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Konzert-Bericht
 
Grüße von der Erdnussgalerie

Sophie Auster

New York, Hotel Gansevoort
25.08.2015

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Sophie Auster
Nachdem sich Sophie Auster einige Jahre Zeit gelassen hatte, nachdem sie 2006 mit ihrer selbstbetitelten Debut-CD reüssierte, will sie es nun aber genau wissen. 2012 gab es mit der selbst produzierten EP "Red Weather" ein erstes Lebenszeichen, mittels dessen Sophie andeutete, sich nun voll und ganz der Musik widmen zu wollen und soeben veröffentlichte sie ihren neuen Tonträger "Dogs & Men". Zur Zeit bereitet sie gerade neue Aufnahmen vor, denn es gibt bereits eine Sammlung neuer Songs für ein weiteres Album - und Ende November soll es auch für ein paar Live-Auftritte nach Europa gehen. Bei ihrem kurzfristig angesetzten Showcase auf dem Dach-Cafe des Hotel Gansevoort im New Yorker Meatpacker-District (der - neben Brooklyn - zur Zeit die Rolle des ehemaligen Village als Kultur-Zentrum einnimmt) ging es jedoch vornehmlich um die Präsentation des aktuellen Materials von "Red Weather" und "Dogs & Men”.
Unterstützt von ihrer aktuellen Band legte Sophie dann gleich mit ein paar Rausschmeißern los. Was in diesem Zusammenhang eher überraschte, war der Umstand, mit wie viel Druck und Power das Ensemble loslegte - denn die Location schien als Live-Venue mit ihrem pittoresken Club-Setting, der marginalen Hilfs-Beleuchtung (die aus zwei Tischlampen bestand) und der überschaubaren Möglichkeiten des Soundmixes nur bedingt geeignet. Das freilich hielt Sophie nicht davon ab, sich als Performerin mit vollem Einsatz ins Zeug zu legen. Mit weit ausholenden Gesten und expressiver Mimik (vor allen Dingen aber mit geöffneten Augen - was ja heutzutage fast schon eine Seltenheit darstellte) präsentierte sie ihr Material mit einer Inbrunst, als gälte es die Welt zu retten. Die Band lieferte dazu den passenden Soundtrack mit Arrangements, die genau die richtige Balance zwischen Konserven-Treue und Live-Variationen zu bieten hatte. Allerdings schossen die Herren dabei dann ein wenig über das Ziel hinaus, denn der Wall Of Sound verkam - insbesondere bei den druckvolleren Nummern - dann doch eher zu einem bloßen Gewittergetöse. Als schließlich mit "Wicked Word" von "Red Weather" auch noch eine regelgerechte Rocknummer anstand, beschwerte sich der mit seiner Gattin Siri Hustvedt im Publikum verweilende Papa, der renommierte Schriftsteller Paul Auster, entsprechend und forderte die Musiker auf: "Jungs, ihr müsst 50% leiser spielen, sonst ertränkt ihr ihre Stimme vollkommen." Sophie bedankte sich ironisch für die "Kommentare von der Erdnussgalerie" und machte gute Miene zum bösen Spiel (denn ihr selbst erschien das Ganze keineswegs zu laut).
Letztlich funktionierte der Ratschlag dann aber und im restlichen Teil der Shows war dann Sophies Stimme tatsächlich besser zu hören. Wie gesagt präsentierte sie hier das aktuelle Material - das aber, wie auch jenes der Debüt-CD, nach wie vor ziemlich eklektisch ist und eine enorme stilistische Bandbreite aufweist: Vom angesprochenen Rock über funky New Wave Grooves (etwa bei dem dramatischen "Bad Manners" dessen phantasievolles Video (in dem Sophie mehrere Männer-Rollen spielt) unbedingt zu empfehlen ist) regelrechte Pop-Hymnen und jazzigen Swamp-Blues bis hin zum verstiegenen Tom Waits-Rumba "I'm Going Down" ist da alles drin. Dazu singt sich Sophie sozusagen die Seele aus dem Leib. Zwar sagt sie selbst, dass sie es genieße, live aufzutreten - dennoch ist es fast erstaunlich, mit welchem Hunger sie sich als Vokalistin in ihrem Material verbeißt. So viel Mühe geben sich längst nicht alle Kolleg(inn)en.

Abgerundet wurde das Programm durch einen neuen Song, der noch nicht aufgenommen ist und eine Cover-Version des Dusty Springfield-Titels "Breakfast In Bed", den Sophie freilich auch ihrem spezifischen Intensiv-Treatment unterzog. Eingedenk dessen, was man ansonsten gerne mal bei solchen Showcase-Events präsentiert bekommt, überzeugte Sophie Auster hier mit einem beeindruckend runden Programm und einer intensiven, souveränen Performance, der man deutlich anmerkte, dass im Live-Medium ihre eigentliche Passion liegt. Gerade das lässt hoffen, dass es dann doch endlich mal mit einer regulären Tour auch in unseren Breiten klappen möchte.

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Surfempfehlung:
www.sophieaustermusic.com
www.facebook.com/SophieAusterMusic
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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