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The Next Generation

Papa Roach
Helmet

Hamburg, D-Club
07.06.2005
Papa Roach
Als Papa Roach vor einer halben Dekade mit "Infest" den Durchbruch schafften, gab es Helmet schon nicht mehr. Inzwischen hat sich das zum Glück wieder geändert, Hamilton hat eine neue Band um sich geschart und im letzten Jahr mit "Size Matters" nicht nur ein richtig starkes Comeback-Album aufgenommen, sondern auch eine umjubelte Club-Tour gespielt. Ein knappes halbes Jahr später verschlug es die Ostküsten-Noiser erneut zu uns. Diesmal aber als Support. Von eben Papa Roach. Den Popstars. Und so etwas wie das genaue Gegenteil von Helmet.
War schon ihr letzter Hamburg-Gig ein voller Erfolg (Gaesteliste.de berichtete), setzten Helmet diesmal sogar noch einen drauf. Indem sie alles eine Nummer runter schraubten. Wenige Worte, wenig Show, einfach vier Herren in T-Shirts (für Frank Bello war diesmal Jeremy Chatelain (Handsome, Jets To Brazil) am Bass dabei) und ihre Instrumente und die Musik. Vor der Show sagte Hamilton gegenüber Gaesteliste.de: "Andere Bands springen auf der Bühne herum, weil sie denken, es wäre gut für die Show. Ich möchte springen, wenn ich es für richtig halte." Diesmal schien er es nicht für richtig zu halten. Die Band wirkte ungemein konzentriert und trotzdem entspannt. Es war ja auch nur eine Support-Show. Page alberte ein wenig mit einem Mädchen in der ersten Reihe und sagte selten putzige Sätze wie "Ich spreche besser deutsch, wenn ich betrunken bin. Heute bin ich nüchtern." Und nüchtern war auch dieses Konzert. Und großartig dazu. Es groovte wie Hölle, die Instrumente wurden maltretiert, wummernde Soundteppiche beschallten den gut gefüllten Club und mit der Zeit wuchs die Begeisterung im Publikum. Von "Give It" von der "Meantime" über "Exactly What You Wanted" von "Aftertaste" bis zu "See You Dead" von "Size Matters" gab es die besten Songs aus der gesammten Helmet-Historie und nach "In The Meantime" und einer knappen Dreiviertelstunde forderten die Zuschauer völlig zu Recht nach einer Zugabe. Die leider nicht gestattet wurde.

Wie zu erwarten, boten Papa Roach im Anschluss das komplette Gegenteil. Jacoby stürmte die Boxen, ließ sich feiern, poste sich einen Wolf und gäbe es ein Phrasenschwein, wäre es innerhalb kürzester Zeit bis oben hin gefüllt. Von "Ich kann euch nicht hören" über "Habt ihr eine gute Zeit?" und "Nehmt die Hände hoch!" bis zu "Make some noise" und "Are you ready to rock?" - bereits nach 15 Minuten hatte Jacoby sämtliche Animations-Sprüche durch. Und wenn ihm dann mal keiner einfiel, befahl er "Scream!" und die Masse screamte. Wie der Abend musikalisch laufen sollte, war nach den ersten Songs klar. Gleich zu Anfang die Hits "Dead Cell" und "She Loves Me Not", danach den aktuellen Titeltrack "Getting Away With Murder" - Greatest Hits, wohin man hörte. Und ausflippende Massen, wohin man sah. Bis nach hinten, da wo inzwischen eigentlich die Helmet-Fans standen, wurde getanzt und gejubelt. Papa Roach mögen musikalisch nicht mehr die Klasse von damals haben, wie man eine große Rockshow spielt und die Massen begeistert, wissen sie sehr wohl.


NACHGEHAKT BEI: HELMET & PAPA ROACH

Papa Roach auf Tour mit Helmet. Zwei Generationen, zwei Stile, zwei Gruppen von Fans. Gaesteliste.de hakte nach und traf sich (nacheinander) mit Papa Roach-Gitarrist Tobin Esperance und Helmet-Boss Page Hamilton. Während sich dieser erneut als ungemein sympathischer Zeitgenosse erwies und sich Sorgen um die Aufnahme-Qualität des Diktiergeräts machte (Papa Roach absolvierten zeitgleich ihren Soundcheck), war Tobin betrunken, cool und irgendwie trotzdem nett.

GL.de: Was denkt ihr über das Package Papa Roach / Helmet?

