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Momente

Sigur Ros
Amina

Essen, Lichtburg
25.06.2006

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Sigur Ros
Normalerweise findet in Deutschlands größtem Filmpalast (1.250 Sitzplätze) natürlich Kino-Programm und ganz speziell die ein oder andere Film-Premiere statt, bei der sich viele nationale und internationale Schauspieler persönlich blicken lassen - doch das ist noch lange nicht alles, denn auf dem Programm der Lichtburg in Essen stehen inzwischen auch Konzerte. Und während sich Holland mit Portugal im Achtelfinale prügelt und ein Hurricane auf dem gleichnamigen Open Air Festival für Angst und Schrecken sorgt, betritt man am gleichen Abend in der Lichtburg eine völlige andere Welt. Die Isländer Sigur Ros sind in der Stadt.
Ganz klassisch wird per Gong zum Auffinden der Plätze aufgerufen, und schon geht es pünktlich los mit der Vorband und zugleich auch Bestandteil von Sigur Ros: Amina. Das sind vier Damen, die sowohl mit Saiteninstrumenten aller Art als auch mit Gläsern, Xylofon und altmodischen Analog-Synthies schon einen kleinen Ausblick darauf bieten, was später mit Sigur Ros auf einen zukommen wird. Seltsamer Schönklang, öfters ruhig, mal beschwingt (es gibt als letzten Song sogar sowas eine Disco-Pop-Nummer mit einem Beat aus dem alten Casio-Mini-Keyboard), es wird die singende Säge eingesetzt und sich charmant mit dem Hinweis auf die EP und den "really cool t-shirts" bedankt. Sehr schön.
Kurze Zeit später wird der teils löchrige weiße Vorhang zugezogen, flugs die Bühne umgebaut und nach einem Intro erkennt man im Gegenlicht die Umrisse der Sigur Ros-Mannschaft. Den ersten Song, "Glósóli", spielen sie noch hinter dem Vorhang, der dann aber ab der zweiten Nummer ("Ný Batterí") unter tosendem Applaus geöffnet wird. Und dort stehen sie dann, die vier Leute (zeitweise plus vierköpfiger Bläsertruppe und natürlich Amina) von Sigur Ros, die während des Konzertes die Instrumente und Plätze tauschen, ganz so, wie es der jeweilige Song bedarf. Sänger Jon bearbeitet wie gewohnt mit Streicher-Bogen seine Gitarre, und die typischen Gitarren-Wände aufzubauen, und seine Stimme ist natürlich wieder einmal umwerfend - auch wenn er anscheinend teilweise etwas Probleme hatte, den ein oder anderen Räusperer gab es zu hören. Die Songauswahl unterschied sich nicht besonders vom Auftritt im letzten Jahr im Kölner Palladium, der Fokus lag auf dem aktuellen Album "Takk...", aber auch alte Klassiker wie "Olsen Olsen" waren zu hören und für das Ende von "Se Lést" haben sie sich noch ein kleines Schmankerl einfallen lassen: Das Blas-Quartett marschierte von hinten durch den Hauptgang des Saals und verschwand wieder über die Bühne in den Hintergrund. "Heysátan" war der letzte Song des Hauptsets, mit "Popplagið" wurde der Abend noch richtig laut und intensiv zu Ende gebracht. Und es gab wohl niemanden in der Lichtburg, der nicht glücklich war nach diesem Auftritt. Vor allem glücklich darüber, dass es eine Band wie Sigur Ros gibt, die es immer wieder schafft, alles andere um einen herum vergessen zu lassen und sich für einen Moment oder zwei komplett zu verlieren.

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Surfempfehlung:
www.sigur-ros.co.uk
www.sigur-ros.is
de.wikipedia.org/wiki/Sigur_R%C3%B3s
www.myspace.com/sigurros
www.sigurros.de
www.aminamusik.com
Text: -David Bluhm-
Foto: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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