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Konzert-Bericht
 
Virtuos, aber ohne Herz

Little Barrie
5 O'Clock Heroes

Berlin, Lido
03.03.2007
Little Barrie
Little Barrie tragen zwar das Kleine schon im Namen, trotzdem erscheint das Lido, dieser kleine feine Laden mitten in Kreuzberg, schon fast zu klein für den Auftritt dieser Band, die vor kurzem mit ihrem zweiten Album "Stand Your Ground" wieder mal für eine freudige Überraschung gesorgt hat. Und tatsächlich füllt sich der Raum bereits bei der Vorband, den 5 O'Clock Heroes aus New York, bis zum Bersten. Der Garage Rock mit New Wave-Spielereien der vier Musiker ist brachial und krankt sehr unter der Übersteuerung der Tonanlage, die jeden der Basstöne direkt in den Solarplexus schickt und alle Anwesenden innerhalb von Sekunden ertauben lässt – auch für solche Stadionlautstärke ist das Lido einfach zu klein.
Die Alternative zum Gehörverlust besteht darin, sich näher zum Ausgang zu bewegen, im Zug zu stehen und sich eine Erkältung zuzuziehen. Little Barries Mastermind Barrie Cadogan lässt sich denn auch schon einmal während des Vorspiels im Zuschauerraum sehen, um zu prüfen, wie das Ganze aus der Publikumsperspektive wirkt.

Sei's wie es sei: Die 5 O'Clock Heroes werden freundlich beklatscht, bevor nach einem sehr kurzen Umbau Little Barrie auf der Bühne stehen. Mit "Pin That Badge" bieten die drei gleich zu Beginn einen der besten Songs des neuen Albums. Gott sei Dank wurde die Tonmischung mittlerweile etwas heruntergesteuert, sodass dem Genuss all der hitverdächtigen Songs aus zwei Alben nichts mehr im Weg stehen sollte.

Aber es liegt nicht an dem völlig überfüllten Raum, dass die Begeisterung sich in Grenzen hält. Barrie Cadogan mag einer der besten Gitarristen der Welt sein, an diesem Abend will der Funke einfach nicht überspringen. Little Barrie spulen ihr Programm, so scheint's, ohne großes Tamtam herunter. Virtuos, das ja, aber ohne viel Herz. Mehr als einmal erkundigt sich Barrie, warum das Publikum so ruhig sei und ob man nicht lauter schreien könne – aber die Band selbst tut nichts, um eine wie auch immer geartete Euphorie zu befeuern. Und wenn sich die Band zwischendurch doch mit den Leuten unterhalten will, dann verstehen die ihren britischen Akzent nicht und reagieren eher verwirrt. Ein echtes Kommunikationsproblem.

Fazit: An diesem Abend herrschte einfach die Mittelmäßigkeit vor – etwas, das einem Rockkonzert nicht eben zur Ehre gereicht. Das einzig Herausragende war der schöne Little Barrie-Schriftzug auf der Leinwand der Bühne. Daheim angekommen schiebt man allerdings sofort wieder eine ihrer CDs in die Anlage...
Surfempfehlung:
www.littlebarrie.com
www.myspace.com/littlebarrie
Text: -Tina Manske-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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