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Ein Lebenszeichen

Cave In

Hamburg, Logo
11.02.2006
Cave In
Lange hat man nichts mehr von Cave In gehört. Ihr famoses "Antenna"-Album ist bereits im Frühjahr 2003 erschienen, im letzten Jahr veröffentlichten sie mit "Perfect Pitch Black" lediglich eine Raritäten & Outtakes-Compilation und auch live haben sich die progressiven Harcore-Helden recht rar gemacht. Doch es tut sich was. Noch in diesem Jahr soll via Hydra Head Records ein frisches Werk erscheinen und schon jetzt ließen sie sich mal wieder auf deutschen Bühnen blicken.
Doch viele scheint das gar nicht (mehr) zu interessieren, das Hamburger Logo war jedenfalls gerade zur Hälfte gefüllt. Es ist müßig zu diskutieren, ob es am Eintrittpreis von 15 Euro, der langen Abwesenheit oder lediglich am Samstagabend lag - es war leer und das war enttäuschend. Doch die, die da waren, ließen sich die Stimmung nicht verderben, diskutierten über frührere Cave In-Auftritte, genossen ihre Vorfreude ("Da kommt großes Songwriting auf uns zu!") und drängelten sich nach vorne, als es nach den supportenden und gemischte Reaktionen (von "Geil, ich hab die letzte Platte von denen bekommen!" bis "Ich fand die völlig langweilig") hervor riefenden Pelican endlich losging. Vier Männer mit Vollbärten und in Metal-Shirts gekleidet standen auf der kleinen Bühne, Bassist Adam McGrath beugte sich zum Mikro und schrie in wuchtigster Hardcore-Manier und voller Aggression und Wut. Keine Spur von Antennischer Schönheit, von Anfang an dominierten die heftigen, die noisigen und die anstrengenden Cave In. Und die schweigsamen noch dazu. Denn bis zur Zugabe gab es nur ein einziges Hallo und Dankeschön von Sänger und Gitarrist Stephen Brodsky, ansonsten standen die wummernden Klänge fernab von "Antenna" im Mittelpunkt. Es war schade, dass Cave In ihrem Major-Ausflug offensichtlich nicht mehr viel abgewinnen können und ihn weitesgehend ignorierten. Nicht nur, dass der einzige "Antenna"-Song "Stained Silver" eines der Highlights war, auch fehlte an diesem Abend einfach diese Leichtigkeit, die diesen tollen Abend sicher noch toller gemacht hätte.
Denn natürlich hat es großen Spaß gemacht, die vier Männer hemmungslos Schrammeln, Wüten und Frickeln zu sehen, wie sie herzlich geschwitzt, ungestüm gejammt und brutal musiziert haben. Drohende Wände überollten das Publikum, manche - wie das bedächtige "Off To Ruin" - langsam, fast schon psychedelisch und dumpf - einige wollten sogar Doom-Einflüsse gespürt haben -, manche ganz neu ("Shape Shifter"), andere ("Trepanning") voller Hektik und Geschwindigkeit, was der Pulk zu heftigen Pogo-Attacken nutzte. Doch immer nur nach kompromisslos ist mit der Zeit eben ermüdend. Und so war es ein starkes, aber leider nicht so begeisterndes Konzert, wie es sich viele erhofft haben. Aber immerhin war es ein Lebenszeichen. Und über das freuten sich dann doch alle.
Surfempfehlung:
www.cavein.net
www.perfectpitchblack.com
www.sight-of-sound.de
Text: -Mathias Frank-
Foto: -Sight Of Sound-

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