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Jung! Kurz!! Toll!!!

The Pigeon Detectives
Eight Legs

Köln, Gebäude 9
25.09.2007
The Pigeon Detectives
Auch als routinierter Konzertgänger kann man noch so manche Überraschung überleben. Natürlich eilt den Pigeon Detectives ihr Ruf als gute Liveband voraus, und eine Veröffentlichung auf unserem britischen Lieblingslabel Dance To The Radio lässt erahnen, dass man von ihnen mehr erhoffen kann als von einer weiteren x-beliebigen britischen Hypeband. Dass heute Abend Musikgeschichte geschrieben wird, das erwartet wohl eh niemand der Anwesenden auf dem von Gaesteliste.de präsentierten Konzert im Gebäude 9. Die meisten Besucher sind sowieso zu jung, um sich um musikhistorische Referenzen zu kümmern, und die Zutaten zu einem gelungenen Abend sind oftmals andere als die Neuerfindung des musikalischen Rads. Was vielmehr zählt ist schließlich der Spaß an der Sache, und der ist an diesem Abend ganz gewiss nicht zu kurz gekommen.
Die ersten Reihen im Gebäude 9 sind bereits fest in der Hand von jungen Mädchen, ehe auch nur die Vorgruppe Eight Legs begonnen hat. Viel älter als die vorderen Reihen dürften die Mitglieder dieser Band aber auch nicht gewesen sein. Bekleidet mit zerschnittenen T-Shirts, auf denen plakativ mit Gaffa-Tape geklebte Sprüche wie "Short Of Logic", "This Way Up" oder auch einfach "Sober" zu lesen sind, betreten die Newcomer aus London die Bühne. Natürlich haben sich die Bandmitglieder in Erwartung der großen Karriere schon einmal vorsorglich den Bandnamen tätowieren lassen. Die Vorstellung, dass in 20 Jahren auf der Insel lauter gesittete 40jährige zu finden sein werden, auf deren Körperteilen stupide Bandnamen wie "Eight Legs" oder "Dogs" (so der Name der Labelkollegen) zu lesen sind, die an die wilden Rock'n'Roll-Tage in der Jugend erinnern, ist schon irgendwie amüsant. Wir wünschen den Eight Legs, dass sie sich bis dahin noch ein bisschen austoben können und eine Menge Spaß haben werden.

Als sich die Umbaupause dem Ende zuneigt und es dunkel wird im Raum, zücken bereits die ersten Mädchen ihre Kamerahandys, und spätestens in dem Moment, als die fünf jungen Herren die Bühne betreten, ist ein aufgeregtes Kreischen zu vernehmen. Im ersten Moment wirken sie wie fünf durchschnittliche Engländer, und während sich Beobachter der Szene vielleicht noch fragen, was eigentlich los ist, wird nach wenigen Sekunden des ersten Lieds "Romantic Type" klar, was die Pigeon Detectives von manch anderer Band unterscheidet: Sie haben ihr Publikum von Anfang an im Griff. Sänger Matt Bowman hüpft durch die Gegend wie ein Flummi, tanzt auf den Monitorboxen und besprüht das Publikum mit Wasserfontänen. Dieses wiederum drängt sich dicht vor der Bühne und hängt geradezu an seinen Lippen. Und wen kümmert es, dass man die Texte der Pigeon Detectives schon nach wenigen Wochen Englischunterricht verstehen könnte? Wer es einmal erlebt hat, wie ein mit 350 Leuten gut gefülltes Gebäude 9 aus vollem Herzen "Going out with, yes you're going out with" schreit, der merkt schnell, dass man sloganhafte Herzschmerz-Banalitäten nicht unterschätzen sollte. Schließlich hat sich sicher jeder der Konzertbesuchern schon einmal in einer Situation wieder gefunden, die sich mit den Worten "I'm so in love with you, I just don't know what I should do" treffend beschreiben lässt. Zu eben diesen Zeilen zieht Matt dann auch eines der Mädchen aus der tobenden Menge, und legt mit ihr einen spontanen Tanz hin. Die Träume eines anderen weiblichen Fans werden später wahr, als auch sie die Bühne betreten darf, und Schlagzeuger Jimmi Naylor, dessen Namen sie während des Konzerts mehrfach gerufen hat, einen Kuss geben darf. Aber nicht nur die Mädchen werden bedient, auch die Jungs kommen auf ihre Kosten und zeigen, die Arme in die Luft schmeißend, wie man richtig feiert.

Nach einer dreiviertel Stunde und keinem einzigen Lied, das man nicht als Hit bezeichnen könnte, haben die Pigeon Detectives eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie eine der unterhaltsamsten Livebands sind, die man sich vorstellen kann. Das Konzert endet mit der Single "I'm Not Sorry". Auf Zugaben verzichtet die Band, und während die schweißgebadete Menge das nicht wirklich wahr haben will, klingt zum Abschluss eine Fahrstuhlversion der Single durch den sich nur langsam leerenden Raum.
Surfempfehlung:
www.thepigeondetectives.com
www.myspace.com/thepigeondetectives
www.eightlegs.co.uk
www.myspace.com/eightlegs
Text: -Christina Ocklenburg-
Foto: -Pressefreigabe-

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