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Konzert-Bericht
 
Endlich zu Hause

Soulounge

Köln, Stadtgarten
23.11.2004

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Soulounge
"Also wenn du uns sagst, wir klängen funky, dann ist das für uns schon ein großes Kompliment", erzählte uns Soulounge Mastermind Sven Bünger weiland im Interview. Und funky klingen tat's allemal beim Konzert im Kölner Stadtgarten. Damit auch jeder wusste, worum es eigentlich ging, kündigte Sven nicht nur alle Musikanten (und insgesamt vier Sänger!) namentlich an, sondern obendrein wurde das Thema des Abends, "Soul-Power" auch in Form eines entsprechenden Mantras immer wieder unter's Volk gebracht. Eigentlich war das Unternehmen Soulounge zunächst ja nur als Hobbyprojekt der beiden Cultured Pearls Musikanten Sven Bünger und Bela Brauckmann gedacht gewesen: Eine Gruppe von Freunden trifft sich mit verschiedenen Gästen und spielt auf möglichst interessante Art Cover-Versionen aus dem Soul-Bereich. Wie das bei ernsthaften Musikern aber nun mal eben so ist, sind Cover-Versionen alleine ja nur die halbe Miete. Und so überraschte es denn auch nicht, dass beim Konzert in Köln die eigenen Tracks des letzten Soulounge Albums "Home" im Vordergrund standen. Trotzdem blieb man in einem Punkt dem Konzept treu: Es galt, die Songs auf eine möglichst interessante Weise zu interpretieren.
Und so war denn jeder einzelne Track zunächst und vor allen Dingen einmal eine Art Sprungbrett, von denen aus diverse Ausflüge unternommen wurden. Sei es, dass die drei hauptamtlichen Sänger(innen) Florine Dimonye, Roger Cicero und Ruth "Platnum" Renner sich mal so richtig gehen lassen konnten (wobei dann namentlich Roger Cicero mit seinem Falsett-Gesang zuweilen dann doch eher über die Stränge schlug), sei es, dass der sichtlich gutgelaunte Keyboarder Kai Fischer zu Höchstform auflief und sei es, dass der Gitarrist und Songwriter Gabriel Gordon nicht nur das eine oder anderen Solo beisteuerte, sondern auch einen eigenen Song, "Gipsy Living", von seiner gleichnamigen CD zum Besten geben durfte (übrigens mit ausgezeichneten Harmoniegesängen von Roger und Platnum). Auch wenn die Basis des Ganzen dann tatsächlich der Funk war, hieß das nun keineswegs, dass hier einfach stumpf drauf los gepowert wurde. "Es ist etwas vollkommen anderes, wenn du ein Funk Stück für's Studio aufnimmst, oder ob du es live spielst", erklärte Gabriel, "wenn du dich auf der Bühne gut fühlst, dann reisst das auch die Zuhörer mit." Und das war dann auch das Motto: Alles, bloß keine Langeweile. Immer wieder wurde so zum Beispiel das Publikum mit einbezogen (etwa als Chor bei "Higher" im Zugabenblock). Doch auch ohne Animation hätte sich vermutlich kaum jemand im Auditorium gelangweilt, denn musikalisch boten die Musiker eine solide Spitzenleistung. Zwar waren es durchaus Kais und Gabes Soli, die die Akzente setzen, jedoch soll auch nicht das nahtlos verzahnte Rhythmusgitarrenspiel von Sven und Gabriel unerwähnt bleiben und auch nicht die stramm marschierende Rhythmusgruppe von Drummer Bela Brauckmann und Bassistin Susanne Vogel. Letztlich kämpfte sich auch Sven Bünger mittels eines zunächst verunglückten, dann aber immer euphorischer steigernden Solos beim bereits erwähnten "Higher" in den Vordergrund. Obwohl: Soulounge ist keine Versammlung von Individualisten, die unbedingt im Mittelpunkt stehen müssen, sondern zunächst und vor allem eine Band. Soulounge bezeichnen sich selber als "eher altmodisch" - was bedeutet, dass es z.B. keine elektronischen Elemente oder modernistisches Gefrickel gibt. Handarbeit wird hier noch groß geschrieben und letztlich ist es auch dieser Aspekt, der Soulounge als Live Band so überzeugend agieren lässt.

Funk hin oder her. Eine eher versöhnlichere (und leisere) Note gab's dann aber doch noch zum Schluss, als Platnum traditionellerweise die abschließende Ballade - "Miracles" - darbot; begleitet nur von E-Piano und Bass. Der Schlüssel zum Erfolg liegt bei Soulounge - trotz aller handwerklichen Virtuosität - vor allen Dingen darin begründet, dass alle Beteiligten auf der Bühne einen tierischen Spaß haben und sich dieses Gefühl dann eben auch auf die Zuschauer überträgt. Mit diesem Konzept sind Soulounge jetzt also offensichtlich auch zu Hause ("Home") angekommen. Das sehen sogar die Altvorderen so: Eben erst spielten Soulounge im Vorprogramm von George Benson und dann zusammen mit der Motown-Legende Lamont Dozier. All jenen, denen das, was heute gemeinhin als Soul-Musik bezeichnet wird, dann doch zu fadenscheinig und artifiziell erscheint, seien Soulounge als die bessere (weil ehrlichere) Alternative empfohlen. Noch ein Hinweis: Cultured Pearls Sängerin Astrid North war bei diesem Konzert leider nicht zugegen, jedoch wird sie gleich im Anschluss an die Soulounge Tour zusammen mit Gabriel Gordon auf Konzertreise gehen und gleich danach erste Stücke zu einem geplanten Solo-Album einspielen.

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Surfempfehlung:
www.soulounge.de
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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