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Record Release Party

Larkin Poe

Köln, Bürgerhaus Kalk
11.07.2014

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Larkin Poe
Zufällig am Veröffentlichungs-Datum ihrer Debüt-CD "Kin" waren Larkin Poe im neuen, überdachten Open-Air-Gelände des Kölner Bürgerhauses Kalk zu Gast, weswegen die Veranstaltung kurzerhand in Record Release Party umgemünzt wurde. Nun sind Rebecca und Megan Lovell, die zusammen mit ihren Musikern Bassist Robby Handley und Drummer Marlon Patton zur Zeit Larkin Poe ausmachen, in unseren Breiten - trotz der Debüt-CD-Situation - keine Unbekannten mehr. Denn bereits mehrfach waren sie in der Gegend unterwegs - zuletzt vor einem Jahr im Kölner Blue Shell. Insofern war die - mit einer riesigen Bühne, vor der sich eine breite Rampe und eine große Freifläche befindet - eigenartig dimensionierte Location mit informierten Kennern und Fans ganz gut gefüllt.
Auf "Kin" vollzogen die Schwestern musikalisch den Schritt, den sie im Vorfeld bereits angekündigt und auf der letzten Tour auch teilweise schon angedeutet hatten - weg vom Folk-inspirierten Americana-Sound hin zur Rockband mit universellem Appeal. Für die Anwesenden war das also keine große Überraschung mehr - dennoch war es schon bemerkenswert zu beobachten, wie souverän und selbstverständlich die Damen das Konzept umsetzten - ohne sich dabei irgendwie verleugnen oder verbiegen zu müssen. So griff z.B. Rebecca immer mal wieder zur Mandoline - dem Instrument, mit dem sie dereinst (damals noch bei den Lovell Sisters) erste Meriten verdiente und auch liebgewonnene Live-Favoriten wie der alte Blues-Kracher "Wade In The Water" oder "Trick Of The Light" befanden sich (in wiederum runderneuerten Settings) nach wie vor auf der Setlist. Andererseits aber ließen Rebecca und Megan aber auch die Erkenntnisse, die sie (in Zusammenarbeit mit dem Lana Del Rey-Produzenten Chris Seefried) bei der Produktion des Albums gewonnen hatten, ins neue Live-Konzept einfließen. So arbeitete Rebecca bei dem Song "Elephant" erstmals mit einem Sampler und ein elektronischer Bass sorgte zusätzlich für neue Akzente. Und dass Rebecca sich mittlerweile eine passende Rock-Röhre zugelegt hat (ein englischer Kollege vermutete gar, sie habe mit "Moonshine" gegurgelt), schadet natürlich auch nicht. Megan Lovell schließlich bearbeitete ihre Lap-Steel-Gitarre - auch dank diverser Effekte - wesentlich unkonventioneller als gewohnt, so dass die traditionellen Aspekte ihrer Arbeit immer weiter in den Hintergrund treten.
Bezeichnenderweise verriet übrigens Megan vor der Show noch, dass sich die Schwestern eher in Bezug auf die folkigern Aspekte der Vergangenheit hätten verstellen müssen, denn im Grunde genommen seien sie eher Rock-Ladies als Folk-Queens. Larkin Poe 2014 sind demzufolge auch einfach kein Genre-Act mehr, sondern eine universell ansprechende Band mit eigener musikalischen Identität. Das führt dann auch dazu, dass die meisten der neuen Tracks mit unverschämt eingängigen Pop-Refrains daherkommen (wie z.B. die aktuelle Single "Don't") und Songs, die schon länger im Repertoire sind, musikalischen Frischzellenkuren unterzogen werden. Der von der merkwürdigen Ansage des Veranstalters unterbrochene letzte Song, "Jailbreak" etwa hatte sich vom der Standard-Bluesrock-Nummer der vergangenen Live-Shows zu einer properen Power-Pop-Nummer entwickelt. Das ist auch das Stichwort: Larkin Poe entwickeln sich im allgemeinen konsequent weiter. Langweilig wird es mit den Lovell-Schwestern also auch in Zukunft vermutlich kaum werden. Abgerundet wurde das - weitestgehend aus den neuen Tracks bestehende - Set mit dem Opener "Thieves In The Night" und "Mr. Mechanic" - einem Song, der übrigens 2012 beim Soundcheck im Düsseldorfer Zakk geboren wurde. Und selbstredend standen Rebecca und Megan nach der Show auch wieder für ein Meet & Greet zur Verfügung - daran änderte auch die neue Situation mit einem Label-Deal nichts: Larkin Poe sind - bei aller zur Schau getragenen Professionalität - immer noch eine Band zum Anfassen.

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Surfempfehlung:
www.larkinpoe.com
www.facebook.com/larkinpoe
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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