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Konzert-Bericht
 
Enttäuschend großartig

Silverstein
Spitalfield/ Needless

Hamburg, Logo
06.10.2005

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Silverstein
Es gibt Konzerte, auf die man sich besonders freut. Weil man die Band so liebt, man sie schon lange nicht mehr oder noch nie gesehen hat oder weil das aktuelle Album einen so begeistert hat. Von diesen Konzerten erwartet man sich mehr als von anderen, ist fast schon ein wenig aufgeregt und kann es kaum abwarten. Manchmal werden es dann tatsächlich unbeschreibliche Abende. Und manchmal leider auch nicht. Wie in diesem Fall.
Dabei begann es so richtig gut. Das gemütliche Logo war mit einer bunten Mischung aus springwütigen Emo-Jüngern, älteren Semestern und Neugierigen ordentlich gefüllt und schon die erste von drei Bands konnte begeistern. Needless standen auf der niedrigen Bühne, begannen mit einem energischen Instrumental-Intro und schrien und sangen sich anschließend in die Herzen der Zuschauer. Sicher spielten sie "nur" recht typischen, mehrstimmigen Emocore / Screamo, doch das taten sie mit einer solchen Hingabe und Leidenschaft, dass man sie einfach mögen musste. Und wenn ihr Sänger dann in deutsch eine Solo-Nummer über Frauen, Liebe und 50 Euro sang und anschließend Xavier Naidoo imitierte, haben wir nicht nur alle gelacht, sondern uns den Namen gemerkt und später für zwei Euro die CD der Band gekauft.

Auch die anschließenden Spitalfield enttäuschten nicht. Sind die Jungs aus Chicago zwar auf Platte etwas lahm, peppen sie ihre Songs live eine gute Nummer auf und kommen mit viel mehr Dampf. Und siehe da, das passt, das macht Spaß und wenn sie sich nicht nach jedem Song im typischen Ami-Style bedankt hätten, wäre die ganze Sache noch schöner gewesen. Den Zuschauern war das egal, sie drängelten sich vor die Bühne, die Girlies schmachteten Sänger Mark Rose an und der Rest nickte zufrieden mit. Eine feine halbe Stunde rockten sich Spitalfield durch ihre zwei Alben, wobei die aktuellen "Gold Dust vs. State Of Illinois" und der "Tampa Bum Blues" zu den Highlights des Sets avancierten. Überraschend gut das Ganze.

Unüberraschend begeistert wurden dann die Durchstarter Silverstein empfangen. Mit Kopnicken und Schmachten war nicht mehr viel, der Mob setze sich in Bewegung, es wurde gesprungen und getanzt und nur ein paar ältere Besucher nutzten den nun leeren Platz in den hinteren Reihen und machten es sich auf Hockern gemütlich. Entspannung deluxe bei toller Musik. Es mag abgedroschen klingen, aber Silverstein zündeten wirklich ein Feuerwerk an Hits, ballerten ihre Songs in CD-Qualität unter das Volk und gönnten sich und dem Publikum nur kurze Pausen. In diese wurde sich - natürlich - ausgiebig bedankt, gegrüßt und geschwärmt (einer will jetzt einen "Standardansagen-Generator" programmieren...), ein Schluck aus der Pulle genommen und weiter ging die Fahrt im Screamo-Porsche. Ein Fest für alle. Doch leider nahmen die Jungs den Spruch "aufhören, wenn es am Schönsten ist" etwas wörtlich und verließen bereits nach gut 30 Minuten die Bühne. Und Schluss war. Und damit wurde aus diesem Abend leider kein unbeschreiblicher. Da konnten Musik, Stimmung und Band noch so großartig sein, irgendwie enttäuschtend war es dann doch.

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Surfempfehlung:
www.silversteinmusic.com
www.spitalfield.net
www.theneedless.com
Text: -Mathias Frank-
Foto: -Mathias Frank-

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