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Seltsam geil

Living End
Deforest Kelly

Hamburg, Schlachthof
28.03.2001
Living End
Jeder kennt sicherlich diese Tage, an denen einfach nichts Spaß macht. Man ist mies drauf, die Arbeit und das Wetter kotzen einen an und der Feierabend will einfach nicht näher kommen. Doch eine Sache lässt einen den Tag mit einem fetten Lächeln überstehen: Abends gibt eine der absoluten Lieblingsbands ein Konzert! The Living End! Live. Alright. Als ich dann endlich in den Schlachthof darf, erwartet mich gähnende Leere. Nanu? Die Australier haben mit "Roll On" ein Punkrock-Meisterwerk abgeliefert und keiner geht hin?
Also kein leichter Job für Deforest Kelly. Das deutsche Trio tut sein Bestes und spielt einfach drauf los. Klasse Punkrock zwischen den Ramones und Social Distortion. Bei zwei Drumsets (!) auf der Bühne ist der Platz zwar etwas eng, aber wen stört's? Die Band jedenfalls nicht. Sie lacht, hat Spaß und macht sich über die jüngeren Zuschauer lustig ("Wissen eure Eltern eigentlich...?"). Während der Songs herrscht eisiges Schweigen im Publikum, zwischen ihnen gemäßigter Applaus. Nach 40 Minuten ist Schluss und ich habe keinen gefunden, der mir eine Deforest-Kelly-Scheibe verkaufen konnte. Schade.
Als dann The Living End auf die Bühne kamen, ist der Platz vor eben dieser schon besser gefüllt. Los ging's mit "Save The Day" und der neuen Hymne "Roll On". So muss Rock'n'Roll klingen! Die Zuschauerreaktion? Artiges Klatschen, dezentes Mitwippen und ein kleiner Mob vor der Bühne. Doch die drei Australier schaffen es Song für Song, mehr Stimmung in den Laden zu bringen. Ob bei neuen Liedern wie "Riot On Broadway" oder "Uncle Harry" oder älteren Stücken wie "West End Riot" und "Here On In", die Leute tauen langsam auf. Einziger Reinfall: Das U2-Cover "Sunday Bloody Sunday". Das können Ignite besser. Dafür haben die keinen Klassiker wie "Second Solution", bei dem das Wunder geschah: Die Leute sangen mit. Und zwar richtig laut. Sehr geil. Nach 80 Minuten verabschiedeten sich die drei mit "Prisoner Of Society" und ein zwiespältiges Konzert war zu Ende. Musikalisch war es natürlich Weltklasse. Von der Stimmung her seltsam. Die Leute wirkten schon sehr zufrieden, doch zeigten sie es alles andere als deutlich. Lag es an den fehlenden Kiddies oder der übertriebenen Coolness? Oder beidem?
Text: -Mathias Frank-
Foto: -Pressefreigabe-

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