursprünglich amerikanisch und deswegen durchaus "Standards". Der Song "Are You Dancing With Her Tonight" basiert hingegen etwa zum Teil auf Songtexten von Daynas Großmutter - die diese zu einem bereits existierenden Song von Brenda Lee "komponierte". Einen weiteren "Klassiker", "Lou Lou Knows", nahm Dayna mit der steinalten Band der Rockabilly- und Blues-Legende Sonny Burgess auf (ganz nebenbei ein Highlight der Show - so dermaßen abgehangen muss man erst mal einen Song entschleunigen können) und letztlich hängen Dayna auch die Songs am Herzen, die die USA - insbesondere den Süden - zum Thema haben (und das ist die Gegend, aus der Blue Mountain kommen).

Insgesamt war das alles in sich sehr logisch und zeigte, dass Dayna Kurtz eine dieser Künstlerinnen ist, die sich ihrer musikalischen Herkunft (und Verantwortung) durchaus bewusst sind. Da es bei dieser Show um den Abschluss der Tour handelte, hatte sich Dayna ein paar Bonbons ausgedacht. So lud sie für einige Akustiknummern im Mittelteil des Sets (etwa "Venezuela") den Akkordeon-Virtuosen Pim Kops von der Band De Dijk ein. Des weiteren gab Janne Schra, deren Band Room Eleven zu den Roepaen-Stammgästen gehört, ein Gastspiel und trug mit Dayna und Blue Mountain eine eigene Nummer vor. Und ganz zum Schluss, nachdem Dayna mit drei intensiven Blues-Nummern den Zugaben-Block eigentlich schon abgeschlossen zu haben schien, gab sie noch eine A-Cappella-Nummer zum besten - und zwar auf holländisch (etwas, das im Prinzip für eine US-Amerikanerin unmöglich sein sollte). Insgesamt mühelos bestätigte Dayna Kurtz mit diesem Konzert souverän ihren Status als "Real Deal" in Sachen Americana.

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Surfempfehlung:
www.daynakurtz.com
www.myspace.com/daynakurtz
www.myspace.com/bluemountainlauriecary
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-

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Mehr über Dayna Kurtz:
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Konzert-Bericht

Mehr über Blue Mountain:
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