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Und so sprach...

Funeral For A Friend
Emanuel

Hamburg, Knust
31.08.2005
Funeral For A Friend
Nicht alle sind mit der Entwicklung von Funeral For A Friend einverstanden und werfen den Walisern kommerziellen Ausverkauf und Verweichlichung vor. Dabei haben sie auf ihrem neuen, überaus schönen Album "Hours" doch nur einen Schritt nach vorne gemacht. Weg vom Screamo-Einheitsbrei, hin zur melodischen Eigenständigkeit. Wem das gefällt, der war im Knust und wer nicht da war, hat was verpasst.
Emanuel zum Beispiel, das tolle Vagrant-Quartett, das den Emo zwar auch nicht neu erfindet, aber eine tolle Scheibe gemacht und diese im Vorprogramm ausgiebig vorgestellt hat. "Alle Songs, die wir heute spielen, stammen von 'Soundtrack To A Headrush'", kündigte Sänger Matt Breen an. Der stand mit Björn Borg-Stirnband auf der Bühne und machte einen richtig guten Frontmann. Natürlich konnte auch er sich Sprüche wie "macht mal Lärm für Funeral For A Friend" oder "Kauft unsere Platte, sie ist großartig", nicht verkneifen, doch alles im allem wirkte der kleine Schreihals nicht nur äußerst nett und zufrieden, sondern bot auch eine stimmlich astreine Leistung und konnte sowohl klar singend als auch laut kreischend absolut überzeugen. Im Hintergrund werkelten seine drei Mitmusiker und brachten die Songs live sogar noch besser, weil einfach noch kräftiger und aggressiver und nach einer halben Stunde hatten Emanuel eine starke Show beendet. Die Fans im schon jetzt recht gut gefüllten Knust verfielen zwar nicht in die totale Begeisterung, doch den verdienten Applaus spendeten sie gerne. Und einige werden sicher wieder dabei sein, wenn es im Oktober die nächsten Emanuel-Shows in Deutschland gibt. "Pünktlich zum Oktoberfest", witzelte Breen. Dass das in Hamburg keinen wirklich interessiert, konnte er natürlich nicht wissen. Ebenso wenig, wie passend dieses Zitat an diesem Abend war. Denn nicht wenige Zuschauer erlebten an der Bar eine böse Überraschung. "Wir haben nur Becks Gold und Paulaner", hörte dort jeder, der ein Bier bestellte. Ohne Worte.
Lümmelten sich bei Emanuel noch viele Zuschauer im Foyer oder bei besten Temperaturen noch rund um den Club, waren sie bei Funeral For A Friend alle vor der Bühne. Und verfielen in kürzester Zeit in kollektive Spring- und Tanzlaune. Ein paar Töne "Roses For The Dead" reichten, um die Leute zu begeistern. Aber es war ja auch klasse, was die Waliser da fabrizierten, Hit folgte auf Hit, viel Neues (das große "Monsters" und das ruhige "History" ragten heraus) traf auf etwas Altes (Highlight: das früh gespielte "She Drove Me To Daytime Television"), in dieser Hinsicht gab es nichst zu meckern. Doch ein Fluss kam trotzdem nicht auf. Denn Chef-Sänger Matt Davies hatte Sabbelwasser getrunken und unterbrach das Set zwischen jedem verdammten Song. Ob er sich bedankte, die Vorband grüßte, über seine Wasserflasche philosophierte, auf die letzten Touren hinwies oder die Fans zum "Fuck"-Schreien animierte, es war einfach zu viel. Höhepunkt der verbalen Sinnlosigkeit war, als er die Fans aufforderte, Daumen und kleinen Finger zum Telefon zu formen und das Klingeln des selbigen zu imitieren. Das dürfen vielleicht Die Ärzte, aber doch nicht Funeral For A Friend. Wenn sich Davies aber mal aufs Singen konzentrierte, Drummer Ryan Richards herzhaft in sein Mikro grunzte und die Band ihre Spielfreude der Springlust der Fans anpasste, war es mit exakt einer Stunde zwar ein leider etwas kurzes, aber doch großartiges Konzert. Trotz oder gerade der neuen Songs...
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Text: -Mathias Frank-
Foto: -Pressefreigabe-

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