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Back To School!

Deftones
Will Haven

Hamburg, D-Club/ Bochum, Zeche
26.03.2007/ 29.03.2007
Deftones
Sind wir mal ehrlich: 35 Euro für ein Club-Konzert ist – auch wenn es leider keine Seltenheit mehr ist - viel zu viel! Für die Deftones wurde an diesem Abend eben dieser Preis verlangt und manch einer dürfte nicht nur deshalb, sondern auch durch die starke Konkurrenz in Form von Anajo, Naked Lunch oder Little Man Tate in den benachbarten Clubs und die Erinnerung an das ein oder andere nicht so starke Deftones-Konzert befürchtet haben, dass Chino und seine Kollegen in einem nicht wirklich gut gefüllten Docks aufspielen mussten. Diese hatten aber die Rechnung ohne das treue Hamburger Publikum und nicht zuletzt die Wirkung des ungemein starken letzten Albums "Saturday Night Wrist" gemacht. Kurz: Das Docks war voll und es konnte nur ein toller Abend werden.
Den Anfang machten Will Haven, die zwar in einem schon trotz der frühen Stunde – ab 19 Uhr bereits wurde den Fans Einlass gewährt – vollen Haus spielen durften, dem Großteil der Anwesenden aber recht egal zu sein schienen. Ein bisschen Applaus da, etwas Kopfnicken hier und sonst eine gepflegte Ignoranz seitens der Fans. Das war eigentlich schade, denn die erst letztes Jahr wieder vereinigte und inzwischen mit Red Tape-Mann Jeff Jaworski am Mikro agierende Band bot eine wirklich ausgezeichnete Show. Ohne großen Pausen wirbelten die Postcore-Herren über die Bühne, gaben mächtig Gas und alte und neue Songs zum Besten. Auf das im Sommer erscheinende Comeback-Album der Sacramento-Band darf man sich freuen.

Bereits riesig gefreut haben wir uns über den so gelungenen letzten Silberling der Deftones. Schließlich hatte man die Band schon lange nicht mehr so aufregend und vor allem so von sich überzeugt und konsequent gehört. Das neue Album aber stand an diesem Abend überraschender Weise gar nicht so im Mittelpunkt, wie das mancher erwartet hatte. Ganz im Gegenteil, die Herren griffen tief in die Klassiker-Kiste und spielten sich durch ihre komplette Karriere. Kein Album wurde ausgelassen und auch wenn manch einer vielleicht seinen persönlichen Lieblings-Hit vermisste, bei einer Playlist, auf der "Digital Bath", "Knife Party", "My Own Summer", "Nosebleed", "Mascara", "Ihabia", "Street Carp" oder "Around The Fur" stehen, ist jeder Fan begeistert. Und wenn es dann auch noch "Passanger" gibt, sind sämtliche Fragen beseitigt.

Wenn wir richtig gezählt haben, schafften es nur drei neue Nummern auf die Bühne, wobei "Beware" und "Rats! Rats! Rats!" dann auch nicht nur ungemein großartig waren, sondern glatt zu den Highlights des Abends avancierten. Doch es war diese Mischung, die alle mitriss, es war ein Abend für Genießer, Fans und springwütige Jungspunde. Es war eine Party und es war ein Ereignis, an dem auch die Band ihre helle Freude hatte. Kannte man die Deftones auch schon mal anders, waren sie zwar erneut nicht sonderlich gesprächig – erst am Ende alberte Moreno etwas herum – dafür aber komplett in Bewegung. Nicht nur der Vokalist und Mittelpunkt, der im üblichen Outfit mit Shorts und Basketball-Strümpfen über sein Podest tobte, auch die Axtmänner Stephen Carpenter und besonders Bassist Chi Cheng wirbelten stetig ihre Matten, standen niemals still, schrien und grunzten ihre Background-Vocals voller Leidenschaft ins Mikro und machten einfach Spaß. Und so verging der Abend viel zu schnell, viel zu schnell kam man zum Ende, das es mit "Back To School", "Change" und "7 Words" natürlich noch mal mächtig in sich hatte und viel zu schnell stellte man überrascht fest, dass das Spektakel fast zwei Stunden dauerte! Aber was für zwei Stunden...

Drei Tage später stand das Konzert in der prächtig gefüllten Bochumer Zeche auf dem Programm - und wenn der WDR Rockpalast hier wie früher gefilmt hätte, dann wäre die Deftones-Show mit Sicherheit ein würdiger Vertreter der legendären Reihe gewesen: Das war wahrhaftig eine großartige Rock-Show! Genau wie in Hamburg wurde Material aus allen Alben gespielt, von Anfang an war Stimmung in der Bude (ursprünglich sollte das Konzert in der furchtbar trostlosen Dortmunder Westfalenhalle 2 stattfinden), es wurden direkt vom ersten Song an die Fäuste in die Luft gereckt, gemosht und Köpfe genickt. Die Band schien auch prächtig aufgelegt zu sein, es wurde viel gelacht auf der Bühne und Bassist Chi Cheng lieferte sich noch einen kleinen, spaßigen Wasserflaschen-Krieg mit einem Bühnentechniker. Diejenigen, die gut aufgepasst haben, dürften übrigens noch ein paar Text-Zeilen aus Justin Timberlakes "Sexy Back" in der ruhigen Passage von "Around The Fur" ausgemacht haben. Und Chino Moreno ließ gegen Ende des Konzertes noch verlauten, dass sich die Deftones sehr freuen, in Deutschland zu sein und irgendwann mal in jeder Stadt dieses Land gespielt haben wollen. Ein guter Plan, den sie gerne ausführen sollten!

Surfempfehlung:
www.deftones.com
www.deftones.de
www.myspace.com/deftones
www.myspace.com/willhaven43
Text: -Mathias Frank (HH) / David Bluhm (BO)-
Foto: -Pressefreigabe-

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