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"Telefonsex ist billiger..."

The Prodigy

Hamburg, Alsterdorfer Sporthalle
21.04.2005
The Prodigy
Im Vorfeld war es spannend: Wie viele Leute ziehen The Prodigy noch? Ihr letztes Album gilt - nun - nicht gerade als ihr bestes. Dann spielen sie in Hamburg nicht nur in der äußerst ungemütlichen Alsterdorfer Sporthalle, sondern verlangen auch noch über 40 Euro für eine Karte. Und als ob das alles nicht reichen würde, war die Konkurrenz an diesem Abend alles andere als gering. Bloc Party, Nancy Sinatra, Deine Lakaien, Lee Buddah und Totalt Jävla Mörker mit The (International) Noise Conspiracy-Basser Inge spielten in verschiedensten Hamburger Clubs und machten die Wahl nach dem richtigen Konzert zur Qual.
Viele schienen sich gegen die Elektro-Helden der 90er entschieden haben. Denn obwohl die Hälfte der Sporthallen-Tribüne abgesperrt und auch der Innenraum aufgrund der tiefen Bühne kleiner als sonst üblich war, musste Anheizer DJ Mense Reents seine Platten in einer recht leeren Halle auflegen. Und auch als Liam Howlett und seinen Mannen auf die Bühne kamen, war der Jubel zwar groß, aber voll war es noch immer nicht. Das war diesmal aber gar nicht wirklich schlimm, denn die, die da waren, machten mächtig Stimmung und feierten die Band gnadenlos ab. Dabei war das, was Howlett, Flint und Maxim zusammen mit einem Schlagzeuger und einem Gitarristen da machten, gar nicht mal so aufregend. Klar, der Sound war laut und nicht so schlecht, auch das Licht war gekonnt gewählt und sorgte für Stimmung und mit "Breathe" und "Firestarter" kann man eh nicht viel falsch machen. Aber sonst? Viele Tracks von "Always Outnumbered Never Outgunned" (doch auch auf der Bühne werden "Girls" oder "Spitfire" nicht besser), zwar engagierte, aber sicher nicht überragende Frontmänner (Flint sagte kaum was, Maxim kam nicht über ein paar Phrasen hinaus, ansonsten hüpfte das Duo nur putzig hin und her) und irgendwie schienen nur die wirklichen Hardcore-Fans ihren Spaß zu haben. Denn es fehlte die Abwechslung, es fehlte die Spontaneität und es fehlten einfach - mit Ausnahme der beiden oben erwähnten - die großen Hits. So vergingen die 50 Minuten nicht gerade wie im Flug, machten aber trotzdem - und niemand weiß wirklich warum - irgendwie Spaß. "50 Minuten, 45 Euro", begann eine Zuschauerin zu rechnen. "Das ist fast ein Euro pro Minute." Kommentar ihres Begleiters: "Da ist Telefonsex ja billiger." Ohne Worte.

Natürlich kam die Band wieder und natürlich wurde sie erneut jubelnd willkommen geheißen. Und obwohl The Prodigy ihre Zugabe mit einer nicht gerade gelungenen, sondern viel zu deftigen Version des "Music For The Jilted Generation"-Klassikers "Poison" begann, rastete das Publikum gleich wieder heftigst aus, tanzte, johlte, bekam sich kaum noch ein. Es folgte "Smack My Bitch Up", dargeboten in der Single-Version, alle waren happy. Sogar die Nörgler von vorhin. Danach der wohl beste Prodigy-Song: "Out Of Space" - alles gut also. So kann es weitergehen. Doch schwupps, Song zu Ende, Band weg, Licht an, "bitte verlassen Sie die Halle". Gerade 70 Minuten dauerte das Konzert. Und das fanden selbst die Hardcore-Fans nicht mehr komisch und reckten ihre Mittelfinger in Richtung Bühne. Doch die war schon lange leer...

Surfempfehlung:
www.theprodigy.com
www.brainkiller.it
www.prodigy-net.de
Text: -Mathias Frank-
Foto: -Pressefreigabe-

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