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Konzert-Bericht
 
Gitarren sind doof

Matthew

Köln, MTC
22.10.2002
Matthew
"Es ist echt toll, wenn man als amerikanische Band hierherkommt und dann 50 Leute kommen, um einen zu sehen", begrüßte Matthew-Sänger und Songwriter Brian McSweeney ein wenig ungelenk das Publikum. Denn zum einen waren keineswegs 50 Leute erschienen - sondern eher 40 - und zum anderen war das ja auch nicht wirklich toll, weil das ein dickes Minus in der Kasse bedeutet haben dürfte. Es ist aber auch schwer, als junge Gitarrenband ein eigenes Publikum zu finden. Was soll die Leute auch dazu bewegen, ausgerechnet in ein Matthew-Konzert zu gehen? Dass, was die Jungs da machen, haben vor ihnen schon Hunderte von Bands gemacht. Ordentlichen Gitarrenpop mit leichter Düsternis-Note und einigen soliden Songs im Gepäck.
Dieses Dilemma ist McSweeney durchaus bewusst, und so verriet er denn unlängst im Interview, dass man sich bandintern ganz auf den Gesang konzentrieren wolle, um sich so gegen andere abzugrenzen. Das mag als Theorie ganz logisch erscheinen, in der Praxis hängt der Erfolg derselben aber leider zu einem Großteil auch von der Bühnenpräsenz der ganzen Band ab. Und da gibt's im Falle Matthew leider einen 90%igen Ausfall zu verzeichnen. Gitarrist Jason Swipe stand zum Beispiel die ganze Zeit mit dem Rücken zum Publikum - was sich technisch damit erklären ließ, dass er viel mit Feedback arbeitete. Aber so etwas lässt sich ja wohl auch anders lösen. McSweeney wirkte als Frontmann eher blass und unsicher. Zu sehr konzentrierte er sich darauf, alle Emotionen in seinen klagenden Gesang nahe am Falsetto strömen zu lassen. Allerdings wirkte dies mit der Zeit eher langweilig und eintönig. Drummer Matt Sumpter (NICHT der Namensgeber der Band) mühte sich redlich und brachte auch gewisse dynamische Effekte in den ansonsten eher eintönigen Wall of Sound - aber was kann ein Drummer da schon wirklich ausrichten? Lediglich Bassist James Scott legte sich richtig ins Zeug. Nicht nur, dass er sich als einziger bemühte, mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen, nein, man sah ihm einfach an, dass er den meisten Spaß auf der Bühne hatte, und das übertrug sich dann auch auf den Vortrag. "Gitarren sind doof", meinte er noch, als die beiden Saiten-Meister - wie nach fast jedem Stück - ihre Instrumente stimmten. Matthew spielten die Stücke ihres Debüt-Albums "Everybody Down" einfach zu katatonisch vor sich hin, als dass sie sich damit als DER Live-Act empfahlen, als der sie in der amerikanischen Presse gehandelt werden. Einige neue Stücke waren zwar rockiger, als die von der Scheibe - ein rechter Funke wollte aber dennoch nicht überspringen. Und so mussten die zwei, drei angereisten Hardcore-Fans, die begeistert vor der Bühne herumtanzten, die Stimmung dann ganz alleine anheizen. Das war insofern enttäuschend, weil Sweeney immerhin versprochen hatte, dem Publikum etwas Besonderes bieten zu wollen, um dieses so berühren zu können. Das konnte man an diesem Abend leider nicht wirklich ausmachen. Als dann die Show auch noch nach nur ca. einer Stunde mit einer einzigen Zugabe (solo von McSweeney vorgetragen) zu Ende ging, war das dann doch eher ernüchternd.
Matthew
Nun darf man zwar die Schuld nicht ganz alleine den Jungs anlasten (dieses ist ja ihre erste Tour in Deutschland gewesen und man muss sich ja erst mal an die Landessitten gewöhnen), aber gerade für eine Band wie Matthew scheint es doch vordringlich wichtig, sich durch die Live-Präsentation ein Image zu erspielen. Dass es auch anders geht, zeigen ja Acts wie z.B. Vertical Horizon - auch wenn diese musikalisch Matthew nicht das Wasser reichen können.
Surfempfehlung:
www.matthew-music.com
Text: -Ullrich Maurer-
Fotos: -Ullrich Maurer-


 
 

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