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Konzert-Bericht
 
No ballads!

The Donnas
The Lulabelles

Hamburg, Grünspan
20.02.2005

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The Donnas
Brett Anderson, Torry Castellano, Maya Ford, Allison Robertson - das sind die vier Donnas, die sich bisher nur Donna A., Donna C., Donna F. und Donna R. nannten. Doch jetzt sind die rockenden Ladies schon lange genug dabei und brauchen sich nicht mehr hinter Pseudonymen verstecken. Überhaupt brauchen sie sich nicht verstecken, sowohl optisch als auch musikalisch. "Gold Medal" heißt das neue Album, das allerdings auch das Zeug dazu hat, das Lager zu spalten - die einen werden "Ausverkauf!" rufen, für die anderen ist es die Rockplatte des Jahres. Live sind sich aber alle einig: Let's rock, Ladies!
Zuvor jedoch luden die Lulabelles aus Rotterdam ein, gemeinsam mit ihnen ein wenig punkzurocken. Normalerweise besteht die Band aus drei Mädels und einem Typen, aber Bassistin Ann Artistic musste die Donnas-Supporttour leider absagen und wurde durch einen befreundeten Teenager (er sah wirklich so jung aus) ersetzt. Geboten wurde brazziger Rock N Roll und Gute-Laune-Bubblegum-Punk, um den Kollegen Matze Frank zu zitieren. Denn genau das war es - hat nicht besonders wehgetan, war aber auch nicht langweilig. Sängerin Mary-Ann schien allerdings etwas Probleme mit der Stimme zu haben, Gitarristin Ann Alcoholic dagegen eher Probleme mit den Trägern ihres Oberteils. Das "Manic Monday"-Cover hätten sie sich aber auch sparen können, das war schon auf der CD "As The World Turns" ein Langweiler.

Schon während des Bühnen-Umbaus im gemütlichen Grünspan in Hamburg musste man etwas staunen - ein E-Piano auf der Bühne? In der Bühnen-Mitte? Hatten die Donnas tatsächlich ihre "No Ballads!"-Policy über Bord geworfen? Man wartete also erstmal gespannt auf den ersten Song - "It's On The Rocks" hieß es da, definitiv keine Ballade. Nungut, würde das Piano also später zum Einsatz kommen. Die vier Damen waren jedenfalls von der ersten Sekunde an hoch motiviert, Sängerin Brett wie immer mit voller Hingabe, Maya am Bass hatte auch die - wie sie im Gaesteliste.de-Interview sagte - schwierigeren Bass-Linien der neuen Songs im Griff, Gitarristin Allison drosch die Riffs gewohnt lässig und mit wehender Mähne durch den Raum - und im Hintergrund thronte Torry mit ihrem Drumkit über allen und schlug hart darauf ein. Im Folgenden wurde fast das komplette neue Album "Gold Medal" live und somit eine kleine Abkehr von den früheren Shows präsentiert - wo nämlich früher schlicht in 1-2-3-4-Manier durch's Set geprügelt wurde, wird heutzutage auch mal einen Gang zurückgeschaltet. Was sicherlich nicht verkehrt ist und dem Set an sich sehr gut getan hat. Und alle kamen dabei auf ihre Kosten - es durfte gemosht werden, es durfte mitgewippt werden, es durften auch mal die Haare fliegen (ein Langhaarträger in der Publikums-Mitte ließ seine Pracht das komplette Konzert über fliegen...). Brett schien allerdings teilweise doch recht hilflos ob des doch eher zurückhaltenden Hamburger Publikums, ihre Aufforderungen zum Mitklatschen oder der Wettbewerb, "Wer am lautesten schreit, bekommt einen Stapel Donnas-Sticker!", ging relativ in der Menge unter. Macht aber nichts, die Stimmung war trotzdem gut, am besten war sie natürlich bei Krachern wie "Who Invited You", "Fall Behind Me" und dem letzten Stück "Take It Off". (Ein paar mehr Songs hätten es natürlich schon sein können - wenn man bedenkt, dass die Donnas mittlerweile sechs Alben abgeliefert haben, ist eine Spielzeit von einer Stunde schon recht knapp.) Zurück zum E-Piano: Das stand tatsächlich das gesamte Hauptset über in der Bühnen-Mitte und wurde benutzt, und das nicht nur als Deko - ab und zu setzte sich Brett an die Tasten, um ein paar begleitende Akkorde zu spielen, die man allerdings soundtechnisch nicht wahrnehmen konnte (angeschlossen und funktionstüchtig war es aber - beim Soundcheck war es deutlich zu hören). Das lassen wir dann mal wohlwollend als "Selbstverwirklichung" durchgehen. Alles andere hingegen war gewohnt klasse.

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Text: -David Bluhm-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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