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Konzert-Bericht
 
Verwirrt

Marilyn Manson
Cobra Killer

Dortmund, Westfalenhalle
26.06.2007
Marilyn Manson
Mit seinem neuen Werk "Eat Me, Drink Me" hat Marilyn Manson ein überraschend richtig gutes Rock-Album veröffentlicht und wenn eine Sache momentan nicht mehr so sehr im Vordergrund steht, dann die Show drumherum. Keine neuen Verkleidungen, keine neuen Figuren, kein Konzept-Album, einfach nur Rock N Roll. Als ruhiger Gegenpol noch eine kleine Ausstellung seiner Aquarelle in der Kölner Galerie Brigitte Schenk. Das ist ja fast schon als normal zu bezeichnen. Das scheint sich auch etwas im Zuschauer-Zuspruch niedergeschlagen zu haben, denn bei seinem letzten Besuch in Dortmund (2003) war die Westfalenhalle voll, im Jahr 2007 waren zum einen die Oberränge geschlossen, die Unterränge nicht vollkommen besetzt und im Stehplatzbereich gab es auch recht große Lücken. Wenn Manson sich also mehr auf die Musik konzentriert, bleiben die Massen aus.
Zunächst versuchten Cobra Killer die Anwesenden in Stimmung zu bringen, doch schon nach dem ersten Song wurde die Musik und die Performance von Gina V. D'Orio und Annika Line Trost mit lauten Buh-Rufen quittiert - Manson-Fans scheinen da nicht gerade zimperlich zu sein (wobei einige, die ihren Unmut lauthals geäußert hatten, dann im Verlauf des Cobra Killers-Gigs doch noch zur Musik vergnügt herumsprangen...). Dabei kann man doch der übertriebenen Performance inkl. Wein-Selbstbesudelung einiges an Unterhaltung abgewinnen, der Musik aus der Electro-Clash-Punk-Ecke vielleicht nur streckenweise.
Gegen 21:20 Uhr war es dann soweit, von Nebelschwaden begleitet schreitet Marilyn Manson mit seiner Band (bestehend momentan aus Ginger Fish (Drums), Chris Vrenna (Keyboard), Tim Skold (Gitarre), Rob Holliday (Bass)) auf die recht spartanisch eingerichtete Bühne, die lediglich mit einigen Kerzen ausgeschmückt wurde. Also auch hier weniger Inszenierung, mehr Fokus auf die Musik. Mansons Gesang ging leider des Öfteren im Verlauf des Abends im Mix unter, er selbst haderte auch bei jedem zweiten Song mit seinen Bühnen-Technikern. Was er auch mindestens bei jedem zweiten Song vollzog, war der Griff an sein Gemächt - teilweise absolvierte er ganze Verse mit der Hand in der Hose. Wenn er es unbedingt braucht. Ansonsten verhielt sich Manson relativ normal auf der Bühne, schmiss Wasserflaschen in die Halle, spielte das alte "Ich knalle mein Mikro in die Ecke und der Roadie hebt es auf"-Spiel, wagte des Öfteren den Gang an den Bühnenrand inkl. Publikums-Kontakt, schrie einige Male "Doitschländ".

Die Songauswahl setzte sich aus Songs vom neuen Album ("If I Was Your Vampire", "You And Me And The Devil Makes 3", "Putting Holes In Happiness", "Just A Car Crash Away", "Heart-Shaped Glasses", "Are You The Rabbit?") und den obligatorischen Live-Standards zusammen, Überraschungen blieben leider aus. "Disposable Teens" kam dabei noch gewohnt heftig und intensiv daher, ebenso "Irresponsible Hate Anthem", beim "Sweet Dreams"-Cover scheint langsam aber sicher die Luft raus zu sein, dafür überzeugte aber "Great Big White World". Als Zugaben gab es zunächst "The Beautiful People", bevor sich Manson nach einer kleinen Pause auf einem überdimensional großen Stuhl in der Bühnenmitte räkelte und sich mit "Are You The Rabbit?" doch eher leise vom Publikum verabschiedete. Kein großes Finale, kein großer Knall. Einfach eine fast normale Rock-Show. Das dürfte einige ebenso verwirrt haben wie der Auftritt von Cobra Killer.

Surfempfehlung:
www.marilynmanson.com
www.marilynmanson.de
www.mansonworld.com
www.cobra-killer.org
Text: -David Bluhm-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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