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Schön blöd!

The Prettiots

Köln, Studio 672
28.02.2016

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The Prettiots
Wer sich einen Projektnamen wie "The Prettiots" gibt, der muss sich auch Wortspielereien mit der Übersetzung gefallen lassen. Denn blöde sind Kay Kasparhauser und Lulu Landolfi natürlich nicht wirklich. Eher schon ein wenig albern - aber auf eine grundsätzlich sympathische Art, weil sie diese Albernheit auch musikalisch manifestieren können. Zum Beispiel, indem sie ihre Live-Konzerte tatsächlich im minimalistischen Comedy-Setting mit Bass, Drums und Ukulele bestreiten, wie sich nun bei ihrem Deutschland-Debüt im Kölner Studio 672 offenbarte.
Präsentierten sich die Damen auf ihrem angenehm verspielten Debütalbum "Funs Cool" noch eher im Folkpop bzw. (wegen der endlosen Text-Kaskaden) Antifolk-Setting, so taten sie das im Studio 672 mit Vollgas und gelöster Handbremse eher mit einer punkigen Riot Grrrl-Attitüde in einer gehörigen und tatsächlich unerwarteten Lautstärke. Dabei unterstrichen sie dann eindrucksvoll die Bedeutung des Titels ihrer Debüt-CD "Funs Cool". Denn cool sind Kay und Lulu zweifelsohne - und Spaß haben sie auch jede Menge. Das überträgt sich dann natürlich auch auf das Publikum - auch, wenn vielleicht nicht alle Insider-Gags, die sich die Damen da zuwarfen, für jedermann verständlich sein mögen. Was verständlich ist, sind hingegen die knackig angerichteten Power-Pop-Hits, die insbesondere Kay Kasparhauser da auf selbstironische Art aus dem Ärmel schüttelt. Die Songs wurden zudem mit jeder Menge Pfeffer und ohne erkennbare Schnörkel oder subtile Spielereien an den Mann gebracht (denn das Publikum bestand nahezu ausschließlich aus solchem). Das war dann No-Nonsense Rock und Roll der Extraklasse. Musikalische Virtuosinnen sind dabei weder Kay noch Lulu und schon gar nicht der jeweilige Part-Time Drummer. Darum geht es aber auch nicht bei einem Prettiots-Konzert - hier steht einzig der Spaß an der Freude im Zentrum.
Da das Material der Debüt-CD ja mengenmäßig noch recht überschaubar ist, hatten die Mädels das Programm mit einigen interessant gewählten Cover-Versionen aufgefüllt. So gab es dann aparte Variationen von "Someday" der Strokes, "Boom Boom" von den Venga Boys (wieder so ein Insider-Gag) und abschließend als Zugabe eine tatsächlich auch musikalisch ansprechende Version von "Fat Bottom Girls" von Queen zu hören. Bei allen drei dieser Stücke fragte man sich als Zuhörer zwar, was da der Bezug zu den Prettiots gewesen sein mochte - unterhaltsam war das aber allemal. Ein Detail fiel dann aber noch irgendwie irritierend ins Ohr: Insbesondere Kay Kasparhausers Sprechstimme ist eher kräftig und sonor, während sie dann aber mit einer betont kieksigen Kleinmädchenstimme singt. Mag sein, dass das zu den verspielten Kinderlied-Melodien vieler Prettiots-Kompositionen passt - es fiel dann aber doch schon auf. Nach nicht mal einer Stunde war dann der Spuk schon wieder vorbei und die Mädels kletterten mit den Worten "Ihr seid jetzt fertig" von der Bühne, um die letzten drei Exemplare ihrer Debüt-CD zu verticken. Mag sein, dass das nun nicht unbedingt anspruchsvolle Kleinkunst gewesen sein mochte - aber unterhaltsames Rock'n'Roll-Entertainment bieten die Prettiots allemal.

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Surfempfehlung:
www.theprettiots.com
www.facebook.com/pages/The-Prettiots/478884162181666
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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