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Rauchverbot

Eminem
Cypress Hill/ Xzibit

Hamburg, AOL-Arena
16.06.2003
Eminem
Stadion-Rap auf Gaesteliste.de? Passt ja irgendwie nicht wirklich. Aber bei einem Mann muss man einfach eine Ausnahme machen: Eminem. Denn wenn man ehrlich ist, hat wohl jeder von uns den einen oder anderen Lieblingssong von Mister Marshall Mathers alias Silm Shady alias Eminem. Eben dieser hat sich für zwei Konzerte in Deutschland angesagt und sich nur für die größten Locations entschieden. In Hamburg war es die AOL-Arena, die ja eigentlich Volksparkstadion heißt. Und trotz Eintrittspreisen von knapp 50 Euro waren die beiden Shows (neben Hamburg gastierte der Superstar noch in Essen) schnell ausverkauft. Um die 50 000 Fans pro Auftritt. Und jeder dieser Fans musste beim Betreten Zigarettenschachteln, Brillenetuis und vieles mehr öffnen. Die Angst vor den kiffenden Rapper-Horden ging um. Und um das Rauchverbot perfekt zu machen, waren bereits nach dem Gig von Xzibit sämtliche Zigarettenautomaten im Stadion leer. Wohl keine Absicht, trotzdem doof.
Eben jener Xzibit, eigentlich selbst ein Star, machten dann den Anheizer Nummer eins und das machte er, man kann es nicht anders sagen, absolut großartig. Schon als er auf einem riesigen Dreirad auf die Bühne cruiste, flippten die Leute im Innenraum komplett aus. Wo sonst eigentlich Romeo und Co. ihre Tore schießen, wurden an diesem gemütlichen da lauen Sonntagabend etliche tausend Hände in die Luft geworfen, lauthals gejubelt und ein fantastischer Rapper verdientermaßen abgefeiert. Aggressiv, wütend und laut, doch dabei überhaupt nicht unsympathisch rappte der Westcoast-Star seine Hits wie "Paparazzi", "X" (leider ohne Snoop Dogg) oder "Spit Shine" vom "8 Mile"-Soundtrack unters Volk und selbst reifere Damen und snobige Medien-Fuzzis verixten ihre Arme. Der Anfang war getan und, wie sich später heraus stellen sollte, das Highlight des Abends schon vorbei.

Anheizer Nummer zwei war die Kiffer-Legende Cypress Hill. Eine Band, die schon durch die Welt reiste, als Eminem noch in Detroiter Windeln erste Sprechgesang-Übungen machte, aber in letzter Zeit nicht den Erfolg und das Medieninteresse für sich verzeichnete, das sie eigentlich verdienten hätte. Das hatte zur Folge, dass ein Großteil der U18-Leute, und davon gab es eine Menge, noch nie etwas von B-Real, Muggs und Kollegen gehört hatte. So war die Stimmung nicht annähernd so fantastisch wie bei Mister X und da auch leider der Sound stark in Richtung Zumutung tendierte, war die Show nicht der erhoffte Erfolg. Die Songs waren natürlich jeglicher Kritik erhaben, vor allem weil sich die Jungs größtenteils auf ihr Meisterwerk "Black Sunday" mit Hits wie "Cock The Hammer", "I Wanna Get High", "I Ain't Going' Out Like That" und natürlich "Insane In The Brain" beschränkten, nicht ohne alte ("I Just Wanna Kill A Man") und neue ("Rap Superstar") Nummern zu vergessen. Dafür verheimlichten sie ihre Liebe zur Strom-Gitarre und boten ein reines Hip Hop-Set. Tja, man kann eben nicht alles haben...

Dann war Pause. Lange. War es eine volle Stunde? Vielleicht nicht ganz. Das "Eminem Show"-Logo wurde über die Bühne gehängt, ein Riesenrad aufgebaut. Der Zirkus öffnete endlich seine Tore. Und alle wollten dabei sein. Auf den Leinwänden sprachen Politiker, Nachrichtensprecher und Bürgerinitiativen vom bösen Eminem. Der saß dann in einer Gondel und riss sofort alle von den Sitzen. Das Stadion bebte, niemand saß noch, es war die pure Ekstase. Mit "White America" und "Business" gab es dann die ersten Kracher der neuen CD, ehe sich der Rap-Superstar mit den Kollegen von D12 Verstärkung auf die Bühne holte. Immer noch ein MC betrat die Bühne und als dann endlich alle da waren, gab es mit "Purple Pills" zum Abschluss den Hit der Familie. So schön die folgenden Em-Hits wie "Stan" oder "Cleaning Out My Closet" auch sind, langsam begann der wirklich erschreckend schwache Sound einfach zu nerven. Da man dann auch noch manchmal das Gefühl hatte, nicht alle Vocals wäre wirklich real gerappt (Stichwort Doppeln), wurde es sogar anstrengend. Und auch Eminem selbst war sicher nicht in Bestform. Gerappt hat er ok, kommuniziert gar nicht. Mal wurden ein paar Hände geschüttelt, mal sich kurz bedankt. Das war es.

Doch hat der Zirkusdirektor noch amtliche Hits zu bieten, kann der Pausenclown damit leider nicht dienen. Der war Ober-Proll und Neu-Star 50 Cent, der zwischendurch auch mal ein kleines Solo-Set spielen durfte und dessen Mikro, da waren sich fast alle sicher, bei Songs wie "Wanksta" oder "In Da Club" nicht wirklich angeschlossen war. Zum Abschluss kam wieder Em auf die Bühne und bot den nächsten Teil seiner Best-Of-Show. "Superman", "Without Me", "Lose Yourself", "Sing For The Moment" oder "Way I Am", an Hits mangelte es sicher nicht. An Begeisterung der Fans ebenso wenig. Und damit hatte Eminem seinen Job irgendwie schon erfüllt. Doch mit einem saubereren Sound und einer leckeren Zigarette wäre der Abend noch schöner gewesen...

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Text: -Mathias Frank-
Foto: -Pressefreigabe-

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