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Konzert-Bericht
 
Die Queen und ihr König

The Subways
Suzie Rock/ One Fine Day

Hamburg, Grünspan
22.09.2005
The Subways
Nach einem Gig im Vorprogramm von Weezer im Sommer und zwei Showcases vor knapp zwei Monaten kamen The Subways nun erneut nach Deutschland, um auf der von Gaesteliste.de präsentierten Tour ihr jüngst erschienendes Album "Young For Eternity" vorzustellen. Dass dieses ebenso großartig ist wie ihre Live-Qualitäten steht außer Frage, spannend war es, wie viele dieses auch wussten.
Als mit One Fine Day der erste Support-Act auf der Bühne stand, war das gemütliche Grünspan noch recht übersichtlicht gefüllt. Das lag sicher an der recht frühen Anfangszeit von vor 21 Uhr, zum anderen an der Tatsache, dass wohl jeder Hamburger die Band schon mindestens einmal gesehen hat. Denn die Emo-Popper sind wohl eine der fleißigsten Vorbands, vor denen es einfach kein Entkommen gibt. Aber genau diese Routine macht sich von Show zu Show mehr bemerkbar, das Quintett tritt inzwischen ungemein selbstbewusst, erfahren und schlicht gut vor die Leute und weiß, was zu einer ordentlichen Show gehört. Da wird gekonnt die Faust gereckt, munter ins Mikro gesabbelt, die passenden Strümpfe zum Shirt gewählt und ohne Rücksicht auf manchmal etwas ruhigere Reaktionen seitens der Zuschauer schlicht kräftig gerockt. Nicht jeder konnte mit dem manchmal sicher etwas austauschbaren Klängen etwas anfangen, von der Entschlossenheit der Jungs aber waren alle getan. Und so passierte vor der Bühne während der Songs zwar nicht immer viel, der Applaus aber wurde nach jedem Song lauter. Es kann ja auch nicht von irgendwo herkommen, dass One Fine Day als einzige Band des Abends einen Sponsor auf ihrem Banner hatten...

Anschließend schauten dann einige verduzt gen Bühne. Sind das schon The Subways oder nicht? Ein Trio mit blonder Bassistin am Mikro? Es waren Suzie Rock aus Regensburg und die spalteten die Menge. Waren einige recht schnell begeistert und freuten sich über (Zitat) "geilen 80er Jahre Schwanzrock", hielten sie andere für langweilige Poser. Die Wahrheit liegt vermutlich wie immer in der Mitte, nur mit dem Poser, darüber gab es keinen Zweifel. Gitarrist Jimmy Himmer (alleine dieser Name...) mimte mit offenem Hemd und gelockter Mähne den Rockstar und schien sich wie ein junger Slash zu fühlen. Und Heike Jörss wusste auch, wie sie die Fotografen auf sich zu lenken hatte. Kurzer Rock, Fuß auf den Monitor und das Haupt schütteln. Entertainment nennt man das. Musikalisch konnten sie aber nicht ganz so überzeugen, wie sie es mit ihrem Album "O.K." noch getan haben. Zwar kamen Songs wie "Refrigerator" oder "Nasty Nelly" durchaus knackig und gekonnt rotzig aus den Boxen, doch live wirkte das häufig leider wie eine Kopie aus L7, der Distillers und Hole. Anders das Ende. Mit einem atemberaubenden Instrumental-Finale, dass Jimmy und Heike auf den Knien beendeten, verabschiedeten sich Suzie Rock und machten die Bühne frei für die momentan wohl heißeste Bands der Insel.

Musste man aufgrund der lichten Reihen bei beiden Vorbands noch mit einem halbleeren Club rechnen, kamen sie zum Beginn der Hauptattraktion alle aus ihre Ecken und drängelten sich in den Innenraum. The Subways waren da und die waren sympathisch wie immer. Sänger Billy in Tocotronic-Gedächtnis-Jacke suchte immer wieder den Kontakt und stürzte sich bei "Oh Yeah" das erste Mal ins Publikum, Sängerin Charlotte sah einfach bezaubernd aus im kurzen Schwarzen und brach mit ihrem Lächeln und an sich banalen, aber doch treffenden Ansagen wie "Ihr seid super" ein Herz nach dem anderen. Und auch wenn es da noch einen Schlagwerker bei den Subways gibt, die Blicke galten den beiden Persönchen hinter den Mikrofonen. Die machten da weiter, wo sie bei ihren letzten HH-Auftritten aufgehört hatten. Sie spielten zusammen, überbrückten eine ausgefallene Gitarre mit einem spontanen Bass-Solo, blickten sich tief in die Augen und schroteten einen Album-Hit nach dem anderen. Und ein jeder wurde von den Zuschauern abgefeiert. Denn heute waren tatsächlich die Fans in den ersten Reihen, es wurde getanzt, gejubelt und der etwas seltsame letzte Auftritt der Subways in Hamburg (Gaesteliste.de berichtete) war vergessen. Bis Charlotte wieder da Wort ergriff und "Rock N Roll Queen" als letzten Song ankündigte. Da waren gerade 40 Minuten gespielt und es sollte schon wieder Schluss sein? Billy improvosierte, sang den Song zum Teil auf deutsch ("Du bist die Sonne, du bist die einzige / Du bist so cool, du bist so Rock N Roll!"), die Menge wogte und die Band verließ tatsächlich die Bühne. Doch diesmal kamen sie wieder, spielten ihren wohl besten Song ("Mary") und nach gut 50 Minuten verließ niemand unzufrieden den Club. Klasse Konzert einer klasse Band, deren vierter Hamburg-Gig hoffentlich nicht lange auf sich warten lässt...
Surfempfehlung:
www.thesubways.net
www.thesubways.de
www.suzie-rock.de
www.onefineday.de
Text: -Mathias Frank-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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