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Worum es geht

Nine Inch Nails
Ladytron

Dortmund, Westfalenhalle 2
15.03.2007
Nine Inch Nails
Nachdem Nine Inch Nails auf ihrer letzten Stippvisite nach Deutschland im Jahr 2005 nur auf diversen Sommer-Festivals live zu erleben waren, stand nun relativ kurz vor der Veröffentlichung der neuen Scheibe "Year Zero" eine richtige Hallen-Tour auf dem Programm. Doch wer darauf gehofft hatte, auch direkt viele neue Songs zu Gehör zu bekommen, der wurde leider enttäuscht - denn es wurde lediglich ein neues Stück präsentiert: "Survivalism", bei dem gewohnt rockig und hart zur Sache ging. Doch der Mangel an neuen Songs störte nicht weiter, schließlich befinden sich viele großartige Songs im Nine Inch Nails-Repertoire. Bevor es mit NIN losging, versuchten Ladytron so etwas wie Stimmung in eine der hässlichsten Hallen dieses Landes zu bringen: Die Dortmunder Westfalenhalle 2. Es ist eigentlich eine Strafe für jede Band, dort auftreten zu müssen (noch dazu, wenn die Halle wie an diesem Abend noch nicht mal zur Hälfte gefüllt ist) - es ist höchste Zeit, dass in Dortmund endlich ein vernünftiges Venue errichtet wird...
Ladytron aus Liverpool sind eigentlich ein Quartett, treten live zu sechst auf (fast schon ein klassisches Rock-Band-Line-Up mit Sängerinnen, Gitarristen, Bassistin, Drummer), und können mit ihren leicht unterkühlten, aber dennoch irgendwie mit Electro-Pop angereicherten Elaboraten absolut überzeugen - und bewiesen direkt zu Beginn, dass man auch mit Keyboards / Synthies so etwas wie eine Feedback-Orgie erzeugen kann. Und natürlich auch rocken. Dies taten sie dann mit einigen neuen Songs vom kommenden Album "Witching Hour" - besonders "Destroy Everything You Touch" konnte viele Pluspunkte sammeln. Einigen im Publikum dürfte "Seventeen" ein Begriff gewesen sein, wie man an der entsprechenden Reaktion erkennen konnte. Im Verlauf ihres knapp halbstündigen Sets wechselten sich die beiden Sängerinnen Helen Marnie und Mira Aroyo teilweise ab, am besten fiel jedoch das Ergebnis aus, wenn beide gemeinsam sangen.

Nach einer kurzen Pause ging es auch schon los mit dem "Pinion"-Intro, die Band um Trent Reznor steigt direkt voll ein, der Meister selbst trägt die ersten zwei bis drei Songs noch Handschuhe, die Bühnen-Deko ist diesmal eher schlicht ausgefallen, lediglich ein paar LED-Stangen im Hintergrund und über jedem der fünf Häupter eine Mischung aus Verhör- und Straßenlampe, die von der Band eigenständig in Bewegung gebracht werden kann (was Bassist Geordie White ausgiebig nutzte). War man sonst gewohnt, dass das Equipment von Nine Inch Nails zum einen resistent gegen jegliche Form von Flüssigkeit (Spucke, Getränke, etc.) und zum anderen Gewalteinwirkungen (Tritte, Schläge, Flaschen, Instrument-Attacken) sein musste, fiel der Missbrauch der Gerätschaft diesmal eher gering aus - einige Male wurde das Mikro unsanft gen Boden befördert, einige Flaschen flogen umher und Gitarrist Aaron North bestieg wie immer seinen Verstärker und teilweise das Drumkit (North war auch wie immer überall auf der Bühne zu finden und wirbelte in seiner typischen Weise die Gitarre durch die Luft). Ein recht normale NIN-Show also.

Nine Inch Nails
Die Show an sich war genau, wie man es von Trent Reznor & Co. erwartet hatte: Hart, intensiv, gefühlvoll (sic!), energetisch. In den rund 90 Minuten Spielzeit fanden sich Songs aus fast allen Alben wieder, sogar relativ viele Stücke von "Pretty Hate Machine" ("Terrible Lie", "Down In It", "Something I Can Never Have", "Sin" und natürlich "Head Like A Hole", das zugleich das Schlussstück darstellte). Dazu noch großartige Versionen von "Wish", "Closer", "March Of The Pigs", "Burn", "Suck", "Hurt". Gefehlt hat leider an diesem Abend "Starfuckers Inc.". Aber ansonsten hat wohl jeder der Anwesenden verstanden, worum es bei NIN geht - dies war auch anscheinend ein besonderes Anliegen von Reznor, der verlauten ließ, dass sich wahrscheinlich viele fragen würden, warum die Band jetzt auf Tour geht und die Erklärung direkt lieferte: NIN seien beim letzten Besuch nur auf beschissenen Festivals zu sehen gewesen, und jetzt sei man hier, um allen zu zeigen, worum es bei NIN eigentlich ginge. Und das heißt in etwa übersetzt: Eine intensive Industrial-Rock-Angelegenheit inklusive einer Reise durch sämtliche Gefühlswelten, vorzugsweise düsterer Natur. Immer gerne wieder!
Surfempfehlung:
www.nin.com
www.9inchnails.com
www.echoingthesound.org
Text: -David Bluhm-
Fotos: -Rebekka Wessels-


 
 

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