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Fountains Of Wayne
Moonbabies

Köln, Prime Club
08.03.2004

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Fountains Of Wayne
Wenn die Fountains Of Wayne aus New York schon ein Mal in Deutschland spielen - und das tun sie selten und eher widerwillig -, so könnte man sich denken, dann müssten doch eigentlich die Massen strömen. Doch nichts da: Gerade mal 100 Leute fanden sich im Prime Club ein - die Hälfte davon Holländer -, um einer der besten Power-Pop Band unserer Tage zu lauschen. Und das, obwohl die Jungs es gewohnt sind, sonst vor mindestens der 10-fachen Menge anzutreten.
Zunächst durften sich die Moonbabies aus Schweden um die Gunst des Publikums bemühen. Die Band um das Pärchen Ola Frik und Carina Johansson machten ihre Sache gar nicht mal so schlecht. Versehen mit einem Bass-Synthesizer und u.a. einem Mini-Vibraphon arbeitete sich das Quartett durch eine originell anmutende Sammlung von Pop-Stückchen, die immer wieder durch nette Melodien, pfiffige Grooves oder überraschende Kehrtwendungen zu überzeugen wussten. Songs, die offensichtlich ihre Wurzeln in den 80ern und ihren Bauch und ihre Seele im Hier und Jetzt hatten. Allerdings wären die Babies aufgrund ihres doch zuweilen sympathisch spinnerten Charakters vor einem Act wie Mercury Rev oder den Dandy Warhols besser aufgehoben gewesen, als vor einer No-Nonsense Combo wie den Fountains Of Wayne.

Beim Auftritt des um einen Keyboarder (und zwei musizierende Roadies) aufgestockten Quartetts wurde wieder einmal der Unterschied von amerikanischen und europäischen Bands deutlich: Wo es bei letzteren oft mehr auf Stil, Originalität und Spaß an der Freud ankommt, verkriechen sich die Amis im Proberaum (oder - wie Blink 182, die 260 Tage im Studio brasseln) und kommen nicht eher wieder raus, bis alles 100%ig auf dem Punkt sitzt. Und so gab es dann an der folgenden, kurzweiligen Tour de Force durch drei CDs allerbesten Powerpop absolut nichts auszusetzen - außer vielleicht, dass es nichts auszusetzen gab. Denn so tight und auf den Punkt und virtuos und facettenreich die Jungs sich auch abmühten: So ein richtiges Seelenleben mochte man bei angesichts dieses gloriosen Spieltechnik-Schwalls nicht direkt entdecken. Allzu cool - und im Falle der beiden kreativen Köpfe Adam Schlesinger und Chris Collingwood auch sichtlich gelangweilt - arbeitete sich die Combo durch die Pflicht. Ein wenig Kür hätte nicht geschadet. Lediglich ein Mal machte Schlesinger einen Witz mit seinem Publikum: Wenn man keine ruhige Musik möge, so kündigte er den akustischen Mittelteil an, dann möge man rausgehen und nach 12 Minuten wiederkommen. Natürlich ging niemand raus. Denn das Publikum ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen, die Meister zu feiern. Denn - trotz o.a. Kritik - ändert das ja nichts an der Qualität der Songs, die man dann ja auch - quasi in CD-Qualität - dargeboten bekam. Gleich von den ersten Takten des Openers "I've Got A Flair" (vom paritätisch vertretenen ersten Album) an war klar, worum es ging: Nämlich die Songs als solche zu feiern.

Müßig, alle Hits aufzählen zu wollen, nur so viel: Sie waren alle dabei - von "Denise" über "Sink To The Bottom" bis zu neuen Tracks wie "Stacy's Mom" und dem großartigen "Hackensack", dessen Existenz alleine den Kauf des aktuellen Albums "Welcome Interstate Managers" gerechtfertigt hätte. Letztlich konnte man auch eine Menge Spaß haben: Das Konzert hatte genau die richtige Länge - denn mehr wäre schon wieder nervig geworden -, es gab alle Hits und das begeisterte Publikum begeisterte seinerseits wieder. Und spätestens dann, als FOW ein paar Songs zum Thema Alkoholgenuss spielten (z.B. "Mexican Wine" - etwas, was Adam ganz richtig bemerkte, überhaupt nicht existiert) tauten die Bengels ein wenig auf. Lediglich Gitarren-Wiz Jody Porter schaffte es bis zur letzten Sekunde, sein ausdruckslos cooles Pokerface beizubehalten. Da mochte nicht mal die lässig im Mundwinkel hängende Zigarette richtig brennen. Wenn und falls die FOW also noch mal nach Deutschland kommen, so wäre zu wünschen, sie würden sich vorher mal ein wenig locker machen...

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Surfempfehlung:
www.fountainsofwayne.com
www.moonbabies.nu
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-

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