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Konzert-Bericht
 
Ein Genuss

Weezer

Hamburg, Große Freiheit 36
05.06.2005
Weezer
Das neue Weezer-Album heimste hierzulande nicht gerade die besten Kritiken ein und mit 34 Euro fiel der Eintrittspreis auch noch recht happig aus - doch die Große Freiheit 36 war trotzdem bestens gefüllt. Es sind eben Weezer und die spielten an diesem Sonntag ihr einziges Club-Konzert, nachdem sie zuvor bereits bei Rock am Ring und Rock im Park aufgetreten waren. "Der Grund für die Show in Hamburg ist, dass wir zwischen den Open-Airs einfach Zeit hatten", erzählte Weezer-Gitarrist Brian Bell zuvor im Gespräch mit Gaesteliste.de. "Denn eigentlich sind wir auf Festival-Tour." Nun, die Hamburger freute es, sie kamen in den exklusiven Genuss, Rivers Cuomo und seine Mannen im kleinen Rahmen zu genießen. Und genau das sollte dieser Abend dann auch werden. Ein Genuss...
"Wir werden einen bunten Mix aus all unseren Alben spielen", verriet Bell. "Es werden zwar keine "Maladroit"-Songs dabei sein, aber dafür eine Menge vom grünen und blauen Album." Und der Gitarrist hielt Wort, das letzte Album schien es nie gegeben zu haben, dafür erlebten die Zuschauer ihr blaues Wunder. Denn im Mittelpunkt der Show stand einzig und allein das Debüt. Gleich zu Anfang brachte man mit "In The Garage" und "No One Else" die Massen zum Ausflippen, innerhalb kürzester Zeit folgte Klassiker auf Klassiker: "Buddy Holly" (was viele überraschend spät erkannten), "Say It Ain't So", "My Name Is Jonas", "Undone - The Sweater Song" - die Fans kamen aus dem Jubeln, Tanzen und Mitsingen gar nicht mehr heraus.

Auf der Bühne schien jeder seinen Part zu haben. Drummer Pat Wilson thronte über allen und wirkte ziemlich genervt, fast schon schlecht gelaunt und man musste befürchten, dass er irgendwann keine Lust mehr haben und seinen Platz einfach räumen würde. Brian Bell tobte sich dagegen kräftig aus, bewegte seinen Oberkörper in seiner unnachahmlichen Art von links nach rechts und wieder zurück und Bassist Scott Shriner mimte den Rockstar, den Poser, den Mann, der beim Bass-Spielen mit dem Rücken den Bühnenboden berührt. Und in der Mitte Rivers. Natürlich mit dicker Hornbrille, natürlich mit der Klampfe unter dem Kinn und natürlich schüchtern. Ein Nerd, wie er im Buche steht. Und ein Sympath. "Danke meine Freunde", sagte er im sauberen deutsch. "Das ist fantastisch."

Obwohl "Make Believe" sicher nicht so großartig wie die ersten drei Alben ist, fügten sich die neuen Songs überraschend gut ein. Zu "Hold Me" und "Peace" wurde kollektiv gekuschelt, bei "Beverly Hills" fleißig mitgeklatscht und bei "We Are All On Drugs" unfassbar kräftig gerockt. Nur auf "This Is Such A Pity" wurde leider verzichtet. Es war trotzdem richtig gut, die Mischung stimmte und Weezer wussten, was ihre Jünger hören wollten. "Photograph" mit seinen herrlich-cheesy "Oh Baby"-Chören und die Hit-Single "Island In The Sun" vom grünen Album, später "Hash Pipe" als Zugabe und zwischendurch den "Pinkerton"-Klasiker und wohl besten Weezer-Song ever: "The Good Life". Und spätestens jetzt waren die 34 Euro vergessen...

Surfempfehlung:
www.weezer.com
www.weezer.de
Text: -Mathias Frank-
Foto: -Sean Murphy-


 
 

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