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Konzert-Bericht
 
Rock'n'Roll Stampede

Nikki Lane
Ruby Boots

Köln, Blue Shell
25.05.2017

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Nikki Lane
Auf dem Cover ihrer aktuellen CD "Highway Queen" hantiert Nikki Lane mit Stieren herum. Die Sache war zwar nicht geplant gewesen, aber als sich bei einem Photoshoot in Texas die Möglichkeit ergab, packte Nikki dann - nicht nur im übertragenen Sinne - den Stier bei den Hörnern und zeigte diesem, wo es lang geht. Das tut sie auch, wenn es auf der Bühne darum geht, die Sau rauszulassen. Keine Frage, wer so auf den Putz haut wie Nikki Lane und ihre Band, der läuft schnell mal Gefahr, eine Stampede auszulösen.
Dabei fing die Sache erst mal unverbindlich an: Die in den USA lebende Australierin Ruby Boots begleitete Nikki auf deren Einladung hin auf der Europa-Tour und präsentierte hier zunächst mal einige eigene Songs von ihrer aktuellen CD "Solitude". Dabei machte Nikki gleich deutlich, dass sie Ruby mehr oder minder adoptiert hat. Nachdem man sich in Nashville, wo Nikki zwischenzeitlich lebt, kennengelernt hatte, hat man nun auch begonnen, zusammen Songs zu schreiben. Nikki sang dann auch gleich bei dem zweiten Stück Rubys mit. Stimmlich passte das hervorragend, denn beide Damen haben die Eigenart, ihre Vocals mit viel Energie zwischen den Lippen hervorzupressen - was dann diesen typischen Country-Touch ausmacht. Der Witz bei der Sache war dann vielmehr der, dass Ruby zwar singt wie ein Milchmädchen aus Texas - aber redet wie eine Australierin das halt nun mal tut. Die Sache mit Ruby und Nikki ging dann auch noch weiter: Im Set von Nikki durfte Ruby die Band für einen ihrer eigenen Songs ausleihen und gegen Ende der Show kam Ruby als Harmoniesängerin bei Lane-Rausschmeißern wie "Out Of My Mind" mit hinzu. Ruby bietet sich mit ihrem Material, das sie aus ihrem Leben als Troubadourin extrahiert, aber auch durchaus als Kollegin an, da sie eine ziemlich kompatible Einstellung zu jener von Nikki Lane hat - die ja zum Beispiel deswegen angefangen hat, Country-Songs zu schreiben, weil sie ihr Ex-Husband sitzen ließ. Da kann es wesentlich schlechtere Gründe geben, sich der Musik zu widmen.
Allerdings muss gleich angemerkt werden, dass sich das mit dem "Country" bei einem Nikki Lane-Konzert - trotz Stetson-Hüten und Grand Ole Opry Hemden - musikalisch dann doch in Grenzen hält. Zwar kommt die Band also optisch durchaus dem Ideal einer Band nach, die im texanischen Hinterland Samstagabends die Dorfbevölkerung bespaßt (und spielt auch so), allerdings ging die Sache dann doch deutlich in Richtung Rock'n'Roll. Diese Geradlinigkeit überraschte dann auch noch insofern, als dass Nikki auch die anderen Stilrichtungen, die sie zuweilen auf ihren Scheiben andeutet (wie z.B. den Pop von "I Don't Care"), im Live-Kontext außen vor lässt. Das mag auch daran gelegen haben, dass Gitarrist Alex Munoz eine nigelnagelneue Dusenberg-Gitarre spielte und sich offensichtlich an deren fleischigem Breitband-Sound gar nicht satt hören konnte. Mit Instrumenten nimmt es Nikki selbst übrigens auch sehr genau - ist sie doch immerhin Botschafterin für die Gitarrenmarken Guild und Martin, spielte jedoch bei dieser Show eine handgedengelte Gibson-Akustik-Gitarre. Nicht, dass die Fans das besonders interessiert hätte: Diese erfreuten sich vielmehr an dem druckvollen Sound des Konzertes, und daran, dass sich die Musiker immer wieder auch gut gelaunt "duellierten". Songs wie "Rednecks" oder "Big Mouth" passen dabei nicht nur musikalisch, sondern auch inhaltlich zum angestrebten, kleinstädtischen "Girl Next Door"-Setting, das Nikki und ihre Musiker anstreben. Das macht die Sache auch so sympathisch und rund: Da wirkt nichts aufgesetzt, kalkuliert oder irgendwie konstruiert: Nikki Lane und ihre Jungs (und Ruby Boots) wollen einfach eine gute Zeit auf der Bühne haben und die Veranstaltung zu einem soliden Hoedown machen - wie man ihn halt auch aus der amerikanischen Provinz kennt. (Tracks wie "Jackpot" mit seinem Las Vegas-Bezug bilden da fast schon die Ausnahme.) Das setzt sich auch im Umfeld des Konzertes fort: Nikki stand schon vor der Show (und erst recht danach) mit dem Slogan "I'll be Your Girl" für jede Schandtat am Merch-Table zur Verfügung und machte so deutlich, dass sie auf diese Weise fraglos "eine von uns" geblieben ist - Stampede hin oder her.

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Surfempfehlung:
www.nikkilane.com
www.facebook.com/nikkilanemusic
www.rubybootsmusic.com
www.facebook.com/rubyboots
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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