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Bloc Party
Stars

Düsseldorf, Tor 3
02.12.2005
Bloc Party
Das Jahr 2005 dürfte sich sehr gut machen in der Historie von Bloc Party aus England - schließlich hat die Band mit "Silent Alarm" ein erstklassiges Debüt-Album abgeliefert, das mit Sicherheit in sämtlichen Jahrescharts 2005 auf den vorderen Plätzen liegen wird, und zudem hat die Band uns viele schöne und eindrucksvolle Konzert-Erlebnisse beschert. Anfang des Jahres waren die Herren Kele Okereke (Gesang, Gitarre), Russel Lissack (Gitarre), Gordon Moakes (Bass) und Matt Tong (Drums) bereits in unseren Landen unterwegs, die Tour verlief sehr erfolgreich, also war ein Nachschlag fällig.
Doch zunächst durften die Stars aus Montreal, Kanada, die versammelte Menge im Düsseldorfer Tor 3 mit ihrem Gitarren-Rock-Pop verzaubern - wobei es aufgrund der Anzahl der Band-Mitglieder erst einmal etwas eng auf der Bühne wurde, denn schließlich ist die Band immerhin mit sieben Leuten unterwegs. Wie es bereits die Kollegin Annette Kessen in ihrem Konzert-Bericht aus Münster 2004 richtig bemerkte, spielen sich die Stars ohne große Probleme und gleichzeitig sehr unaufdringlich in die Herzen der Zuschauer. Vor allem die stimmliche Kombination von Sänger Torquil Campbell und Gitarristin Amy Millan funktionierte hervorragend. Torquil war allerdings anfangs etwas mit den Nerven fertig, denn die Bühnencrew konnte zunächst seine Trompete nicht finden - nachdem sie dann doch wieder aufgetaucht ist, bedankte er sich fast mit einem Kniefall. Also konnte es weitergehen mit ihren feinen Songs, die teilweise angereichert wurden mit Trompete und Violine. Sehr lustig auch die unterschiedliche Kleiderordnung der Band - während Torquil ganz unspektakulär mit Jeans und T-Shirt auftrat, sah Amy Millan aus wie eine Sekretärin aus den 80s und der Drummer scheint sein Faible für schrille Farben gerne auszuleben. Aber es sind schließlich die Stars, und die dürfen das.
In der anschließenden Umbauphase hatte es der Pausen-DJ beinahe mit seiner Techno-Beschallung geschafft, die gute Stimmung, die von den Stars erzeugt worden war, zu zerstören. Doch als um 21:15 Uhr Kele, Russel, Gordon und Matt endlich ihren Weg auf die Bühne fanden, konnte die Party endlich wieder richtig beginnen. Obwohl sie mit dem eher ruhigen "So Here We Are Now" den Abend begannen, konnte man schon frühzeitig merken, dass sowohl die Band als auch das Publikum auf den Punkt zusammen funktionierten und somit einem großartigen Konzert-Abend nichts mehr im Wege stehen würde. Hatten wir Ende letzten und Anfang diesen Jahres bereits das perfekte Zusammenspiel innerhalb der Band gelobt, muss die Aussage nochmal wiederholt und dazu eine wunderbar abgegriffene Floskel bemüht werden: Es war eine verdammt tighte Performance. Von Tour-Routine keine Spur, auch wenn vielleicht der ruhige Anfang von "Blue Light" etwas holperte, im lauten Teil allerdings wieder perfekt und eindringlich klang. Kele Okereke scheint auch den Sommerkurs in Sachen "Showman auf der Bühne" mit Bestnoten absolviert zu haben, denn selten hat man so einen redseligen und aufgekratzten Bloc Party-Frontmann gesehen. Er bedankte sich immer wieder beim Publikum, widmete eine gespielte B-Seite den besonderen Menschen, die diese Single besitzen, ließ verlauten, dass Bloc Party sehr gerne in Deutschland spielen, animierte zum Mit-Klatschen und suchte den Kontakt zum Publikum. Von der anfänglichen Zurückhaltung der frühen Shows ist nichts mehr zu spüren. Apropos Show: Lichtmäßig hat die Band anscheinend das Stroboskoplicht und die LED-Wand entdeckt und passend ins Set integriert. Songmäßig wurde nahezu alles vom "Silent Alarm"-Album geboten, zu gesellten sich noch alte Kracher a la "Tulips" und "The Marshals Are Dead". Nach einem 3-Song-Zugabenblock mit der famosen Single "Two More Years", "Price Of Gas" und "The Pioneers" verabschiedeten sich Bloc Party dann nach knapp 70 Minuten Spielzeit von Deutschland im Jahre 2005. Schlagzeuger Matt Tong widmete "Price Of Gas" übrigens noch seinen Eiern - der Song handelt von teuflischen Dingen, und da er just an diesem Abend vergessen hatte, seine übliche Drummer-Hose anzuziehen und dadurch teilweise schmerzhaft auf seinem Stuhl herumrutschte, würde es doch sehr gut passen. Gepasst hat sowieso alles an diesem Abend - dass die Band allerdings keinen neuen Song gespielt hat, war etwas schade. Aber wenn Bloc Party nur ein wenig von dem hier gezeigten Selbstbewusstsein und der Energie mit ins Studio nehmen können, dann wird das zweite Album "Silent Alarm" locker übertreffen. Hoffen wir das Beste und freuen wir uns darauf!
Surfempfehlung:
www.blocparty.com
www.blocparty.net
de.v2music.com/site/act.asp?ID=101
Text: -David Bluhm-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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