Esperance: Ich bin einfach geehrt, mit Helmet zu spielen. Ich bin mit ihrer Musik aufgewachsen und sie waren meine Lieblingsband! Sie hatten die coolsten Riffs von all den Ostküsten-Bands und haben mich echt beeinflusst.

Hamilton: Wir sind keine große Band, verkaufen keine Tonnen von Platten und so ist diese Tour ökonomisch sicher nicht ganz einfach. Aber wir wollten touren und haben daher die Möglichkeit angenommen, mit Papa Roach und auf ein paar Festivals zu spielen. Eigentlich wollte ich nicht mehr die Vorband machen - man hat weniger Zeit, die Leute kennen einen nicht und man hat weniger Kontrolle - aber die Jungs von Papa Roach sind echt nette Kerle und es scheint eine gute Sache zu sein.

GL.de: Magst du ihre Musik?

Hamilton: Ich kenne sie nicht und kann dir wirklich keinen Song von ihnen nennen. Ich lebe eben in meiner eigenen musikalischen Welt, höre wenig Rock und wenn ich nicht gerade mit jungen Bands arbeite, lerne ich wenig neue Sachen kennen.

GL.de: Wer hatte die Idee für diese Tour?

Esperance: Wir haben uns dafür entschieden. Wir bekamen eine Liste mit potentiellen Tour-Partnern und haben uns Helmet ausgesucht.

GL.de: Glaubt ihr, die Fans der einen werden die andere Band mögen?

Esperance: Ja, ganz sicher, denn es gibt ja schon eine musikalische Schnittmenge. Gestern (die Tour startete in Herford) war es jedenfalls schon richtig klasse.

Hamilton: Letzte Nacht war großartig, was aber auch daran liegt, dass die Deutschen sehr höflich sind und uns immer einen warmen Empfang bescheren. Nein, ich glaube schon, dass uns einige PR-Fans mögen werden.

GL.de: Warum seid ihr gerade jetzt auf Tour? Eure Alben sind schon länger draußen und zu ihnen gab es auch schon Touren (Helmet spielten im Dezember, Papa Roach gaben im Oktober lediglich zwei Shows in Deutschland).

Esperance: Wir waren gerade in den Staaten und wollen das Album jetzt auch hier ordentlich pushen. Wir spielen ein paar Club-Gigs, aber auch eine Menge Festivals wie Rock am Ring und Rock im Park.

Hamilton: "Size Matters" ist noch neu, es erschien erst letzten Herbst. Und ich denke, man kann auch zweimal mit einem Album touren. Wir sehen das Ganze auch nicht nur als Promotion an, auch wenn uns die Plattenfirma hier in Deutschland ganz besonders gut unterstützt, was in den Staaten leider nicht immer ganz der Fall ist. Wir spielen in Städten, in denen wir noch nie waren und dazu eine Menge Festivals. Und im August wollen wir noch mal kommen, wenn weitere Festivals anstehen.

GL.de: Wie war RaR und RiP?

Esperance: Es war sehr cool, wir konnten mit vielen Freunden wie Slipknot abhängen, Bands wie Killswitch Engage gucken und die Jungs von Lamb Of God kennenlernen, deren Musik wir toll finden. Den ganzen Tag haben wir Bands angesehen und Spaß gehabt. Weißt du, hier ist dieser Gemeinschaftsgedanke viel größer als in den Staaten, die Bands unterstüzen sich und auch die Fans sind klasse. Sie campen drei Tage und feiern all die Bands ab, das ist cool.

Hamilton: Wir hatten eine Menge Spaß, auch weil wir seit langer Zeit keine so großen Shows mehr gespielt haben. Es waren gute Gigs von uns, auch wenn wir ein paar technische Probleme hatten. Außerdem konnte ich eine Menge Bands wie Slayer, Mötley Crüe, Manson und Iron Maiden sehen.

GL.de: Was kommt jetzt?

Esperance: Wir schreiben Songs auf Tour und haben auch ein Studio im Bus, so dass wir die Sachen auch gleich aufnehmen können. Wie das neue Album klingen wird, kann ich dir nicht sagen. Nur, dass es rocken wird. Wir wollen es Ende des Jahres aufnehmen, damit es im nächsten Jahr veröffentlicht werden kann.

Das vollständige Interview mit Page Hamilton von Helmet wird in Kürze auf Gaesteliste.de veröffentlicht.

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Text: -Mathias Frank-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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